Hochwasser in NRW: Haus unter Wasser? SO solltest du im Ernstfall vorgehen

Hochwasser in NRW: Steht das Haus unter Wasser sollte man bedacht handeln. (Symbolbild)
Hochwasser in NRW: Steht das Haus unter Wasser sollte man bedacht handeln. (Symbolbild)
Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

NRW. Der Dauerregen hat NRW und Rheinland-Pfalz stark erwischt und vielerorts einen Ausnahmezustand ausgelöst. Allein in NRW forderte die Flutkatastrophe mindestens 43 Tote. Damit hatte niemand gerechnet.

Um künftig besser vor Hochwasser geschützt zu sein, hat der Caritasverband deshalb nun einige Tipps veröffentlicht. Was du tun solltest, wenn dein Haus unter Wasser steht, und wie du dich im Ernstfall verhältst, liest du hier.

Hochwasser in NRW: Wasser nicht zu schnell aus Haus abpumpen

Auch wenn man es nicht hoffen möchte, so werden Unwetter vermutlich auch in Zukunft Hochwasser in NRW zur Folge haben. Wer davon betroffen ist, der sollte grundsätzlich beachten: „Denken Sie vor allem an Ihre eigene Sicherheit und Gesundheit! Tragen Sie Schutzkleidung bzw. -ausrüstung und führen Sie nur die Tätigkeiten aus, bei denen Sie sich sicher fühlen“, rät der Caritasverband.

Und: „Die meisten Maßnahmen sollten so bald wie möglich nach der Überschwemmung ergriffen werden, andere werden etwas längere Zeit in Anspruch nehmen.“ Einen mit Wasser vollgelaufenen Keller etwa sollte man stets langsam abpumpen. Denn das Grundwasser außerhalb des Hauses drückt kräftig gegen die Wände und das Wasser im Gebäude hält dagegen. Entfernt man das Wasser also zu schnell, können sich Risse in den Wänden und auch im Kellerboden bilden. Daher gilt:

  • „Wenn kein Hochwasser mehr außerhalb des Hauses steht, können Sie mit dem Abpumpen des Wassers aus dem Keller beginnen. Verwenden Sie im Haus keine benzinbetriebenen Pumpen oder Generatoren, denn Benzinmotoren erzeugen Abgase, die tödliches Kohlenmonoxid enthalten.“
  • „Pumpen Sie so viel Wasser ab, bis der Wasserstand um 70 bis 100 cm tiefer liegt als zuvor. Markieren Sie den Wasserstand und warten Sie über Nacht. “
  • „Überprüfen Sie den Wasserstand am Tag darauf. Ist er wieder gestiegen, ist es noch zu früh, um das Wasser ganz abzupumpen. Warten Sie nochmals eine Nacht und pumpen Sie das Wasser wieder um 70 bis 100 cm ab. Prüfen Sie den Wasserstand wiederum am Folgetag.“
  • „Steigt das Wasser über Nacht nicht wieder an, pumpen Sie es erneut um 70 bis 100 cm ab und warten Sie bis zum nächsten Tag. Wiederholen Sie Schritt 3 und 4, bis alles Wasser aus dem Keller abgepumpt ist.“

Hochwasser in NRW: Gründliche Reinigung aller Gegenstände

Ist das Wasser abgepumpt, sollte man den Raum sowie alle betroffenen Gegenstände reinigen und desinifzieren. Dafür eignet sich am besten das Desinfektionsmittel Hypochlorit, welches man mit 120 Milliliter Haushaltsbleiche und einem Liter Wasser herstellen kann. Dabei sollte man die Reinigung vornehmen, solange die Oberfläche noch nass ist. Denn Krankheitserreger können sich dann nicht über die Luft verbreiten.

Teppiche etwa lassen sich durch die Bleichlösung retten. Polstermöbel, Kissen und Matratzen müssen hingegen weggeworfen werden. Das sollte man direkt machen. Die Wände sollten Betroffene mindestens bis 15 Zentimeter über der Stelle reinigen, bis zu der das Wasser stand. Die Bleichlösung sollte mindestens 15 Minuten einwirken.

----------------------------------

Mehr News:

Hochwasser in NRW: Diese krassen Aufnahmen aus der Luft zeigen das ganze Ausmaß der Flut-Katastrophe

Wetter in NRW: SO ist die aktuelle Lage

Mülheim: SO ist die aktuelle Hochwasser-Lage

Dortmund: SO ist die aktuelle Hochwasser-Lage

----------------------------------

Haus muss gut trocknen

Nach der gründlichen Desinfizierung müssen alle Oberflächen gut trocknen, damit sie nicht faulen. Dafür sollte alles, was ein vollständiges Trocknen des Gebäudes verhindert, entfernt werden. Das sind beispielsweise Bodenbeläge, wie Teppich, Vinyl, Fliesen und Parkett sowie Wandverkleidungen mit geringer Wasserdurchlässigkeit wie Vinyltapeten und Kacheln.

Warme, trockene, frei zirkulierende Luft im Haus hilft am besten, damit alles gut trocknen kann. Neben dem Öffnen von Fenstern und Türen im Sommer und dem Heizen in Kombination mit dem Stoßlüften im Winter, helfen elektrische Luftentfeuchter sowie Luftentfeuchter-Tabs. Ventilatoren entziehen der Luft ebenfalls die Feuchtigkeit.

Genaue Untersuchung auf Schäden

Die Bildung und Ausbreitung von Schimmel im Haus sollte unbedingt verhindert werden, da dieser der Gesundheit schaden und Gegenstände sowie Materialien im Haus beschädigen kann. Entdeckt man also Schimmel, sollte er umgehend entfernt werden.

Zudem sollte man das Haus auf Bauschäden untersuchen. Haben Keller- oder Grundmauern zum Beispiel Risse oder Brüche, sind Stützpfeiler beschädigt, Treppen verschoben oder Böden und Wände schief? Trifft dies zu, sollte das Fundament möglicherweise erneuert werden. Dabei kann die Einschätzung eines Fachmanns ratsam sein. (nk)