Hund in NRW: Tierheim will Vierbeiner nicht rausrücken – Verfahren gegen Ex-Bürgermeister

Hund in NRW: Ärger um Merlin! (Symbolbild)
Hund in NRW: Ärger um Merlin! (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Lagencia

Im August 2020 ist Hund Merlin ins Tierheim Castrop-Rauxel (NRW) eingezogen, weil sein Frauchen für längere Zeit in eine Klinik musste.

Eigentlich hätte er später in sein Heim zurückkehren sollen. Das ist bis heute nicht geschehen – und neben einer Menge Ärger zwischen Frauchen und Tierheim bescherte der Hund dem Ex- Bürgermeister laut „Ruhrnachrichten“ außerdem ein Gerichtsverfahren. Doch der Reihe nach.

Hund in NRW: Tierheim will Hund nicht rausrücken – jetzt läuft ein Verfahren gegen den der Ex-Bürgermeister

Als der Betreuer der Dame den Hund für den Aufenthalt auf Zeit dem Tierheim übergab, beteuerte er, alles sei in Ordnung. Doch Merlin verhielt sich seltsam, konnte kaum richtig gehen.

Weil die Mitarbeiter ein Geschwulst am Penis des Hundes feststellten, riefen sie einen Tierarzt hinzu. Der stellte eine erschütternde Diagnose: Merlin hatte einen Tumor. Der Hund wurde zwar wieder gesund, doch die Tierschützer waren noch immer in Sorge.

Hatte Merlins Frauchen dessen Leiden möglicherweise übersehen, etwa wegen ihres Gesundheitszustands? Das sei laut Tierheim denkbar. Und auch das Kreis-Veterinäramt hielt die Gesundheit des Vierbeiners für gefährdet. Das Tier habe man der Dame daher entziehen wollen.

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Der Haushund als Begleiter des Menschen:

  • Domestizierung fand vor etwa 15.000 bis 100.000 Jahren statt
  • die wilde Stammform ist der Wolf
  • weltweit gibt es etwa 500 Millionen Haushunde
  • allein in Deutschland leben 9 Millionen als Haustiere

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Weil Merlin aber ihr treuer Begleiter sei und zeitweise das einzige Lebewesen, mit dem die Frau kommuniziere, schalteten ihre Betreuer einen Anwalt ein. Der sollte das geliebte Haustier zurückholen.

Hund in NRW: Tierschützer außer sich

Das Kreis-Veterinäramt änderte kurz darauf seine Meinung und stimmte zu, Merlin seinem ehemaligen Frauchen zurückzugeben. Wegen der Umstände allerdings nur „ausnahmsweise“, wie die „Ruhrnachrichten“ aus der Begründung des Kreises zitiert.

Anscheinend habe man sich mehr um das Wohl der Halterin gesorgt als um das des Tieres, weswegen man ihr den Hund erneut überlassen wollte, vermuten die Tierschützer. In der Konsequenz gaben sie das Tier trotz Aufforderung nicht zurück.

Gegen den 1. Vorsitzenden des Tierschutzvereins laufe nun ein Verfahren wegen Unterschlagung. Dieses Amt hat der Ex-Bürgermeister von Castrop-Rauxel, Johannes Beisenherz, inne – und den machen die Geschehnisse rund um Merlin richtig wütend.

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Hund in NRW: So reagiert der Bürgermeister

„Wir, die sich erstmalig der Gesundheit des Hundes nachhaltig angenommen haben, werden nun an den Pranger gestellt. Es ist ein Skandal“, sagte er gegenüber den „Ruhrnachrichten“.

Wie es mit dem Verfahren weitergehe, stehe noch nicht fest. Allerdings sei ein weiteres gravierendes Problem hinzugekommen: Merlin sei aus dem Tierheim getürmt – und so fehle von dem Hund seit Anfang Februar jede Spur.

Tierheim und Frauchen hoffen gleichermaßen, den Hund gesund und munter wiederzusehen... (vh)