Düsseldorf

Hund: Tierheim Düsseldorf teilt zuckersüßes Bild – doch mit den Reaktionen haben die Pfleger nicht gerechnet

Auf dieses Bild reagierten viele Menschen bei Facebook sehr emotional. Den kleinen Hund aufnehmen, wollte dann aber doch niemand.
Auf dieses Bild reagierten viele Menschen bei Facebook sehr emotional. Den kleinen Hund aufnehmen, wollte dann aber doch niemand.

Düsseldorf. Diesem goldigen Hundeblick kann ja wohl niemand widerstehen! Dachte sich auch das Tierheim Düsseldorf und postete ein zuckersüßes Bild von Hund Gustav bei Facebook. Doch dann die Ernüchterung: Wider Erwarten befindet sich das kleine Kerlchen immer noch im Heim und hat kein neues Zuhause gefunden.

„Nun sind vier Wochen vergangen. Gustav sitzt immer noch bei uns im Tierheim. Das hätten wir nicht vermutet“, schreibt das Tierheim auf der Facebookseite über den Hund. Und macht auf ein wichtiges Thema aufmerksam: viele Menschen würden bei süßen kleinen Hunden „reflexmäßig 'HIER' schreien, doch: „Gustav ist das beste Beispiel dafür, dass ein Foto nichts über ein Lebewesen aussagt.“ Über dieses Verhalten der Menschen im Internet regen sich die Tierpfleger auf.

Denn Gustav ist etwa ein Jahr - vielleicht auch schon 15 Monate alt - vermutet Tierheimleiter Timo Franzen im Gespräch mit DER WESTEN. Der Deutsch-Drahthaar Rüde ist also noch ein wilder ungestümer Hund und damit müssten Hundebesitzer erst einmal klarkommen. Er sei außerdem noch vorlaut, unerzogen und etwas unsicher. Das habe einige interessierte Hundefreunde abgeschreckt.

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Es gab aber auch einige Anfragen, denen das Tierheim eine Absage erteilen musste - etwa, wenn der Interessent schon über 80 Jahre alt ist oder wenn jemand berufstätig ist und Gustav neun Stunden zu Hause alleine lässt, erklärt Franzen. „Wir müssen darauf achten, dass es für das Tier, aber auch für den Menschen passt und geeignete Tiere finden. Im Idealfall sollte das bis zum Lebensende des Tieres funktionieren“, macht der Tierheimleiter deutlich.

„Gustav wäre zum Wanderpokal geworden“

Oft würden Tierheime dann mit Vorwürfen konfrontiert, weiß Franzen. Doch man gehe eben nicht in einen Laden und suche sich ein Geschenk aus, um es dann wieder umzutauschen. „Gustav wäre bestimmt zum Wanderpokal geworden“, kommentiert das Tierheim bei Facebook.

Und der kleine Hund hatte sowieso schon ein trauriges Schicksal hinter sich. Die unbekannten Halter haben ihn einfach ausgesetzt. „Wir haben ihn Mitte September auf einem Waldparkplatz in der Nähe des Tierheims angebunden gefunden“, erzählt Franzen. Das Tier war nicht gechipt und ein Besitzer habe sich auch nicht gemeldet.

Viele Menschen teilen die Einstellung des Tierheims

Viele Menschen reagieren positiv auf den Facebook-Beitrag. Zwar sind auch wieder unter den fast 250 Kommentaren Meinungen à la „Ich würde ihn sofort nehmen“ dabei, die meisten liken aber die Einstellung des Tierheims und wünschen dem Vierbeiner alles Gute und ein liebevolles Zuhause.

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Hat Hund Gustav endlich ein neues Zuhause gefunden?

Und die Sache scheint ein gutes Ende zu nehmen: Zwei Monate nach dem Auffinden im Wald scheint eine interessierte Familie gefunden. „Ja, sie hatten schon drei Treffen mit Gustav. Jetzt folgt das Probewohnen“, sagt der Tierheimleiter hoffnungsvoll.

Dann wird Hund Gustav etwa zehn Tage in seiner neuen Umgebung wohnen. Und wenn alles glatt läuft, dann hat er schon bald ein neues Zuhause gefunden. Das wäre dem Hund mit dem reumütigen niedlichen Gesicht wirklich zu wünschen. (js)

 
 

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