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In Lüdenscheid trauen sich 18 Pärchen

Märkischer Kreis. 

Welch ein Tag, um den Bund fürs Leben zu schließen. Insgesamt 65 Paare im Märkischen Kreis haben sich dafür entschieden, am Elften im Elften 2011 das Ja-Wort zu geben. Spitzenreiter mit 18 Hochzeiten ist Lüdenscheid.

Die Standesbeamten trauten 18 Pärchen in der Bergstadt, die lieber heiraten wollten statt helau zu rufen. Und obwohl das Standesamt noch sechs weitere Termine freigehabt hätte, wurden zwei Trauzimmer belegt. „Drei Trauungen musste jeder der Kollegen zwischen 9 und 14 Uhr vornehmen“, sagteFachdienstleiter Jürgen Gößlinghoff. Er erinnert sich noch gut an den 8.8.2008. „An diesem Tag hatten wir 28 Paare – Kein Wunder, es war ein Freitag, es waren Ferien und es war Sommer.“

Dass Hochzeit und Karneval sich keineswegs ausschließen müssen, zeigt die angebahnte Lebenspartnerschaft von Ingo Richter und Gilbert Correia. Sie machen ihren Bund heute Vormittag im Mendener Karnevalsmuseum amtlich. Aus gutem Grund. Ingo Richter war vor zehn Jahren Prinz der Mendener Kornblumenblau-Jecken und engagiert sich weiter im Elferrat. Mit insgesamt 13 Trauungen knackt Menden fast den städtischen Rekord. Am 8.8.08 heirateten dort 14 Paare.

Boom im Trauermonat November

Getreu dem Motto „ein bisschen jeck ist jeder“ ging der Sümmeraner Schützenbruder Frank Brandt pünktlich um 11.11 Uhr unter die sprichwörtliche Haube. Neben ihm und seiner Auserwählten heiraten in Iserlohn 8 weitere Paare standesamtlich. Den kirchlichen Segen lassen sich offenbar nur wenige geben. Im Kirchenbuch von St. Blasius Balve wurden in diesem Jahr erst vier Eheschließungen notiert. Am Freitag 11.11. tritt im katholischen Balve niemand vor den Traualtar. Beim Standesamt haben sich dagegen zwei Paare angemeldet.

„Für einen Tag im Trauermonat November ist das viel“, sagt Standesbeamter Heinz Vielhaber, der übers Jahr verteilt circa 60 Paare vermählt. Ähnliches gilt für das protestantisch geprägte Halver. Drei zivilen Hochzeiten steht keine einzige evangelische gegenüber. „Für kirchliche Trauungen spielen andere Faktoren eine Rolle“, meint Pfarrer Christoph Dickel.

Hochzeit am 11.11.: Reinhard Müller und Evelyn Ammann aus Affelner Mühle schlossen in der Villa am Wall in Neuenrade den Bund fürs Leben. Foto: Ines ScheuermannGutes Datum für Rosenkavaliere

Insgesamt überwiegt der Anteil der Paare, die sich mit der standesamtlichen Besiegelung ihres Lebensbundes begnügen, jenen, die dabei nicht auf Gottes Segen verzichten wollen, bei weitem. Im vergangenen Jahr beurkundeten die Standesbeamten kreisweit 1904 Ehen. Im evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, der quasi die Hälfte des Kreisgebietes umfasst, führten die Pfarrer im selben Zeitraum in den 26 Gemeinden 198 Trauungen durch.

Auf das prägnante Datum werde er bei seiner Ansprache an die beiden Balver Brautpaare nur am Rande eingehen, sagt Heinz Vielhaber: „Man kann ja nicht Karneval aus dem Hochzeitstag ableiten.“ Ein gutes Datum, um die Rosen zum Hochzeitstag nicht zu vergessen, sei der 11.11.11 aber allemal.

Weiter geht’s am 12.12. 2012

Für alle Paare, die gerne ein besonderes Heiratsdatum haben möchten, hat Standesbeamtin Ina Weller (Iserlohn) noch einen Tipp: Das nächste besondere Datum wartet nicht erst am 12.12.12 auf Heiratswillige. Schon der 21. Februar 2012 bietet eine weitere Möglichkeit für eine Zahlenspielerei, ein so genanntes Datums-Palindrom: 21022012.

Ein Palindrom (griechisch: palíndromos = rückwärts laufend) ist eine Zeichenkette, die vorwärts wie rückwärts gelesen gleich bleibt. Die gibt es bei Worten wie Anna, Otto, Rotor oder bei Zahlen wie 2442 – oder gelegentlich eben auch bei einem Datum. Nach dem 21.02.2012 ist erst mal wieder Pause mit solchen Spielereien – bis zum 2. Februar 2020 (02022020).