Hochwasser in NRW: Starke Gewitter im Münsterland ++ Ab Sonntagmittag soll es wieder krachen

Das Wetter in NRW beschert den Menschen auch am Sonntag das eine oder andere Gewitter.
Das Wetter in NRW beschert den Menschen auch am Sonntag das eine oder andere Gewitter.
Foto: imago images/lausitznews.de

Alle wichtigen Infos zur Hochwasser-Katastrophe in NRW im Überblick:

Mindestens 47 Menschen starben in NRW in den Wassermassen oder bei Hauseinstürzen, weitere Personen wurden verletzt oder werden noch vermisst.

Bei den Unwettern fielen innerhalb kurzer Zeit bis zu 182,4 Liter Regen pro Quadratmeter.

25 Städte und Landkreise sind in NRW nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn von Überschwemmungen betroffen.

22.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen sind in NRW im Einsatz, auch die Polizei ist mit 700 Einsatzkräften vor Ort, die Bundeswehr hat 900 Soldaten ins Bundesland geschickt.

Die Lage nach der Hochwasser-Katastrophe, der Unwetter mit Starkregen vorausging, bleibt immer noch unübersichtlich. Noch immer werden in NRW und Rheinland-Pfalz zahlreiche Menschen vermisst. Die Aufräumarbeiten gehen derweil weiter.

Die Gesamtzahl der Todesopfer in NRW und Rheinland-Pfalz ist gestiegen. Über 170 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben, viele Menschen haben zudem alles verloren. Spendenkonten wurden eingerichtet. Hier mehr Infos dazu >>>

Hochwasser nach Unwetter in NRW: Alle Infos in unserem Live-Blog

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>>> Wie schlimm das Hochwasser in den anderen Regionen Deutschlands zugeschlagen hat, kannst du in diesem Newsblog verfolgen >>>

Sonntag, 25. Juli

8.31 Uhr: Starke Gewitter im Münsterland ++ Ab Sonntagmittag soll es wieder krachen

In der Nacht zu Sonntag wurde der Westen Deutschlands erneut von Gewittern mit Regenfällen heimgesucht. Die gute Nachricht gleich vorweg: Die Wetterlage war nicht ansatzweise so bedrohlich wie bei der schlimmen Flutkatastrophe vor zehn Tagen.

„Über Nacht ist es in NRW relativ ruhig geblieben, allerdings hat es im Münsterland einige kräftige Gewitter gegeben“, sagte DWD-Meteorologe David Bötzel der „Rheinischen Post“: „Das war aber kein Vergleich zu dem, was in Belgien passiert ist.“ Dort wurden mehrere Dörfer von heftigen Unwettern heimgesucht.

Ab Sonntagmittag soll es in NRW erneut lokale Schauer und Gewitter geben. Der DWD kann allerdings noch nicht genau prognostizieren, wo diese Wetterlagen auftreten. Der Deutsche Wetter-Dienst rechnet im schlimmsten Fall mit Regenfällen von 20 bis 25 Litern pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Bei der Flut-Katastrophe hatte es gebietsweise Niederschläge von weit mehr als 100 Litern pro Quadratmeter gegeben.

Samstag, 24. Juli

11.21 Uhr: NRW-Finanzverwaltung erweitert Katastrophenerlass

Nordrhein-Westfalens Finanzverwaltung hat den Katastrophenerlass zur Unterstützung der vom Unwetter betroffenen Menschen erweitert. Damit sind nun rund 50 steuerliche Entlastungsmaßnahmen möglich, wie das Finanzministerium mitteilte. Der geänderte Erlass soll es vor allem Unternehmen erleichtern, unbürokratisch und ohne steuerliche Nachteile Hilfe anbieten zu können - etwa mit Sach- oder Dienstleistungen.

Dadurch können zum Beispiel Baumärkte und Bauunternehmer die Verteilung von Entwässerungspumpen oder Baggern als Betriebsausgabe behandeln. Zudem sind Arbeitgeber in der Lage, ihren Mitarbeitern, deren Häuser oder Wohnungen unbewohnbar geworden sind, Unterkünfte und Verpflegung vorübergehend steuerfrei zur Verfügung zu stellen.

7.51 Uhr: DWD sagt „einzelne, kräftige Gewitter“ vorher - Unwetter möglich

Der Deutsche Wetterdienst hat in Nordrhein-Westfalen für Samstagnachmittag und -abend von Südwesten Schauer und einzelne, teils kräftige Gewitter vorhergesagt. Dabei seien „lokal eng begrenzt“ Unwetter durch heftigen Starkregen möglich, berichtete der DWD am Samstagmorgen. Die erwartbaren Regenmengen gab die Wetterbehörde dabei in ihrem um 4.28 Uhr veröffentlichten Warnlagebericht für NRW mit 25 bis 40 Litern Regen pro Quadratmeter „in kurzer Zeit“ an. „In mehreren Stunden können örtlich auch um 60 Liter pro Quadratmeter fallen“, hieß es weiter.

Zum Vergleich: In der vergangenen Woche hatte flächendeckender Dauerregen mit Regenmengen von teilweise über 150 Litern pro Quadratmeter für die Hochwasser-Katastrophe in Teilen von NRW und Rheinland-Pfalz gesorgt.

Vereinzelt rechnen die DWD-Meteorologen am Samstag auch mit Sturmböen der Stärke 9 (um 80 Stundenkilometer) und kleinkörnigem Hagel. Die Behörde betonte, dass eine genaue Lokalisierung der Schwerpunkte - wenn überhaupt - nur sehr kurzfristig möglich sein werde.

Der DWD sah - anders als Anfang vergangene Woche - keine Veranlassung für eine Unwetter-Vorwarnung oder gar eine amtliche Unwetterwarnung. Die Gewitter sollen in der Nacht zum Sonntag abklingen.

Auch am Sonntag kann es dann laut DWD gebietsweise noch kräftige Schauer und Gewitter geben. Dabei seien einzelne Gewitter mit Starkregen bis in den Unwetterbereich möglich, hieß es. Die Schauer- und Gewittertätigkeit soll in der Nacht zum Montag weitgehend abklingen.

Freitag, 23. Juli

21.54 Uhr: Krisenstäbe bereiten sich auf neue Unwettergefahren vor

Nordrhein-Westfalen rüstet sich für mögliche neue Starkregenfälle am kommenden Wochenende. Per Erlass des NRW-Innenministeriums würden die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei nochmals besonders für die Wetterlage sensibilisiert, teilte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. „Die Arbeit in den Krisenstäben der Städte und Kreise wird auch am Wochenende fortgesetzt, um die Lage vor Ort zu koordinieren. Gleiches gilt für die Koordinierungsgruppe des Krisenstabs im Innenministerium.“

19.34 Uhr: Gedenken an die Flutopfer in NRW

Mit Glockengeläut und Gebeten ist am Freitagabend in vielen Kirchen und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen der Flutopfer gedacht worden. Aufgerufen hatten die evangelischen Landeskirchen und mehrere katholische Bistümer. In einer Andacht beteten die Gläubigen für die vielen Betroffenen der Unwetterkatastrophe - für die Toten und ihre Hinterbliebenen sowie für jene, deren Häuser und Besitztümer zerstört wurden, aber auch für die Helfer und Notfallseelsorger, die seit Tagen im Einsatz sind.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter - schärfere Maßnahmen

18.12 Uhr: Feuerwehr Hagen warnt vor kräftigen Gewittern am Samstag - das musst du jetzt unbedingt wissen

Die Feuerwehr Hagen warnt bereits am Freitag vor dem Unwetter, das für Samstag angesagt ist. Dabei können lokal zwischen 25 und 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit an Niederschlag fallen. „Eine genaue Lokalisation der Schwerpunkte wird kaum möglich sein“, so die Feuerwehr.

Deshalb solltest du dich nicht in Kellern oder Tiefgaragen aufhalten und bloß nicht durch überflutete Straßen fahren. Halte dich außerdem von Gewässern fern, die Hochwasser führen.

15.03 Uhr: Beunruhigende Entdeckungen im Hochwassergebiet - Polizei warnt vor den Gefahren

Die Polizei Köln hat nun für den Kreis Euskirchen und der Rhein-Sieg-Region eine Warnung ausgesprochen: Dort seien vermehrt Waffen oder Munition nach der Flut zutage gekommen, wie ein Foto auf der Facebook-Seite der Polizei beweist.

„Informieren Sie umgehend beim Fund von Waffen, Waffenteilen und/oder Munition sowie von Weltkriegsmunition den Notruf „110“. Die aufgefundenen Gegenstände werden durch Einsatzkräfte gesichert und bei Bedarf der Kampfmittelräumdienst alarmiert“, so die Polizei.

Die Beamten machen deutlich, dass es eine Straftat sei, wenn man sich diese Waffen zu eigen mache. Außerdem sollen Eltern dringend ihre Kinder auf die Gefahren aufmerksam machen.

9.27 Uhr: Deutsche Bahn zieht Bilanz – „Stehen vor einem gewaltigem Kraftakt“

Die Deutsche Bahn hat nach der Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz Bilanz gezogen. „In dieser Dimension wurde unsere Infrastruktur noch nie auf einen Schlag zerstört. Wir stehen vor einem gewaltigen Kraftakt“, teilte Volker Hentschel, Vorstand Anlagen- und Instandhaltungsmanagement der DB Netz AG, am Freitag mit.

Die DB ist zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres die größten Schäden in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten behoben werden können und der Verkehr wieder weitgehend normal läuft. In manchen Regionen, vor allem in Rheinland-Pfalz, könnte es hingegen länger dauern. „Etwa an Eifel und Ahr ist von den bisherigen Strecken und Anbindungen wahrlich nichts mehr zu erkennen“, sagte der Vorstand für Anlagen- und Instandhaltungsmanagement bei der Bahn-Tochter DB Netz, Volker Hentschel, am Freitag. „Hier reden wir von Monaten, wenn nicht sogar an einigen Stellen von Jahren.“

Die Bahn schätzt die Schäden an Strecken, Bahnhöfen und Fahrzeugen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auf insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro. Derzeit liefen Gespräche über die Finanzierung mit dem Bund. 600 Kilometer Gleise seien betroffen sowie 50 Brücken und Dutzende Stationen und Haltepunkte. 180 Bahnübergänge, 40 Stellwerke und mehr als 1000 Oberleitungs- und Signalmaste seien so schwer beschädigt, dass sie voraussichtlich erneuert werden müssten, sagte Hentschel.

Erneuert werden müssten auch ganze Abschnitte. Dazu gehörten unter anderem mehrere Strecken über Euskirchen, wie die Erfttalbahn, die Eifelstecke und die Voreifelbahn; außerdem die NRW-Strecke der Linie S9 von Wuppertal-Vohwinkel bis Essen-Stehle sowie ein Teil der Ruhr-Sieg-Strecke Hagen-Plettenberg.

Donnerstag, 22. Juli

18.15 Uhr: Weiteres Todesopfer im Kreis Euskirchen nach Hochwasser entdeckt

Einsatzkräfte haben im schwer von der Unwetterkatastrophe getroffenen Kreis Euskirchen ein weiteres Todesopfer gefunden. Die Leiche sei am Mittwochnachmittag in der Stadt Schleiden in der Eifel entdeckt worden, teilte die Kölner Polizei am Donnerstag mit. Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort, Herkunft und Todesumständen würden nach wie vor nicht veröffentlicht - zum Schutz der Angehörigen.

Zugleich teilte die Behörde mit, dass eine bislang als Hochwasser-Opfer gezählte Person aus dem Kreis Euskirchen nunmehr aus der Statistik der Unwettertoten „rausgerechnet“ werde. Eine Obduktion habe ergeben, dass sie an einer natürlichen Todesursache gestorben sein soll.

Im Kreis Euskirchen sind damit der Statistik zufolge weiterhin 26 Todesopfer der Hochwasserkatastrophe zu beklagen. Die Zahl der Menschen, die bei der Flut in ganz Nordrhein-Westfalen ihr Leben verloren, beträgt damit nach bisherigen Erkenntnissen weiterhin 47. Zwei Personen gelten noch als vermisst, wie die Kölner Polizei mitteilte.

16.12 Uhr: Dem Ordnungsamtsleiter aus Hagen platzt der Kragen „Wirklich ein großes Ärgernis“

Etliche illegale Schrottsammler hat das Ordnungsamt der Stadt Hagen nun schon gestoppt und stellt sich deswegen nun neu auf. Ordnungswidrigkeitsanzeigen wurden geschrieben. Auch gingen etliche Anzeigen und Platzverweise gegen Katastrophentouristen raus. „Es ist wirklich ein großes Ärgernis, was gerade in den stark vom Unwetter betroffenen Bereichen des Stadtgebietes passiert", so Martin Echterling, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes. „Es treten vermehrt illegale Schrottsammler auf, welche aus dem Leid der Menschen noch Profit schlagen wollen. Außerdem stören sie die vielen tollen Helfer, seien es nun Privatpersonen oder Firmen, bei den so wichtigen Aufräumarbeiten.“

Außerdem haben viele Menschen nichts Besseres im Sinn als ihren Sperrmüll bei der kostenlosen Sperrmüllabfuhr abzuladen, die eigentlich nur den vom Unwetter betroffenen Opfern zur Verfügung steht.

13.35 Uhr: NRW-Kabinett beschließt 200 Millionen Euro Soforthilfe für Flutopfer

In Nordrhein-Westfalen hat das Landeskabinett 200 Millionen Euro Soforthilfe für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe beschlossen. Der Bund habe zugesagt, die Summen der Länderhilfspakete jeweils zu verdoppeln, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Düsseldorf. Anträge könnten sofort gestellt werden. Soforthilfen gebe es für vier Gruppen: Privatbürger, Wirtschaft, Landwirte und Kommunen.

Für betroffene Bürger gebe es eine Starthilfe in Höhe von 1.500 Euro pro Haushalt, sagte der CDU/CSU-Kanzlerkandidat. Die Auszahlung erfolge unbürokratisch. Bedürftigkeits-, Vermögens- und Detailprüfungen werde es nicht geben. „Wir vertrauen den Bürgern, dass es keinen Missbrauch gibt. Entscheidend ist, dass das Geld schnell ankommt.“ Auf einem zweiseitigen Formular sei lediglich zu versichern, dass einem die Leistung zustehe und man keine andere Hilfsleistung empfangen habe.

Für jede unwettergeschädigte Betriebsstätte könnten Leistungen in Höhe von 5.000 Euro abgerufen werden. Für die Kommunen würden insgesamt 65 Millionen Euro bereitgestellt, sagte Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU). Laschet versicherte: „Wir werden soviel Geld bereitstellen, wie erforderlich ist.“

7.05 Uhr: OB von Hagen mit Klartext-Auftritt bei Lanz – sein Feuerwehrchef wurde sogar ausgelacht

Rund eine Woche nach der Hochwasser-Katastrophe war der Oberbürgermeister von Hagen, Erik. O. Schulz (parteilos), zu Gast bei Markus Lanz. Der Lokalpolitiker wurde in die ZDF-Sendung zugeschaltet und sprach Klartext über die Situation in seiner Stadt.

Auf die Frage, ob es Probleme in der Meldekette gab und seine Stadt die alarmierenden EFAS-Warnungen des europäischen Hochwasser-Warnsystems auch erhalten habe, erklärte Schulz: „Ich kann Ihnen nur sagen, dass mein Feuerwehrchef am Montag noch durchaus Lacher der Kolleginnen und Kollegen erntete, als er sagte, wir müssen uns vorbereiten.“

Der OB selber sei zu diesem Zeitpunkt noch im Urlaub gewesen, den er dann am Mittwoch abgebrochen habe. Seine Stadt jedenfalls sei einsatzbereit gewesen, es habe auch sofort einen Krisenstab gegeben und die Bundeswehr sei bereits ab 21 Uhr am Mittwoch im Einsatz gewesen in Hagen.

+++ Hochwasser: DIESE alarmierende Warnung erhielt die NRW-Landesregierung bereits einen Tag vor den Überflutungen +++

Dann sprach OB Schulz über die aktuelle Lage. Die größte Herausforderung sei es nun, den Müll aus der Stadt zu kriegen: „Die Menschen räumen ihren Sperrmüll aus den abgesoffenen Kellern auf die Straße“, berichtete Schulz bei Markus Lanz. Glücklicherweise werde Hagen von den Müllentsorgern der Nachbarkommunen unterstützt. „Unsere Jungs vom Entsorgungsbetrieb fahren morgen 5.30 Uhr bis abends 22 Uhr und entsorgen Sperrmüll aus den Stadtteilen“, so der Oberbürgermeister.

Bei einer ganzen Reihe von Häuser wundere er sich, „dass die noch stehen“. Viele Häuser seien „mannshoch vollgelaufen mit Lehm, Geröll und Schutt“. Die Zerstörungen seien „unendlich“ gewesen.

Derzeit sei er als Oberbürgermeister gefordert, die Infrastruktur wieder herzustellen. Angesichts dieser vorrangigen Frage hätten manche die prompte Diskussionen um den Klimawandel „in den falschen Hals bekommen“, sagt der OB. Für ihn ist der Zusammenhang aber ganz klar: „Wer angesichts dieser Bilder der vergangenen Woche den Klimawandel weiterhin leugnet, der muss sich irgendwann doch mal fragen lassen, ob man ihn noch ernst nehmen kann.“

Mittwoch, 21. Juli

22.47 Uhr: Trinkwasser in Euskirchen abkochen

Die Polizei hat nun unter anderem auch bei Twitter mitgeteilt, dass Trinkwasser im Bereich Euskirchen-Swisttal abgekocht werden soll. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnt mit der Warnstufe „extreme Gefahr“. Erstmalig wurden mikrobiologische Abweichungen in aktuellen Proben festgestellt.

Die Abweichungen seien in aktuellen Proben im Bereich des Wasserversorgungsverbandes Euskirchen-Swisttal (WES) festgestellt worden, teilte die Stadt am Mittwoch auf ihrer Internetseite mit. Betroffen seien alle Euskirchener Ortsteile außer Frauenberg, Oberwichterich, Elsig, Wißkirchen und Euenheim.

Bei mikrobiologischen Abweichungen von der Trinkwasserverordnung kann es um Krankheitserreger in zu großen Konzentrationen gehen.

„Lassen Sie das Wasser einmalig sprudelnd aufkochen und dann langsam über mindestens 10 Minuten abkühlen“, hieß es. Die von Kaffeemaschinen entwickelte Temperatur sei dafür nicht ausreichend. Und: „Sollte keine Möglichkeit zum Abkochen bestehen, wenden Sie sich bitte an die zentralen Trinkwasserstellen in den Ortsteilen der Stadt Euskirchen.“

21.10 Uhr: Blessemer dürfen zurück in ihre Häuser - zumindest ein paar Stunden

Bei einem freigelegten Rohr im von der Hochwasserkatastrophe besonders stark betroffenen Stadtteil Blessem in Erftstadt handelt es sich nicht um eine unterirdische Flussleitung. Darauf weist der Kreis Rhein-Erft-Kreis am Mittwochabend per Mitteilung hin.

Der Kreis reagiert damit auf Gerüchte in den Sozialen Medien, bei denen Fotos eines freigelegten Rohres mit dem Hinweis veröffentlicht wurden, an der Katastrophe sei der unterirdische Flusslauf schuld. „Es handelt sich um einen Mischwasserkanal mit einem Durchmesser von 1,20 Metern. Er gehört zur städtischen Kanalisation und dient der Wasserableitung“, heißt in der Mitteilung.

Die Zuständigkeit liege bei der Stadt Erftstadt und der Bezirksregierung Köln. „Es handelt sich hier somit nicht um einen unterirdischen verrohrten Fluss.“

Und noch eine gute Nachricht: Die Blessemer dürfen zurück in ihre Häuser, um zumindest einige persönliche Dinge herausholen zu können. Landrat Rock erklärte hierzu: „Den Betroffenen wird nun am morgigen Donnerstag die Möglichkeit eröffnet, ihre Wohnungen und Häuser aufzusuchen. Für die Menschen vor Ort ist diese Maßnahme von überragender Bedeutung.“

Das für Blessem ausgesprochene Betretungsverbot wird – mit Ausnahme des 100 Meter Radius – für die morgige Maßnahme aufgehoben.

18.50 Uhr: Essen richtet Härtefallfonds für sozialschwache Familien ein

Die Stadt Essen richtet einen Härtefallfonds für einkommensschwache Familien und Haushalte ein. Über den Fonds kann seit dem 21. Juli unbürokratisch eine finanzielle Hilfe beantragt werden. Insbesondere sollen damit Dinge des täglichen Lebens wiederbeschafft werden, die durch das Hochwasser der vergangenen Tage beschädigt oder unbrauchbar wurden und dringend ersetzt werden müssen.

Vom Hochwasser bzw. Starkregen betroffene Haushalte, die im Leistungsbezug des Amtes für Soziales und Wohnen stehen, können sich mit dem Antrag direkt an ihre jeweilige Leistungs-Sachbearbeitung wenden.

Kunden und Kundinnen des Jobcenters Essen wenden sich bitte per Mail an das Postfach starkregen@jobcenter.essen.de.

Einkommensschwache Haushalte, die einen Kindergeldzuschlag erhalten oder Wohngeld beziehen, können ihren Antrag wie folgt stellen:

  • Per E-Mail an Starkregen@sozialamt.essen.de.
  • Persönlich im Kundencenter des Sozialamtes, Steubenstraße 53, Eingang Ecke Manteuffelstraße. Dazu muss der letzte Bescheid über den Kindergeldzuschlag bzw. Wohngeld vorgelegt werden.

16.30 Uhr: Geröll und Müll könnten erneut für Überflutung sorgen

Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) rechnet bei zeitnahen Niederschlägen weiterhin mit einer Überflutungsgefahr der Gewässer.


An den Straßenrändern türmen sich meterhoch zerstörte Haushaltsgegenstände, Autowracks sowie Geröll, Schlamm und Treibgut.

Gleiches gilt für viele der 270 Fluss- und Bachläufe in Hagen. Der Vorstand des WBH schätzt, dass rund 100.000 Tonnen Geröll, Schlamm und Baumstämme in diesen Gewässern liegen und somit Hindernisse für den Wasserlauf darstellen.

Um einen sicheren Wasserabfluss zu gewährleisten und ein erneutes Hochwasser zu verhindern, müssten diese umgehend beseitigt werden.

Aufgrund der enormen Menge an Treibgut und sogenanntem Geschiebe rechnet der WBH mit mehreren Wochen bis hin zu Monaten, bis die normalen Abflussbedingungen wiederhergestellt sind. Solange ist von einer erhöhten Hochwassergefahr auch bei kleineren Niederschlägen auszugehen.

Um die Gewässer so schnell wie möglich wieder in ihren normalen Zustand zu versetzen, hat der Wirtschaftsbetrieb Hagen seine Arbeitszeiten ausgeweitet und wird durch Freiwillige sowie beauftragte Firmen unterstützt. Der Vorstand des WBH hofft, im Oktober die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen zu haben, sodass von den Gewässern, auch bei höheren Wasserständen, keine Überflutungsgefahr mehr ausgeht.

15.20 Uhr: Zoll bietet ungewöhnliche Hochwasser-Hilfe an

Das Bundesfinanzministerium hat entschieden, dass die Zollverwaltung Betroffenen in den überfluteten Gebieten helfen und für die vom Zoll verwalteten Steuern geeignete Erleichterungen zusichern darf.

Betroffene sollen bitte sobald als möglich mit dem für sie zuständigen Hauptzollamt Kontakt aufnehmen. Das zutreffende Hauptzollamt ist auf www.zoll.de zu finden.

Es sind folgende steuerliche Erleichterungen möglich:

  • Stundung von fälligen oder bis zum 31. Oktober 2021 fällig werdenden Steuern
  • Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand bei Fristverletzungen
  • Absehen von der Festsetzung von Steuern bzw. Erlass aus Billigkeitsgründen im Falle nachweislicher Existenzgefährdung
  • Verzicht auf Verspätungszuschläge
  • Absehen von Vollstreckungsmaßnahmen bis 31. Januar 2022
  • keine steuerlichen Nachteile bei Verlust von steuerlich relevanten Unterlagen

13.50 Uhr: Keine Vermissten mehr im Rhein-Erft-Kreis

In dem massiv vom Hochwasser betroffenen Rhein-Erft-Kreis werden keine Menschen mehr wegen des Unwetters vermisst. Seit Dienstag seien fünf noch vermisste Menschen ermittelt worden, erklärte die Polizei am Mittwoch. Damit sei nach den bisherigen Erkenntnissen im Kreisgebiet niemand durch die Katastrophe ums Leben gekommen, und es gebe keine weiteren Vermissten. „Die Menschen sind den Umständen entsprechend wohlauf“, sagte Polizeisprecher Thomas Held.

Die Kölner Polizei konnte nach intensiver Suche weitere in den Hochwassergebieten vermisste Menschen ausfindig machen. Seit Dienstag seien zehn Menschen ermittelt worden, vier würden weiter vermisst, sagte ein Sprecher. Zwei Vermisste stammten aus dem Rhein-Sieg-Kreis, zwei aus dem Kreis Euskirchen. Am Dienstag hatte die Kölner Polizei die Zahl der Vermissten noch mit 14 angegeben.

Ein Polizeisprecher sagte, inzwischen seien die Handynetze wieder belastbarer, und die Lage sei übersichtlicher geworden. Aber die Suche nach Vermissten sei komplex. Dazu gehöre das Absuchen von Ufern und weggeschwemmten Autos, die Nachfrage im Wohnumfeld oder beim Arbeitgeber. Manchen Menschen hätten nicht gewusst, dass sie gesucht wurden.

13.18 Uhr: Polizei erwischt Schrottsammler aus Essen und Dortmund in Hagen

Nach dem Hochwasser in Hagen sind weiterhin illegale Schrottsammler in der Stadt unterwegs, die die aufgeschichteten Überreste der Flut durchwühlen, bei den Aufräumarbeiten stören und stellenweise noch mehr Unordnung anrichten. Der Polizei Hagen wurden in den vergangenen 24 Stunden knapp 30 Vorfälle gemeldet, bei denen Hagenerinnen und Hagener verdächtige Feststellungen gemacht hatten.

Unter anderem stellten die Polizisten im Laufe des Dienstagnachmittags Schrottsammler im Bereich Eckesey fest, die zu Fuß unterwegs waren. Die Beamten sprachen Platzverweise gegen eine Gruppe aus Essen und Dortmund aus und drohten bei Nichtbefolgung eine Ingewahrsamnahme an.

Beamte des Schwerpunktdienstes der Polizei Hagen wurden zudem bei ihren Kontrollen von Anwohnern auf einen schwarzen VW-Polo aufmerksam gemacht, dessen beide Insassen (Hagener im Alter von 21 und 23 Jahren) Fahrräder und Elektrogeräte eingeladen hatten. Die beiden wurden von der Polizei von einem Ende der Schillerstraße zum anderen Ende begleitet. Sie mussten die gesammelten Gegenstände auf dem Hof der HEB ordnungsgemäß entsorgen und erhielten eine Anzeige. Der Polo war zudem zur Fahndung ausgeschrieben und wurde zur Eigentumssicherung sichergestellt. (arn)

10.51 Uhr: Abkochgebot des Leitungswassers im Ruhrgebiet aufgehoben

Die Trinkwasserqualität in den Ruhrgebietsstädten Mülheim, Oberhausen und Bottrop ist wieder gesichert. Damit entfällt das von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) ausgesprochene Gebot, das Trinkwasser abzukochen.

Allerdings hat das Gesundheitsamt beschlossen, dass vorsorglich weiterhin das Leitungswasser mit Chlor desinfiziert wird.


Die Stadt Bottrop wird mittlerweile durch das Grundwasserwerk in Dorsten-Holsterhausen versorgt. Ausgenommen ist nur die Straße „Am Rhein-Herne-Kanal“ im Gewerbegebiet. Da es dadurch zu Veränderungen der Fließrichtung des Wassers gekommen ist, kann es passieren, dass sich das Wasser braun färbt. In diesem Fall rät die RWW, das Wasser einfach so lange laufen zu lassen, bis es wieder klar ist.

10.42 Uhr: WDR stellt sich negativer Kritik an Berichterstattung

Nachdem der WDR in den vergangenen Tagen für seine Berichterstattung über die Hochwasserkatastophe reichlich Kritik einstecken musste, hat der Sender nun Fehler eingeräumt:

„Wir teilen die Einschätzung, dass der WDR in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag noch umfangreicher hätte berichten müssen“, erklärte der Sender in einer Stellungnahme vom Dienstagabend. Laut Berichterstattung der Rheinischen Post und der Bild habe der Sender eingeräumt, dass angesichts der Lage eine Sondersendung des Radiosenders WDR2 die richtige Reaktion gewesen wäre. Stattdessen vermeldete der Radiosender die neuesten Meldungen zur Unwetterkatastrophe auf dem Spartensender WDR5.

Gleichzeitig betont der WDR allerdings, dass zum Beispiel das Studio in der besonders betroffenen Stadt Wuppertal selbst vom Hochwasser betroffen und daher nach 3 Uhr nachts nicht mehr sendefähig gewesen sei.

An anderer Stelle reagierte der Sender auf das Hochwasser: Im Radio habe man dann ab Mitternacht alle 15 Minuten auf WDR5 informiert, 1Live sendete die gesamte Nacht durch. Aktuelle Nachrichten und Sonderausgaben hätte es zudem im Internet gegeben, sowohl auf wdr.de als auch anderen digitalen Kanälen.

9.20 Uhr: Aktuelle Straßensperrungen bei Straßen.NRW

Die Aufräumarbeiten in NRW und Rheinland-Pfalz werden noch Wochen dauern. Besonders schlimm ist es dort, wo auch Straßen großflächig zerstört oder gesperrt sind. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW (Straßen.NRW) informiert ab sofort auf seiner Internetseite über die betroffenen Straßen und Straßenabschnitte. In Essen bleibt die L442 (Laupendahler Landstraße) zwischen Essen-Kettwig und Essen-Werden noch mindestens bis Freitag, 23. Juli, gesperrt. In Vlebert bleibt die L924 (Fellerstraße) zwischen Bonsfeldstraße und Elfringhauser Straße auf Weiteres gesperrt.

Besonders betroffen bleibt der Einzugsbereich Ville-Eifel. Hier sind nicht nur Straßen, sondern vor allem auch zahlreiche Brücken betroffen. In den Bereich fallen unter anderem Erftstadt, der Kreis Euskirchen und die Städteregion Aachen.

Welche Autobahnen von einer Sperrung betroffen sind, lässt sich HIER finden >>>

07.20 Uhr: Medizinische Grundversorgung in Gefahr?

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat sich mit Blick auf die Versorgung von Patienten in den westdeutschen Katastrophengebieten besorgt gezeigt. Wie es in einer Mitteilung vom Dienstag hieß, seien zahlreiche Arztpraxen in den betroffenen Regionen überschwemmt, nicht mehr arbeitsfähig oder sogar komplett zerstört. Niemand habe bisher ein komplettes Bild davon, wie stark die medizinische Grundversorgung zerstört sei, hieß es.

„Wir wissen derzeit von über 20 Arztpraxen alleine in Rheinland-Pfalz, die nicht mehr arbeitsfähig sind“, sagte Hans-Albert Gehle, Vorsitzender des Marburger Bundes in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, laut Mitteilung. Nicht von Hochwasser betroffene Praxen müssten Patienten in einer solchen Lage mitversorgen. Es sei zudem sinnvoll, wenn für chronisch Kranke und sonstige Patienten in Gemeinden und Stadtteilen provisorische „Not-Praxen“ sowie „Not-Apotheken“ aufgebaut würden.

Dienstag, 20. Juli

22.24 Uhr: Reul fordert Warnsirenen in allen NRW-Städten

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) spricht sich nach der Unwetter-Katastrophe dafür aus, dass alle Kommunen im Land mit Sirenen ausgestattet werden. „Mein Ziel ist es, dass sich alle 396 Kommunen mit Sirenen ausrüsten. Wir haben in der aktuellen Lage wieder die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen nicht über Warn-Apps zu erreichen sind. Eine Verpflichtung mittels Sirene zu warnen, gibt es allerdings nicht“, sagte Reul dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

In NRW seien inzwischen 5200 Sirenen einsatzbereit, sagte der Minister, dennoch reiche bislang eine Alarmierung per App. Das soll künftig anders werden: „Ich werde mich aber dafür einsetzen, dass die Sirenen, die vorhanden sind, im Ernstfall auch benutzt werden müssen. Wir werden damit leben müssen, dass uns in Zukunft häufiger gefährliche Unwetter drohen. Eine Sirenenwarnung wirkt vielleicht nicht modern, bewirkt aber die notwendige Aufmerksamkeit, die wir brauchen.“

Ein besonderes Warnsignal für Hochwasser brauche es nicht, sagte Reul, aber: „Wichtig ist, dass die Menschen das Signal für Katastrophen ernst nehmen. Wer den Heulton hört, muss sich im Radio, Fernsehen oder in den digitalen Medien über die Situation informieren.“

18.58 Uhr: Jörg Kachelmann schießt gegen Herbert Reul

Nachdem NRW-Innenminister Herbert Reul offiziell gesagt hat, dass „Naturkatastrophen nicht vorhergesagt werden können“, hat Meteorologe Jörg Kachelmann scharf gegen ihn geschossen.

Auf seinem Twitter-Kanal nannte der Reul einen „Lügner“.

Daraufhin reagierten viele Twitter-User mit gemischten Gefühlen und Meinungen.

18.54 Uhr: Zahl der Toten in NRW steigt auf 48

Die Zahl der Todesfälle nach der Unwetterkatastrophe ist in NRW um ein Opfer auf 48 gestiegen. Wie das Kölner Polizeipräsidium am Dienstag mitteilte, hat ein Leichenspürhund einen weiteren, noch nicht identifizierten Toten im Katastrophengebiet in Bad Münstereifel gefunden.

Mehr als 850 als vermisst gemeldete Menschen hätten die Ermittler mittlerweile telefonisch erreicht. Aktuell suche die Polizei noch nach 14 Menschen aus dem Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis und zwei aus dem Kreis Euskirchen, der in NRW die meisten Todesopfer nach dem Starkregen zu beklagen hat.

500 Polizisten seien im Einsatz, um neben der Vermisstensuche auch das Hab und Gut der von der Naturkatastrophe getroffenen Menschen in den Kreisen Rhein-Sieg und Euskirchen zu schützen.

In den Katastrophengebieten stellten die Einsatzkräfte vermehrt sogenannte Schrotthändler fest, die häufig glaubten, dass am Straßenrand trocknende Möbel Müll sein könnten und mitgenommen werden dürften. Dies werde jedoch in jedem Fall strafrechtlich verfolgt, warnte die Polizei.

17.18 Uhr: Ruhrbahn bietet kostenlose Tickets für Betroffene aus Essen und Mülheim an

Ruhrbahn-Geschäftsführer Michael Feller: „Für die vom Hochwasser Betroffenen sind diese Zeiten schwer genug. Viele stehen vor dem Nichts, viele haben durch die Wassermassen entlang der Ruhr auch ihre Mobilitäts-Möglichkeiten verloren. Mobil zu sein ist aber gerade jetzt wichtig - jetzt ist unkomplizierte Hilfe gefragt. Wir möchten die Menschen in ihrer Not unbürokratisch unterstützen.“

Ab Mittwoch, 21. Juli, können Menschen, die in Essen und Mülheim an der Ruhr vom Hochwasser betroffen sind und ihre Mobilitätsmöglichkeiten verloren haben, in den Kunden-Centern der Ruhrbahn ein Ticket1000, je Person des Haushaltes, abholen.

Dabei ist es unerheblich, welches motorisierte Fahrzeug den Fluten zum Opfer gefallen ist: ob Roller, Auto, Mofa oder Motorrad. Es genügt dabei die Vorlage eines Personalausweises und der Schadensmeldung der Polizei oder der Versicherung.

Für betroffene Familien reicht es aus, wenn eine volljährige Person des Haushaltes mit den Personalausweisen der Familienmitglieder und der Schadensmeldung ins KundenCenter kommt, um die Tickets für die gesamte Familie abzuholen.

Die Tickets sind gültig bis Ende August.

15.30 Uhr: Plünderer räumen von Hochwasser getroffenes Hotel aus

Unbekannte Einbrecher sind in ein vom Hochwasser geschädigtes Hotel in Gevelsberg (Ennepe-Ruhr-Kreis) eingebrochen. Die Täter durchsuchten in der Nacht zu Montag das Gebäude und entwendeten vor allem kleine Elektrogeräte wie Fernseher und Lautsprecher, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Wie viel die Einrecher stahlen, stand zunächst nicht fest, auch Hinweise auf die Täter gab es noch nicht. Die Feuerwehr musste zuvor nach einem schweren Wasserschaden die Hoteltür gewaltsam öffnen, um in die Keller zu gelangen.

14.21 Uhr: Laschet rechnet mit mehr Unwettern in der Zukunft

Mit Blick auf die Folgen des Klimawandels sagte Laschet: „Wir werden anerkennen müssen, dass in den nächsten Jahren solche Unwetter immer wieder passieren werden. Wahrscheinlich in größerer Häufigkeit und in größerer Intensität“.

Die entsprechenden Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel werden laut dem CDU-Kanzlerkandidaten „Milliarden beanspruchen“.

14.03 Uhr: Armin Laschet kündigt schnelle Hilfspakete an

„Man kann kaum Worte finden für Menschen, die das erlitten haben“, so NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Dienstag in Bad Münstereifel.

Auch Laschet kündigte schnelle und unbürokratische Hilfe an. Die Regierung soll schnell eine erste Soforthilfe bewilligen – und am Folgetag wolle das Land NRW den selben Betrag direkt noch einmal oben drauf legen.

Sachspenden seien bereits „genügend“ angekommen, jetzt werden Geldspenden gebraucht, so Laschet.

14.00 Uhr: Angela Merkel: „Werden Sie nicht nach kurzem vergessen“

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich bei ihrem Besuch in Bad Münstereifel am Dienstag betroffen. Die Schäden seien „erschreckend“, die Zustände „entsetzlich“. Teile der Stadt seien „so schwer getroffen, dass es einem wirklich die Sprache verschlägt“, so die Kanzlerin. „Das war ein Hochwasser, das unsere Vorstellungen sprengt.“

Merkel kündigte langfristige Hilfspakete an und versprach: „Wir werden Sie nicht nach kurzem vergessen“

13.57 Uhr: 400 Millionen Euro Hilfe für Flutopfer

Wie „Bild“ berichtet, plant die Bundesregierung einen 400-Millionen-Euro-Hilfspaket für die Flutopfer in NRW und Rheinland-Pfalz. Ein Entwurf des Finanz- und des Innenministeriums liege dem Blatt vor.

Die Abstimmung über das Papier dauere allerdings noch an. Ob es einen längerfristigen, milliardenschweren Wiederaufbaufonds soll später entschieden werden.

Die Soforthilfe sei laut Bild „zur unmittelbaren Beseitigung von Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur vor Ort sowie zur Überbrückung von Notlagen“ gedacht. Den 400 Millionen Euro sollen je zur Hälfte Bund und Länder finanzieren.

Angela Merkel kündigte am Dienstag „unbürokratische Soforthilfe“ an sowie eine Diskussion am Mittwoch im Bundestag über ein Hilfspaket. Das Geld solle schnell zu den Menschen kommen, die teils „nicht mehr haben als das, was sie am Leibe tragen.“

13.07 Uhr: Weiterhin Straßensperrungen in Hagen

Weiterhin sind einige Straßen im Hagener Stadtgebiet gesperrt. Zudem können nach wie vor einzelne Brücken nicht mehr befahren werden, weil sie entweder eingestürzt oder einsturzgefährdet sind. Folgende Bereiche sind noch betroffen:

  • Jägerstraße (gesperrt, da unterspült)
  • Osemundstraße (Asphalt aufgerissen, am Ende kein Durchkommen)
  • Everinghauser Straße (kleinere Sperstelle)

Betroffene Brücken:

  • Brücke Lücköge in Ordnung, kleinere Brücke zu einer Zufahrtsstraße dahinter eingestürzt
  • Brücke in der Rehbecke eingestürzt
  • Brücke Hasselstraße

Weil es jetzt schon öfter dazu gekommen ist, macht die Polizei noch einmal klar, dass telefonisch und auch über die offiziellen Social-Media-Kanäle keine individuellen Informationen zur Verkehrslage gegeben werden können. Dort werden aber natürlich die allgemeinen Informationen weiterhin veröffentlicht.

12.39 Uhr: Angela Merkel gemeinsam mit Armin Laschet in Bad Münstereifel

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Dienstag in Bad Münstereifel angekommen. Zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) macht sich Merkel ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zum Auftakt führte die Kanzlerin Gespräche mit dem Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers, und Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian.

Der Ort im Kreis Euskirchen ist von dem Unwetter der vergangenen Tage heftig betroffen. Merkel spricht anschließend mit Helferinnen und Helfern. Nach einem Treffen mit betroffenen Bürgern steht ein Gang durch das Gebiet auf dem Programm.

12.25 Uhr: Schon wieder Diebestouren im Katastrophengebiet! Polizei in Altena in erhöhter Alarmbereitschaft

Schon wieder haben es Plünderer auf Altena abgesehen. Die Polizei musste auch am Montagabend wieder einen verdächtigen Pritschenwagen auf dem Plettenberger Oesterweg anhalten. Auf der Ladefläche fielen ihnen zwölf verdreckte/schlammige Fahrräder, ein Tretroller und Stühle ins Auge. Die jungen Fahrer (20 bis 28 Jahre alt) gaben sogar an, diese in Altena eingesammelt zu haben. Eine Erlaubnis hatten sie dafür aber nicht.

Die Gegenstände und Fahrzeuge wurden also sichergestellt und die Männer kassierten eine Anzeige wegen Diebstahls sowie Verstößen gegen die Gewerbeordnung. Mehr zu den schockierenden Vorfällen an Plünderungen kannst du hier nachlesen >>>

11.52 Uhr: „Weiße Flotte“ in Mülheim muss Fahrten absagen

Die „Weiße Flotte“ in Mülheim wendet sich nach der Flut-Katastrophe mit einer schlechten Nachricht an die Passagiere. Hier mehr.

09.23 Uhr: Landwirt aus Rees hilft bei Aufräumarbeiten - jetzt klagt er an

In der aktuellen Stunde beim WDR in Niederrhein erzählt Landwirt Daniel von Ophuysen aus Rees (Niederrhein), was er bei den Aufräumarbeiten schon alles erlebt hat.

Er ist der Meinung, dass man in den Medien nur THW, Feuerwehr und Bundeswehr sehe. Aber er könne aus erster Hand berichten, dass Bauern und andere kleine Firmen alleine gelassen werden und mit den Treckern aufgeräumt werde. „Es werden Leichen da rausgeholt, es werden mit dem Bagger Leichen ausgegraben, das machen die Bauern. Da ist kein Seelsorfer. Da kommt keiner der fragt: Geht's euch gut oder braucht ihr irgendwas?“

Weiter meint er: „Wir kennen so was nicht. Wir sind für so was nicht geschult, das müssen eigentlich andere Leute machen.“ Und außerdem habe er keine Unterstützung bekommen: „Es sind Privatleute und alles kleine Firmen auf eigene Kosten. Wir werden da mit allem stehengelassen.“

08.18 Uhr: Hinweis der Bezirksregierung Köln an alle Helfer

Die Aufräumarbeiten im schwer getroffenen Gebiet rund um Erftstadt gehen weiter. Wie WDR2 berichtet, können die Menschen vielleicht kurz in ihre Häuser, um ein paar Habseligkeiten zu holen oder den Schaden zu sichten. Doch zuvor müssen Statiker prüfen, ob von dem möglichen weiteren Erdrutsch keine Gefahr mehr ausgeht.

Derweil hat die Bezirksregierung Köln auch noch einen wichtigen Hinweis an alle Helfer: „ Die im Wasser und Schlamm enthaltenen Krankheitserreger können über Hand-Mundkontakt und durch offene Wunden in den Körper gelangen und infektiöse Erkrankungen verursachen. Deshalb muss eine sorgfältige Händehygiene eingehalten werden.“

Kinder sollten deshalb auch nicht im Schlamm oder Überschwemmungswasser spielen. Die Sorge vor einer Ausbreitung des Coronavirus ist zudem hoch. In Rheinland-Pfalz wurde in Krisengebieten deshalb nun schon eine Sonderimpfaktion angekündigt.

06.21 Uhr: Landesregierung richtet Spendenkonto ein

Die Landesregierung in NRW hat nun ein Spendenkonto für alle Kreise und Städte in Nordrhein-Westfalen eingerichtet, die nach den schweren Katastrophenschäden nun dringend Hilfe benötigen.

Das Spendenkonto ist erreichbar unter:

  • Empfänger: NRW hilft
  • IBAN: DE05 3702 0500 0005 0905 05
  • Bank für Sozialwirtschaft

06.01 Uhr: Angela Merkel kommt nach Bad Münstereifel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht sich an diesem Dienstag (11.55 Uhr) ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kommt sie nach Bad Münstereifel. Der Ort im Kreis Euskirchen ist von dem Unwetter der vergangenen Tage heftig betroffen. Merkel spricht mit Vertretern von Hilfsorganisationen sowie Helferinnen und Helfern. Nach einem Treffen mit betroffenen Bürgern steht ein Gang durch das Gebiet auf dem Programm.

Montag, 19. Juli

22.48 Uhr: Weiter Störungen bei der Bahn und auf Straßen

Aufgrund des Hochwassers kommt es in NRW weiterhin zu Änderungen bei der Deutschen Bahn und Sperrungen auf Autobahnen. Diese Änderungen gibt es bei Zügen:

  • Der Abschnitt Dortmund - Hagen - Wuppertal wird eingeschränkt von Fernverkehrszügen befahren. Zwischen Wuppertal und Köln müssen die IC-/ICE-Züge umgeleitet werden. Sie verspäten sich um etwa 30 Minuten. Der Halt in Solingen Hbf entfällt
  • Bei den ICE-Zügen Berlin - Hannover - Hamm(Westf) - Düsseldorf/Köln entfällt die Zugteilung in Hamm(Westf). Die Züge fahren mit beiden Zugteilen weiter nach Düsseldorf bzw. Köln. Die Halte in Hagen Hbf und Wuppertal Hbf entfallen.
  • Die Strecke Dortmund - Essen - Düsseldorf - Köln ist mit Einschränkungen befahrbar. Teilweise kommt es zu Verspätungen und/oder Zug- bzw. Haltausfällen.
  • Die IC-Züge Norddeich Mole – Münster (W) – Köln – Koblenz fallen zwischen Köln Hbf und Koblenz Hbf aus. Ab Dienstag fahren die Züge wieder auf dem gesamten Laufweg zwischen Norddeich Mole und Koblenz.
  • Am Dienstag fallen die IC-Züge Köln – Dortmund – Hannover – Magdeburg – Leipzig – Dresden zwischen Köln und Dortmund aus.


Auf den Autobahnen in NRW gibt es weiterhin Sperrungen. Die A1 zwischen dem Kreuz Köln-West und dem Dreieck Erfttal sowie die A61 zwischen dem Kreuz Kerpen und dem Kreuz Meckenheim könnten noch Monatelang gesperrt bleiben.

Auch viele Bundes- und Landstraßen in NRW sind gesperrt. Im Ruhrgebiet zum Beispiel betroffen sind:

  • L442 (Laupendahler Landstraße) in Essen zwischen E-Kettwig und –Werden. Aufräumarbeiten nach Überspülung durch die Ruhr
  • L924 (Fellerstraße) zwischen Bonsfelderstraße und Effringhauser Straße, Fahrbahn wurde durch das Hochwasser beschädigt, Straße bis auf weiteres gesperrt

Im Rhein-Berg-Kreis:

  • L129, Abs. 4 in Lindlar, gesperrt, Bankette komplett ausgespült
  • L216, Abs. 1 km 0 bis 1.281 (zw. Müngsten und Gockelshütte), gesperrt, Unterhöhlung
  • L353 Langenfeld Richrath: Rad-/Gehweg ist gesperrt, Straße z.Zt. nicht gesperrt, größere Baumaßnahmen nötig
  • L407 Vollsperrung, Solingen-Unterburg wg. Straßenschäden lange gesperrt
  • B237/ K5 Stadtbereich Hückeswagen, Ladestraße gesperrt, muss gereinigt werden, Öl auf der Straße
  • K38 Abs.2 zwischen Keppler Mühle und Abzweig K 24, Unterspülungen,
  • K47 Kaltenbach – Ründeroth wegen Unterspülung vermutlich mehrere Wochen gesperrt

Ennepe-Ruhr-Kreis:

  • L925 Hattingen, Vollsperrung wegen Überschwemmung
  • L701 Hagen-Priorei, Vollsperrung, Fahrbahn weggespült
  • L701 Hagen, Baken am Rand wegen unterspülter Bankette
  • L675 Wetter bis Herdecke, Vollsperrung wegen Erdrutsch
  • L651 Hattingen-Bredenscheid, nur eingeschränkter Verkehr mit Baken
  • K4 Witten, Vollsperrung

Am Montag tagte eine Taskforce, um die Situation um kaputte Straßen, Brücken und Gleise zu besprechen. Im Bundesverkehrsministerium kamen Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) und Vertreter der Deutschen Bahn und der Autobahngesellschaft des Bundes zusammen. Wie groß der Schaden insgesamt ist, soll zusammengefasst werden. Das Bundeskabinett will am Mittwoch über Bundeshilfen für die Hochwasser-Katastrophengebiete entscheiden.

Scheuer hatte gesagt, das endgültige Ausmaß der Infrastrukturschäden nach den Hochwassern werde erst nach weiteren Räumungsarbeiten zu beurteilen sein. „Wenn an der Ahr von 35 Brücken wohl 20 zerstört sind, dann kann man jetzt schon die Riesenaufgabe, die vor uns steht, erahnen“, hatte er der „Passauer Neuen Presse“ und dem „Donaukurier“ gesagt. Allein auf der Rhein-Ahr-Bahn seien sieben Brücken und 27 Kilometer Gleisanlagen durch das Hochwasser zerstört worden.

22.03 Uhr: Plünderungen und Gaffer

In NRW zieht das Hochwasser Gaffer und Plünderer magisch an. Eine Übersicht über einige Vorfälle findest du hier <<<

21.32 Uhr: Muss ich das Wasser immer noch abkochen?

Vergangene Woche teilten die Wasserwerke RWW mit, dass viele Einwohner ihr Trinkwasser abkochen sollen. Durch das Hochwasser wurde auch das Trinkwasser verunreinigt. Flusswasser inklusive Keime sind unser Wasser gelangt. Vor allem Kleinkinder und Kranke sollten nicht mit dem Wasser in Kontakt kommen.

Wie die „WAZ“ berichtet, sollen die Menschen das Trinkwasser auch weiterhin kochen lassen, bevor sie es verwenden. Die Stadt Oberhausen können derzeit noch nicht sagen, wann wieder unbedenkliches Wasser aus dem Hahn komme.

Es wird empfohlen das Wasser drei Minuten lang im Topf oder anderen Geräten sprudeln zu lassen. Das gilt für Menschen in Mülheim sowie für Einwohner in Teilen von Oberhausen, südlich und nördlich der A42 oder nördlich A42 und westlich der A516/A3 sowie in Bottrop.

Abgekocht werden soll das Wasser, wenn:

  • Du es trinken möchtest
  • Lebensmittel abwäschst
  • es deinem Haustier geben willst (vorher abkühlen lassen)
  • du dir damit die Zähne putzen willst
  • daraus Eiswürfel machst

Duschen ist für gesunde Erwachsene ohne Bedenken möglich. Auch kannst du mit dem Wasser dein Geschirr spülen und deine Wäsche waschen.

Kaffeemaschinen, bei denen das Wasser auf mindestens 82°C erhitz wird, können mit Leitungswasser genutzt werden. Sonst vorher abkochen.

19.36 Uhr: Grüne fordern Aufstellung von Sirenen

Die Grünen in NRW fordern, als Konsequenz des Hochwassers wieder Sirenen zur Warnung der Bevölkerung aufzustellen. „Es ist dringend notwendig, das System der Warnsirenen wieder aufzubauen“, sagte die Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag, Verena Schäffer, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Das funktioniert natürlich nur, wenn die Bürger darüber aufgeklärt werden, welcher Warnton wie zu verstehen und wie darauf zu reagieren ist.“

Da es künftig wegen des Klimawandels häufiger Extremwetterereignisse geben werde, „müssen wir über Konsequenzen für den Katastrophenschutz diskutieren, dazu gehören unter anderem verpflichtende Katastrophenschutzbedarfspläne für die Städte und Kreise“. Vor den Überflutungen hätten die Unwetterwarnungen rechtzeitig vorgelegen. Es stelle sich die Frage, „wann genau das NRW-Innenministerium von den Unwetterwarnungen wusste und mit welchem Nachdruck es die Städte und Kreise als Katastrophenschutzbehörden zum Handeln aufgefordert hat“.

17.53 Uhr: Reul nimmt Behörden in Schutz

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) nimmt die örtlichen Behörden in Schutz: Sie hätten vor der Flutkatastrophe gut reagiert und viele Ortschaften evakuiert. Allerdings hätten viele Bürger die nahende Katastrophe nicht ernst genommen. In der Unwetterkatastrophe haben die Städte und Kreise aus Sicht des NRW-Innenministers gut reagiert. „Die Entscheidungen vor Ort sind richtig getroffen worden“, sagte Herbert Reul am Montag in Düsseldorf. „Ich kenne keinen Fall, wo auf Grund zu später Evakuierung Schaden entstanden ist.“ Ein größeres Problem sei mehrfach gewesen, dass Menschen Warnungen nicht ernst genommen hätten und ihr Haus nicht verlassen wollten.

Reul sagte: „Das allergrößte Problem ist nicht, dass irgendeiner an irgendeiner Stelle mal irgendwas falsch oder zu wenig gewarnt hat. Sondern ich glaube, die Befindlichkeit bei uns ist: Wir leben in einer heilen Industriewelt, einer Superwelt – und uns kann nichts passieren. Katastrophen finden irgendwo anders statt. Die gucken wir uns im Fernsehen an.“ Die Kreise und Städte seien grundsätzlich zuständig für die Schutzmaßnahmen, sagte Reul. „Das ist ein scharfer Grundrechtseingriff, Leute von ihrem Grund und Boden zu vertreiben.“ Dies werde daher vor Ort sehr gründlich abgewogen.

Reul versprach, das Vorgehen der staatlichen Stellen „schonungslos und ehrlich“ aufzuklären. Dazu sei aber jetzt nicht die Zeit. Zur Kritik am Katastrophenschutz sagte Reul: „Das Wesen von Katastrophen ist, dass sie nicht vorhersehbar sind.“ Das gelte erst recht für Naturkatastrophen.
Tatsache sei, dass NRW seit 2018 wieder in Sirenen investiert habe. Dafür sei ihm von einigen nicht unmaßgeblichen Leuten „ein mittlerer Schuss“ attestiert worden. „Wir brauchen solche Dinger“, sagte Reul.

Die Stadt Hagen – die als eine der ersten vom Hochwasser betroffen war – bestätigte am Montag unterdessen den Eingang der amtlichen Warnungen zum Auftakt der vergangenen Woche (12. Juli). Daraufhin habe die Feuerwehr noch am Vormittag mit einer „erhöhten Ansprechbarkeit des Führungsstabes“ reagiert. Als sich in der Nacht zu Dienstag die Wetterlage bestätigte, sei Stadtalarm für alle Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr ausgelöst worden.
Um 0.30 Uhr sei die Bevölkerung sowohl mit Sirenen als auch mit einer ersten Warnung über die App Nina gewarnt worden. Verbreitet wurde etwa die Aufforderung, sich in höhere Stockwerke zu begeben. Auch auf Werbetafeln im Stadtgebiet sei informiert worden. Ein Krisenstab sei noch in der Nacht um drei Uhr einberufen worden.

Aus Sicht von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat Hagen durch vorausschauendes Handeln der Verantwortlichen eine größere Katastrophe verhindert. Das betonte Laschet bei seinem Besuch in der stark von Hochwasser und Erdrutschen betroffenen Ruhrgebietsstadt am vergangenen Donnerstag. In Hagen seien schon Vorbereitungen für den Krisenstab getroffen worden, als noch die Sonne schien, sagte der CDU-Bundesvorsitzende.
Zum Thema Wiederaufbau sagte Reul am Montag: „Die Möglichkeiten, die die Landesregierung hat, werden wir alle nutzen - 100 Prozent versprochen“, sagte Reul am Montag in Düsseldorf. Er schilderte einen Besuch im besonders stark vom Unwetter getroffenen Erftstadt und die außerordentliche Hilfsbereitschaft unzähliger Menschen. „Diese Gesellschaft ist viel besser als wir sie darstellen.“ Er appellierte an die Menschen, keine Risiken einzugehen, um Haustiere oder ihren Besitz zu schützen.

16.40 Uhr: Nach Unwetter noch rund 30.000 Menschen im Westen ohne Strom

Im Westen Deutschlands waren nach dem verheerenden Unwetter der vergangenen Woche auch am Montagmittag noch rund 30.000 Menschen im Gebiet des Versorgers Westnetz ohne Strom. Die genaue Zahl der Betroffenen sei aufgrund der enormen Zerstörungen und Evakuierungen nur sehr schwer zu ermitteln, teilte der Westnetz-Mutterkonzern Eon mit. Der Konzern ist dabei, Mitarbeiter, Notstromaggregate und anderes technisches Gerät aus anderen Regionen in die Krisengebiete zu transportieren, um bei der Bewältigung der Krise zu helfen

15.36 Uhr: Herbert Reul besucht Erftstadt

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat sich am Montag ein Bild der Lage in Erftstadt-Blessem gemacht. Er hat unter anderem auf einer Brücke über die B265 gestoppt. Dort waren zahlreiche Autos von den Fluten eingeschlossen worden. Reuls Besuch war vorher nicht offiziell gemacht worden. Einem zufällig anwesenden Team der dpa sagte Reul, er sei „sprachlos“ angesichts der Zerstörung. Nun gehe es darum, alles wieder zügig aufzubauen.

14.32 Uhr: Entwarnung aus Mülheim - Pegelstand der Ruhr sinkt

Auch aus Mülheim kann der Krisenstab nun eine Entwarnung senden. Der Pegelstand der Ruhr geht zurück. Die Aufräumarbeiten können beginnen.

„Das Wasser ist nicht weiter angestiegen, die Deiche haben gehalten. Alle Einsatzkräfte der Mülheimer Feuerwehr, unterstützt durch Kolleg*innen aus Nachbarstädten und zahlreiche Hilfsorganisationen, der Stadtverwaltung und ihrer Beteiligungsgesellschaften hatten die Hochwasserlage und die Sicherheit der Bürger*innen jederzeit im Griff. Gott sei Dank hat es in Mülheim nur materielle Schäden gegeben, es gab keine Verletzten oder Toten,“ resümmiert Feuerwehrchef Sven Werner.

13.42 Uhr: Polizei Hagen informiert über Sperrungen und gefundene Nummernschilder

Nach dem schweren Unwetter in der vergangenen Woche sind weiterhin einige Straßen im Hagener Stadtgebiet gesperrt, teilte die Polizei am Montagmittag mit. Betroffen sind:

  • Jägerstraße (gesperrt, da unterspült)
  • Bachstraße / Minervastraße (gesperrt)
  • Osemundstraße (Asphalt aufgerissen, am Ende kein Durchkommen)

Zudem können nach wie vor einzelne Brücken nicht mehr befahren werden, weil sie entweder eingestürzt oder einsturzgefährdet sind:

  • Brücke Lücköge in Ordnung, Fußgängerbrücke dahinter eingestürzt
  • Brücke in der Rehbecke eingestürzt
  • Brücke Hasselstraße

In vier Polizeiwachen sind zudem rund 80 Nummernschilder gesammelt oder abgegeben worden. Unter der 02331/986-0 können Betroffene erfahren, ob ihr vermisstes Kennzeichen abholbereit vorliegt.

13.12 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer mit Armin Laschet an der Steinbachtalsperre

Bundesinnenminister Horst Seehofer ist am Montag nach Euskirchen gereist, um sich gemeinsam mit Ministerpräsident Armin Laschet ein Bild von der Steinbachtalsperre zu machen, an der es erst vor wenigen Stunden eine Entwarnung gab. Der Wasserpegel sinkt langsam.

13.09 Uhr: Bezirksregierung Köln mit dringendem Hinweis

Die Bezirksregierung Köln hat für Erftstadt eine Hotline geschaltet, bei der sich Angehörige melden können, wenn sie jemanden vermissen. Doch aktuell sind die Leitungen überlastet, weil viele Menschen anrufen, um zu sagen, dass sie in Sicherheit seien. Bitte diese Hotline nur in Notfällen nutzen, warnt die Regierung.

13.01 Uhr: NRW-Innenministerium habe Umwetterwarnungen an Kreise und Städte weitergeleitet

Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat nach eigener Darstellung in der vergangenen Woche Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) an die Städte und Kreise weitergeleitet. Grundsätzlich gelte im Katastrophenschutz aber ein Örtlichkeitsprinzip, so dass über Schutzmaßnahmen vor Ort zu entscheiden sei, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Am vorigen Mittwoch sei im NRW-Innenministerium ein Koordinationsstab gebildet worden. Dort berieten seitdem Fachleute aus dem eigenen Haus mit weiteren Experten - etwa aus dem Umweltministerium, der Bundeswehr, Bundespolizei oder den Feuerwehren - permanent über die Lage. Rund um die Uhr sei dort auch eine Kontaktperson zu erreichen, sagte der Sprecher. Diese Koordinierungsgruppe sei aber kein Krisenstab, welcher von der Landesregierung unter Beteiligung sämtlicher Ressorts eingerichtet werden müsste, um dann in regelmäßigen Sitzungen zentral die Lage im Land abzuarbeiten.

12.50 Uhr: DRK schlägt wegen der Notlage Alarm – „Seit längerem gravierend“

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) benötigt dringend Blutspenden. Die Situation sei schon seit längerem gravierend. Doch jetzt nach der Unwetter-Katastrophe werde wieder viel Blut gebraucht. Die Mitarbeiter des DRK schlagen Alarm: „Wegen des geringen Blutspendeaufkommens können die Anforderungen der Kliniken über bestimmte Blutgruppen nur noch zur Hälfte erfüllt werden“, so das DRK.

Du möchtest Blut spenden? Alle Infos und Termine findest du hier.

12.35 Uhr: Etliche Straßen nach Unwettern gesperrt - ein Überblick:

Straßen.NRW hat nun einen Überblick gegeben, welche Straßen nach der Unwetter-Katastrophe nun gesperrt sind. Hier die Sperrungen im Ruhrgebiet, im Rhein-Berg-Kreis und von Brückensperrungen:

In Zuständigkeit der Regionalniederlassung Ruhr gibt es aktuell folgende Vollsperrungen:

  • L62 (Mintarder Straße) in Mülheim an der Ruhr zwischen B1 (Kölner Straße) und Kahlenbergsweg
  • L442 (Laupendahler Landstraße) in Essen zwischen E-Kettwig und –Werden, Überspülung durch die Ruhr
  • L924 (Fellerstraße) zwischen Bonsfelderstraße und Effringhauser Straße, wegen Unterspülung der Böschung

In Zuständigkeit der Regionalniederlassung Rhein-Berg gibt es aktuell folgende Vollsperrungen und Behinderungen:

  • L58 Dürscheid, Vollsperrung nach Hangrutsch, noch übers WE gesperrt
  • L 97 zwischen Kaiserau und Abzweig L 98 Berghausen, Überschwemmung
  • L 101 Vollsperrung Rad-Gehweg zw. Altenberg und Schöllerhof, komplette Verschlammung, wird voraussichtlich am Abend frei
  • L 129 in Lindlar, gesperrt
  • L193 Rheinpromenade in Königswinter (Rheinpegel)
  • L193 weiter südlich in Höhe „Am Steinchen“ (Rheinpegel)
  • L216, zw. Müngsten und L415, bleibt länger gesperrt, Unterhöhlung
  • L 284 zwischen Abzweig L 129 und Heibach, Überschwemmung
  • L284 Cleefhaus bleibt übers WE gesperrt, Aggerverband muss neuen Bachlauf anlegen
  • L288 Leverkusen Schlebusch – überfluteter Rad- / Gehweg, wird voraussichtlich am 17.7. frei
  • L 296 Odenthal- Höffe, LSA geregelte Verkehrsführung wg. Schaden am BW, wird ab Montag erledigt, BZ 1 Woche
  • L 299 zwischen Unterheiligenhoven und Vellingen, Überschwemmung
  • L 302 zwischen Neuremscheid und Kaiserau, Unterspülung der Fahrbahn
  • L353 Langenfeld Richrath: Rad-/Gehweg ist gesperrt, Straße z.Zt. nicht gesperrt, größere Baumaßnahmen nötig
  • L 359 Leichlingen-Balken – Vollsperrung Hangrutsch / Verschlammung
  • L 407 Vollsperrung, Solingen-Unterburg wg. Straßenschäden lange gesperrt
  • L 414 zwischen Dahlhausen und Beyenburg, Überschwemmung
  • L507 bei Herkenrath halbseitig gesperrt
  • B 42 im Bereich AS Rhöndorf in Bad Honnef
  • B 237/ K5 Stadtbereich Hückeswagen, Überschwemmung
  • K 38 zwischen Keppler Mühle und Abzweig K 24, Unterspülungen

Brückensperrungen:

  • L302 bei Felsenthal (bei Lindlar) – Unterspülungen, muss abgesichert werden: evtl. Vollsperrung
  • L403 Viehbach-Langenfeld – wird voraussichtlich am Abend
  • L427 Solingen, zurzeit gesperrt

Aktuelle Vollsperrungen und Behinderungen in der Zuständigkeit der Regionalniederlassung Ville-Eifel:

  • L 12 Hahnerstr. von Lammersdorf bis Mulartshütte
  • L 12 Mulartshütte in Richtung Venwegen, Brücke zerstört durch Hochwasser.
  • L 238 Mulartshütte – Zweifall
  • L103 Hürth-Gleuel zwischen A1-AS Gleuel und Berrenrath
  • L182 im Bereich Swisttal-Heimerzheim, Straßeneinbruch
  • L182 Euskirchen-Kessenich (Von-Binsfeld-Straße)
  • L103 Hürth-Knapsack (Industriestrasse)
  • L181 Zwischen Lommersum und Derkum (Weilerswist)
  • L493 bei Morenhoven
  • L113 zwischen Merzbach und Rheinbach, Brücke zerstört und unpassierbar
  • L119 zwischen Flamersheim und Rheinbach, Brücke zerstört und unpassierbar.
  • B56 Miel (Querung Swistbach), (Befahrbarkeit in Prüfung)
  • L238 Europatunnel Stolberg
  • B 258 Blankenheim - Landesgrenze
  • L 194 Eicherscheid - Bad Münstereifel
  • L 165 Eicherscheid - Schuld
  • L 234 Effelsberg - Bad Münstereifel
  • L 113 Mahlberg - Scheuren
  • L 497 Houverath
  • L 204 Ortslage Urft
  • L 22 Wiesen - Wildenburg
  • L 165 Nöthen - Bad Münstereifel
  • L 17 Reifferscheid - Kammerwald
  • L 194 Witscheiderhof - Kreuzung Arloff
  • L 279 Bedburg
  • L34 Bereich Köln-Müngersdorf (Militärringstraße)
  • L 183 Frechen
  • L136 Rurbrücke Jülich
  • B265 im Bereich Erftstadt (ergänzt 17.7.)

11.20 Uhr: Mitten bei Aufräumarbeiten muss die Polizei in Altena zahlreiche Diebe aufhalten

Altena wurde von der Überschwemmung schwer getroffen. Die Stadt im Sauerland wurde zunächst abgeriegelt. Doch wenig später machte sich Chaos in dem zerstörten Ort breit. Sei Freitag musste die Polizei 12 Mal ausrücken, weil sich Diebe über Schrott hermachten.

Sie hatten es an diversen Stellen auf Elektroschrott abgesehen. Einer von ihnen wollte eine Waschmaschine klauen. Dafür reisten die Diebe sogar aus dem Ruhrgebiet an, wie die Polizei berichtet. Die Plünderer durchwühlten Keller und trieben auch auf den in Mitleidenschaft gezogenen Straßen ihr Unwesen. Die Beamten fordern Bürger auf den Notruf zu wählen, sollten sie verdächtige Personen bemerken.

11.09 Uhr: Bundeswehr unterstützt nach Hochwasser-Katastrophe auch in Essen

Es ist das erste Mal, dass der Katastrophenschutz der Bundeswehr in Essen im Einsatz war und geholfen hat. Nachdem der Deilbach in Kupferdreh einen Tanklaster in die Tiefe riss und damit eine Brücke zum Einstürzen brachte, musste Hilfe her. Rund 30 Soldaten rückten an. Hier mehr lesen>>>

10.34 Uhr: Kreis Euskirchen gibt Entwarnung - Evakuierung zu Ende

Der Pegel der seit Tagen vom Hochwasser bedrohten Steinbachtalsperre hat nach Angaben des Rhein-Sieg-Kreises einen „unkritischen Wasserstand erreicht“. Damit bestehe akut keine Gefahr mehr, dass die Staumauer brechen könnte, teilte der Kreis am Montag mit. „Somit können die Evakuierungsmaßnahmen für Swisttal und Rheinbach aufgehoben werden.“

10.06 Uhr: Hochwasser wurde in Mülheim zur Gefahr - aber wo waren die Sirenen?

Die Ruhr trat auch in Mülheim über die Ufer, Bereiche nahe des Flusses mussten gesperrt werden. Doch warum warnten die Sirenen die Bevölkerung nicht vor der Gefahr? Hier mehr lesen >>>

08.26 Uhr: Abbruchkante in Erftstadt bleibt ein hohes Risiko

In dem vom Hochwasser besonders stark geschädigten Erftstadt bildet die Abbruchkante auch weiterhin ein Risiko. Zwar sei die Kiesgrube hinter dem Ortsteil Blessem weiträumig abgesperrt, sagte die Bürgermeisterin der nordrhein-westfälischen Gemeinde, Carolin Weitzel, am Montag im „Morgenmagazin“ von WDR 2. „Ein weiteres Nachrutschen von Erdmassen ist jedoch jederzeit möglich.“ Die betroffenen Stadtteile würden permanent mit Drohnen überwacht.

Gleichzeitig liefen geologische Untersuchungen. „Sobald der Ort als begehbar eingestuft wird, beginnen Prüfungen der Statik“, sagte Weitzel. Im Ortsteil Blessem besteht in der Nähe der Abbruchkante akute Lebensgefahr.

Unter Hochdruck und Einsatz sämtlicher verfügbarer Ressourcen laufe auch die Suche nach Vermissten, berichtete die Bürgermeisterin. Im Einsatz mit den Rettungskräften vor Ort seien Roboter, Sonargeräte, Drohnen und Suchhunde. Schwerpunktmäßig würden jetzt Liegenschaften in Blessem und die Bundesstraße 265 untersucht.

07.47 Uhr: Einsatzkräfte kämpfen nun gegen dieses Phänomen an

Sie wollen nur helfen, doch stehen dabei leider im Weg: Viele Menschen machen sich auf den Weg nach Euskirchen, um Sachspenden abzugeben. Doch die Zufahrtswege sind sowieso schon eng oder wegen anhaltender Gefahren gesperrt. Außerdem sind die Depots für Sachspenden nun voll. Die Stadt wisse nicht mehr, wohin mit neuen Sachen. Darüber berichten mehrere Medien. Wer spenden möchte, sollte lieber finanzielle Hilfe anbieten.

Außerdem sprach ein Feuerwehrmann bei WDR2 von vielen Sensationstouristen an der Steinbachtalsperre. Diese Menschen begehen eine Straftat und behindern damit die Einsatzkräfte.

07.09 Uhr: Pendler müssen am Montagmorgen Geduld mitbringen

Auch am Montagmorgen sind laut WDR2 noch 30 Linien von der Unwetter-Katastrophe in NRW betroffen. Du musst dich also auf Versätungen und Ausfälle einstellen. Einen Überblick über die gesperrten Strecken findest du bei der Deutschen Bahn hier >>>

Bei Twitter aktualisiert DB Regio im Minutentakt die Störungen im Zugverkehr. Demnach musst du unter anderem in Wuppertal, Hagen, Dortmund, Düsseldorf, Solingen, Bochum. Hier geht es zu den aktuellen Meldungen >>>

Auf den Straßen herrscht noch wenig Stau. 33 Kilometer in ganz NRW, laut WDR Verkehr. Die A1 ist demnach noch zwischen Kreis Köln-West und Erfttal in beide Richtungen gesperrt.

07.05 Uhr: Laschet warnt: „Ich bitte Sie: Bringen Sie sich nicht in Gefahr!“

Ministerpräsident Armin Laschet ist im WDR-Fernsehen erneut deutlich geworden: „Ich bitte Sie: Bringen Sie sich nicht in Gefahr!“, warnte er. Zudem versprach er schnelle finanzielle Hilfe, wurde aber auch deutlich, dass der Wiederaufbau Monate oder sogar Jahre dauern könne.

06.36 Uhr: Bergungsarbeiten in Erfstadt - keine Menschen in Fahrzeugen entdeckt

Auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt, wo mehr als 100 Fahrzeuge vom Hochwasser eingeschlossen waren, sind die Bergungsarbeiten vorangeschritten. Bis auf zwei Lastwagen seien bis zum Sonntagabend alle Fahrzeuge geborgen worden, teilte die Stadt in einem Facebook-Post mit. Menschen wurden bislang nicht in den Autos und Lastwagen entdeckt, wie die Stadt am Sonntag mitteilte.

Bis zu 800 Einsatzkräfte waren demnach am Sonntag in „unkritischen Straßenlagen“ weiter mit dem Abpumpen beschäftigt. Im Ortsteil Blessem besteht in der Nähe einer Abbruchkante akute Lebensgefahr. Die Behörden hatten ein Betretungsverbot ausgesprochen, bis eine Einschätzung zur Stabilität des Untergrunds vorliegt.

Jetzt wird die Stabilität des Bodens geprüft. Danach könnte geklärt werden, ob einige Menschen sicher in ihre Häuser zurückkehren könnten.

06.06 Uhr: Falschmeldung in Euskirchen - Bundespolizei fliegt in der Nacht über Talsperre

Mitten in der Nacht hat sich die Feuerwehr Euskirchen an die Bevölkerung gewandt, da die Falschmeldung die Runde machte, dass der Damm der Steinbachtalsperre gebrochen sei. Ein Hubschrauber der Bundespolizei flog also über dem Damm hinweg und konnte keine Risse feststellen. In der Aufnahme bei Facebook ist zudem zu sehen, dass der Pegel weiter fällt.

Im Tagesverlauf soll nun entschieden werden, ob es für einige Menschen Entwarnung gibt und sie zurück in ihre Häuser können.

Sonntag, 18. Juli

21.34 Uhr: Rathaus in Tel Aviv in Schwarz-Rot-Gold

Das Rathaus in Tel Aviv, einer der größten Städte Israels, leuchtete im Gedenken an die Flutopfer in Deutschland in den deutschen Landesfarben. Auch in Sarajevo soll nach Medienberichten das Rathaus angeleuchtet worden sein.

19:32 Uhr: Akute Lebensgefahr in Erftstadt

In Erftstadt-Blessem besteht nach Einschätzung von Experten in der Nähe einer Abbruchkante weiterhin akute Lebensgefahr. Das teilte Landrat Frank Rock nach einem Gespräch mit den Fachleuten vor Ort am Sonntag mit. Die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe in dem besonders betroffenen Stadtteil müsse weiterhin überprüft werden. Eine abschließende Einschätzung sei noch nicht möglich.

In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein. Der Ortsteil war evakuiert worden. Die Behörden sprachen ein Betretungsverbot aus.

17.30 Uhr: Scholz sichert schnelle HIlfe zu

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat schnelle Hilfe des Bundes für die Flutopfer in Deutschland versprochen. Man orientiere sich bei den Soforthilfen an der letzten Flut, also an etwa 400 Millionen Euro, sagte Scholz am Sonntag bei einem Besuch im bayerischen Hochwassergebiet in Schönau am Königssee. „Wir sind bereit, unseren Anteil zu leisten.“ Insgesamt bewegten sich die Ausgaben für die verheerenden Schäden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen allerdings im Milliarden-Bereich.

Angesichts des Klimawandels sei es besonders wichtig, dass Deutschland ein klimaneutrales Industrieland werde. Sonst würden die Menschen solche Katastrophen immer wieder treffen.

Scholz war mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Berchtesgadener Land, das am Wochenende von einem Hochwasser getroffen wurde. Zwei Menschen starben, mehr als 130 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

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(red mit dpa)