Hunderte Schulleiterstellen in NRW sind nicht besetzt

An den Schulen in Nordrhein-Westfalen fehlen mehr als 1.200 Schulleiter. Am stärksten betroffen sind Grund- und Hauptschulen, wie eine dapd-Umfrage ergab. Jede fünfte Hauptschule ist den Zahlen des Schulministeriums zufolge derzeit ohne Rektor. Auch in elf Prozent der Grundschulen ist die Stelle des Schulleiters vakant, das sind 349 Schulen.

Düsseldorf (dapd-nrw). An den Schulen in Nordrhein-Westfalen fehlen mehr als 1.200 Schulleiter. Am stärksten betroffen sind Grund- und Hauptschulen, wie eine dapd-Umfrage ergab. Jede fünfte Hauptschule ist den Zahlen des Schulministeriums zufolge derzeit ohne Rektor.

Auch in elf Prozent der Grundschulen ist die Stelle des Schulleiters vakant, das sind 349 Schulen. Ein Sprecher des Schulministeriums in Düsseldorf sagte, die Bezirksregierungen bemühten sich, jede offene Schulleiterstelle so schnell wie möglich zu besetzen.

"Die Stellen sind seit Jahren vakant", sagte Birgit Völxen von der Landeselternschaft der Grundschulen in NRW. Die Tendenz sehe sie als besorgniserregend an, da der Elternverband keine Besserung beobachten könne. "Dort, wo eine vakante Stelle ist, verliert die Schule ihren Fürsprecher. Die Schulleitung ist der Motor einer Schule." Außerdem fehle Kindern und Eltern ein wichtiger Ansprechpartner. Einen Grund für die vielen offenen Stellen an Grundschulen sieht Völxen in dem hohen Arbeitsaufwand und der vergleichsweise niedrigen Bezahlung. Die schulische Entwicklung der Kinder könne gefährdet sein, müsse es aber nicht.

Hauptschule ist ein Auslaufmodell in NRW

"Hinter den Hauptschulen, die hervorstechen, stehen meist gute Schulleiter", meint der Vorsitzende des Elternrats der Hauptschulen Nordrhein-Westfalen, Reiner Kehr. Er führt die vielen vakanten Schulleiterposten vor allem darauf zurück, dass die Hauptschulen im Land nach und nach geschlossen werden sollen. Kehr ist aber der Meinung, dass es den Schülern nicht schadet, wenn ein anderer Lehrer die Aufgaben des Schulleiters übernimmt. Das Schulgesetz sieht vor, dass der dienstälteste Lehrer den Schulleiter vertritt, wenn kein anderes Mitglied der Schulleitung zur Verfügung steht.

Die Bezirksregierungen bemühten sich, jede offene Schulleiterstelle so schnell wie möglich zu besetzen, versicherte ein Sprecher des Schulministeriums. Zum Teil würden sich hinter den vakanten Stellen auch laufende Ausschreibungsverfahren verbergen. Die Landesregierung habe bereits reagiert und die Zeit für die Leitungsaufgaben erhöht. Im Ausgleich seien bisher 564 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen worden. "Das ist ein Signal der Wertschätzung an die Schulleiter", sagte der Sprecher.

dapd

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