Homeoffice wegen Corona: Strom und Heizung von Steuern absetzen – dafür musst du DIESE Bedingung erfüllen

Homeoffice zu Coronazeiten könnte das Steuersystem beeinflussen. (Symbolbild)
Homeoffice zu Coronazeiten könnte das Steuersystem beeinflussen. (Symbolbild)
Foto: dpa

Die Corona-Pandemie hat Tausende Menschen seit März 2020 ins Homeoffice gezwungen. Viele Menschen arbeiten zumindest zeitweise noch von Zuhause aus, die Pandemie ist noch nicht vorbei.

Doch während das Homeoffice viele ungeahnte Vorteile birgt, erhöht es auch die Kosten. Davon betroffen sind unter anderem Strom, Heizung, Wasser und bei manch einem auch ein neuer Schreibtisch, Schreibtischstuhl oder eine neue Lampe.

Homeoffice kann derzeit nur unter Bedingungen steuerlich abgesetzt werden

Deswegen hoffen viele Menschen nun darauf, dass sie die höheren Kosten steuerlich absetzen können in der Steuererklärung 2020. Schließlich sei man ja dazu gezwungen gewesen, das Büro zu verlassen und ins heimische Wohnzimmer oder ins Arbeitszimmer zu ziehen.

Und genau dort liegt das Problem. Denn bisher ist es von den Finanzämtern zu geregelt, dass der Arbeiter einen abgetrennten Raum in der Wohnung benötigt, um überhaupt irgendwelche Extra-Kosten wie anteilige Miete oder Strom für das Homeoffice absetzen zu können. Wer dies besitzt, kann unter bestimmten Umständen bis zu 1250 Euro Werbungskosten geltend machen. Strom, Heizung und Wasser müssten allerdings auf den Quadratmeter des Arbeitszimmers umgerechnet werden, betont die Vereinigte Lohnsteuerhilfe.

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Arbeitszimmer bei vielen Menschen einfach nicht umsetzbar

Aufgrund der Spontanität des coronabedingten Home-Office ist ein Arbeitszimmer bei vielen Menschen aber nicht gegeben. Die Realität zeigt: Da sitzt die Journalistin am neu gekauften Schreibtisch im Schlafzimmer der 2-Raum-Wohnung, da sitzt der Sachbearbeiter am Esstisch, während seine Kinder um ihn herumspringen.

In den seltensten Fällen steht ein Zimmer zur Verfügung, das als Arbeitszimmer umgebaut werden kann. Gibt es für diese Arbeiter keine Möglichkeit, überhaupt irgendetwas abzusetzen?

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Steuerring hat Gesetzgeber bereits Vorschlag zur Verbesserung gemacht

Der Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland, vielen besser bekannt als Steuerring, hat sich dazu gegenüber DER WESTEN geäußert. „Viele Arbeitnehmer im Homeoffice werden über kein abgeschlossenes Arbeitszimmer verfügen oder das Zimmer (vielleicht das Kinderzimmer) nicht so gut wie ausschließlich beruflich nutzen. Für diese Personengruppe, und diese dürfte sehr groß sein, sieht der Gesetzgeber und die Rechtsprechung bisher nichts vor. Eine Arbeitsecke ist kein Arbeitszimmer“, erklärt Rudolf Gramlich vom Steuerring.

Und weiter sagt er: „Unser Dachverband, der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BVL), hat hierzu wiederholt vorgeschlagen, dass ein pauschaler Abzug von 50 Euro pro Monat möglich ist. Bisher wurde der Vorschlag vom Gesetzgeber nicht aufgenommen – was bei der Diskussion um Homeoffice unverständlich ist.“

Aber eine gute Nachricht gibt es dennoch: Denn Arbeitsmittel wie Schreibtisch, Lampe oder Computer können auch aus der Arbeitsecke abgesetzt werden, zumindest anteilig. „Voraussetzung ist allerdings, dass die Arbeitsmittel so gut wie ausschließlich (mind. zu 90%) beruflich genutzt werden“, betont Rudolf Gramlich.

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Vielleicht doch bald eine Lösung?

Doch das Bundesfinanzministerium möchte nun an dem Manko Arbeitszimmer nacharbeiten. Schließlich sei es unfair, wenn absetzbare Fahrtkosten und ähnliches wegfallen würden, die höheren Lebenskosten zuhause wegen eines fehlenden Arbeitszimmers aber nicht geltend gemacht werden können.

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Bisherige Regeln für das steuerlich absetzbare Homeoffice

  • abgetrenntes Arbeitszimmer ist Pflicht
  • Lehrer sind von der Regelung ausgenommen, da sie nur Zuhause den Unterricht vorbereiten können
  • Finanzamt darf mit Ankündigung sich das Arbeitszimmer anschauen, um Betrug zu verhindern
  • sobald ein Bügelbrett oder ein Bett im Arbeitszimmer steht, gilt es nicht mehr als solches

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Bundesfinanzministerium will Umdenken erreichen

Steuerzahler sollten ihre Arbeit im Homeoffice nach Angaben des Bundesfinanzministeriums von der Steuer absetzen können. Das Ministerium „ist der Ansicht, dass der bestehende Rahmen es zulässt, das Homeoffice melden zu können“, sagte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. „Wir sehen die Rechtslage so, dass man das geltend machen kann.“

Auch ohne Arbeitszimmer Homeoffice steuerlich geltend machen

Nun müssen sich Bund und Länder aber auch noch einigen, wie das genau aussehen kann. Aus Hessen und Bayern werden Forderungen laut, die die Bedingung des abgetrennten Arbeitszimmers abschaffen sollen. Es soll demnach keinen Unterschied machen, ob jemand am Küchentisch, in einer Arbeitsecke oder in einem getrennten Raum arbeitet.

Bisher gilt diese Bedingung aber noch. Sollte sie weiterhin gelten, dann schauen Tausende Arbeiter bei ihrer Steuererklärung 2020 - zumindest was höhere Strom- und Heizungskosten angeht - in die Röhre und müssen vielleicht sogar nachzahlen. (fb)

 
 

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