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LIVE-Blog Hitzewelle 2018: Städte verbieten Grillen +++ Rossmann muss Waren vernichten

Das Wetter zwang Rossmann, Lebensmittel zu vernichten
Das Wetter zwang Rossmann, Lebensmittel zu vernichten
Foto: dpa

Essen. Das Wetter in NRW bleibt stabil - und womöglich ist der vorläufige Höhepunkt der Hitzewelle am Donnerstag erreicht.

Bis zu 39 Grad heiß wird es in NRW, meldet der Deutsche Wetterdienst. Damit dürfte der Donnerstag der vorerst heißeste Tag des Jahres werden.

Tropisches Wetter während Hitzewelle in NRW

Seit Tagen schon brutzelt NRW in der Hitzewelle. Experten sprechen gar von tropischem Wetter.

Wetter: Wildtiere in Dortmund in Lebensgefahr

In Dortmund droht wegen der anhaltenden Hitze gar ein See umzukippen. Der Wasserstand des Sees im Romberpark war auf ein kritisches Niveau gefallen. Für die Tiere - vor allem Fische, Schildkröten und Amphibien - bestand Lebensgefahr, berichtet die Feuerwehr am Donnerstag.

Neun Kräfte des Löschzuges Hombruch der Freiwilligen Feuerwehr bauten eine Wasserversorgung von einem Hydranten zum See auf.

Mithilfe eines Wasserwerfers am Ufer soll der See mit Wasser gefüllt und mit Sauerstoff angereichert werden..

Die Feuerwehr Dortmund weist auf eine besondere Gefahr beim aktuellen Wetter hin: Autofahrer müssen besonders aufpassen. Denn der Innenraum von Autos kann sich bei der aktuellen Wetterlage so stark aufheizen, dass es zu Gesundheitsschäden der Insassen kommen kann.

Der Drogeriemarkt Rossmann musste sogar bereits Waren vernichten. Wie die „Neue Westfälische“ berichtet, musste ein Markt im ostwestfälischen Lübbecke der Hitze Tribut zollen. Der Laden hat keine Klimaanlage. „Leider ist es oft nicht so einfach, nachträglich eine Klimaanlage zu installieren“, gegenüber der Zeitung. Kommende Woche soll mithilfe eines Krans aber eine Klimaanlage installiert werden.

Wetter in Essen, Duisburg, Bochum: Mindestens 34 Grad Celsius

Für die nächsten Tage werden in Essen, Duisburg, Bochum, Gelsenkirchen, Mülheim und Dortmund Temperaturen von mindestens 34 bis 38 Grad erwartet. Nach einer Stunde in der prallen Sonne kann es laut Feuerwehr im Auto dann bis zu 64 Grad heiß werden.

Polizei und Feuerwehr mussten in den vergangenen Tagen immer wieder Haustiere oder gar Kinder aus verschlossenen aufgeheizten Autos retten. In Essen etwa hatten Eltern ihr elf Monate altes Kind allein im Auto gelassen. Die Polizei knackte die Autotür und nahm das Baby in Obhut.

„Wenn das Auto lange in der Sonne steht, kann man sich sogar Verbrennungen holen, wenn man das Armaturenbrett berührt“, sagt der Essener Mediziner Clemens Kill gegenüber DER WESTEN. Er ist Leiter des Zentrums für Notfallmedizin an der Uniklinik Essen.

Lebensgefahr für Kleinkinder im Auto

Durch die Frontscheibe könne sich der Innenraum so stark erhitzen, dass die Temperaturen dort 80 bis 100 Grad erreichen können, so Kill. Deshalb sei ein Sonnenschutz an der Scheibe sinnvoll.

Er warnt eindringlich: Kinder oder andere hilfsbedürftige Menschen sowie Tiere solle man keinesfalls allein im Auto lassen. „Auch nicht, wenn man nur mal eben zum Zigarettenautomat möchte“, sagt er. Denn das kann für Kleinkinder angesichts der Hitze lebensgefährlich sein.

Am Donnerstagvormittag wurde eine amtliche Warnung vor Hitze ausgegeben. Die Wetter-Warnung gilt am Donnerstag für diese Städte im Ruhrgebiet bzw. in NRW:

  • Duisburg
  • Essen
  • Düsseldorf
  • Dortmund
  • Bochum
  • Hagen

Diese Warnung wurde am Donnerstagnachmmitag noch einmal verlänergt. Sie gilt nun bis Freitag, 19 Uhr.

Hitzewelle: Starkregen und Gewitter möglich

Von der Eifel bis zum Niederrhein kann es am Donnerstag zu Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen geben.

Auch am Freitag bleibt es richtig heiß, erneut steigt die Temperatur auf bis zu 39 Grad an.

So schützt du deinen Hund vor der Sommerhitze
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Am Samstag kann es dann Schauer und Gewitter geben, die Temperaturen sinken auf 26 bis 34 Grad.

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Wegen der langanhaltenden Hitze und Trockenheit kam es in den vergangenen Tagen immer wieder zu ungewöhnlichen Flächenbränden.

Flächenbrände durch die Hitze in NRW

In Bochum brannte am Dienstag eine Hecke auf einer Fläche von 35 Metern. Das Feuer drohte auf benachbarte Gebäude überzuspringen. Rolläden und Fensterscheiben an dem Wohnhaus wurden durch die enorme Hitze beschädigt.

In Mülheim musste die Feuerwehr einen Flächenbrand auf einer Wiese an der Raffelbergbrücke löschen. 3000 Quadratmeter der Fläche standen in Flammen. Die Einsatzkräfte fanden einen Holzkohlegrill, der auf der völlig ausgetrockneten Wiese benutzt worden war - vermutlich lag hier auch die Brandursache. Zum Glück hatte die Feuerwehr den Brand schnell unter Kontrolle.

Badespaß im Tierheim: Hitze macht Hund und Co. zu schaffen
Badespaß im Tierheim: Hitze macht Hund und Co. zu schaffen

Am Montag brannte in Iserlohn im Sauerland ein rund siebeneinhalb Hektar großes abgeerntetes Getreidefeld. Das entspricht einer Fläche von zehn Fußballfeldern.

Feuer in Bochum

In Bochum geriet ein Trecker in Brand und entzündete ein drei Hektar großes Stoppelfeld, wie die Feuerwehr mitteilte. Stroh- und Stoppelfeldbrände gab es auch in Gangelt (Kreis Heinsberg), Kevelaer (Kreis Kleve), Alsdorf bei Aachen, Neukirchen-Vluyn (Kreis Wesel), Düsseldorf und Höxter. In Stolberg bei Aachen gab es auch einen kleineren Waldbrand.

Waldbrandgefahr: Zweithöchste Warnstufe

In den Wäldern herrscht erhöhte Waldbrandgefahr. Für weite Landesteile gilt Gefahrenstufe vier - von fünf möglichen. Unter anderem in Lippstadt und Werl gilt ab Donnerstagnachmittag sogar die höchste Gefahrenstufe. Förster Matthias Klar vom Forststützpunkt Emscherbruch des Regionalverbandes Ruhr in Gelsenkirchen appelliert an die Bürger, keine brennenden Zigarettenstummel an den Wegesrand zu werfen. „Die Pflanzen sind pulvertrocken und dann noch der Wind. Nachts gibt es im Moment keine Taubildung.“

Ein Feuer könne sich da ganz schnell entzünden. Auch die Stadt Düsseldorf warnt: „Selbst achtlos weggeworfene Zigarettenasche oder ein Grillabend am Waldrand können bei der derzeitigen Witterung verheerende Folgen haben, wenn sich daraus ein unkontrolliertes Feuer entwickelt.“

Auch die Feuerwehr Essen warnt eindringlich. „Die Gefahr von Wald- und Flächenbränden ist riesig, die Grafiken des DWD veranschaulichen das recht eindrucksvoll“, schreibt die Feuerwehr bei Facebook:

„Verzichten Sie aufs Grillen!“

Auch die Stadt Düsseldorf warnt eindringlich davor, keinesfalls auf Grünflächen zu grillen. Das gelte angesichts des Wetters und der anhaltenden Trockenheit auch für solche Flächen, auf denen das Grillen normalerweise erlaubt oder geduldet ist.

"Die Situation verschärft sich mit jedem Tag anhaltender Trockenheit. Bereits ein kleiner Funke, der zum Beispiel beim Anzünden eines Grills oder von Kohleresten überspringen kann, kann einen unkontrollierten Brand auf der Fläche oder in den Gebüschen auslösen. Von daher lautet unserer dringender Appell: Verzichten Sie aufs Grillen in öffentlichen Anlagen und achten Sie noch mehr darauf, dass kein Feuer, zum Beispiel auch durch eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe, entsteht", sagt Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies.

Grillverbot in Bottrop

In Bottrop müssen Menschen auf das Grillen auf öffentlichen Grünflächen ganz verzichten. In den öffentlichen Grünanlagen ist das Grillen ohnehin untersagt, teilt die Stadt Bottrop mit. Aufgrund des derzeitigen Wetters spricht die Stadt jetzt aber auch für den Grillplatz bei Bischofssondern ein Verbot aus. Am Grillplatz werden nun Verbotsschilder angebracht, die Stadt wird den Bereich kontrollieren.

Der Landwirtschaft macht die anhaltende Trockenheit zu schaffen. Der Deutsche Bauernverband rechnet mit Milliardenschäden durch die Hitze, berichtet die Rheinische Post. "Die Lage ist ernst", sagte Verbandpräsident Joachim Rukwied dem Blatt. Es seien erhebliche Ernteausfälle zu befürchten.

Polizei Wuppertal hilft mit Wasserwerfern aus

Auch Wälder und Grünflächen in den Städten leiden. Unter anderem die Stadt Essen hat ihre Bürger aufgerufen, Bäume in der Umgebung zu gießen.

In Wuppertal wässert die Polizei in Kooperation Bäume in den Stadtwäldern gar mit Wasserwerfern. „Die Stadt hat in einer Liste Orte aufgeführt, an denen besonders dringend Wasser vonnöten ist“, so eine Sprecherin der Polizei.

Asphaltierer in Essen: „Gefühlt 500 Grad heiß“

In manchen Berufen ist die Hitze ganz besonders unerträglich. Frank Porsch und seine Kollegen etwa dürften wohl den heißesten Job in ganz Essen haben.

Der Bauarbeiter und seine Kollegen asphaltieren derzeit eine Unterführung zum Essener Hauptbahnhofs - am bislang heißesten Tag des Jahres.

„Der Asphalt ist 210 Grad heiß“, erklärt Porsch. Bei ihm und seinen Kollegen ist es gefühlt noch heißer. „Gefühlt ist es 500 Grad“, scherzt er. Was hilft bei der Hitze? „Nur viel, viel Trinken“, sagt er und schippt die nächste Ladung Asphalt in den Schubkarren.

Starkregen und Unwetter: Coesfeld unter Wasser

In einigen NRW-Städten gab es am Mittwoch heftige Unwetter.

Starkregen hat in der Stadt Coesfeld im westlichen Münsterland am Mittwochabend an vielen Stellen Sachschäden angerichtet. "Es hat ein Unwetter gegeben über der Stadt Coesfeld", berichtete ein Sprecher der Feuerwehr.

140 Einsatzstellen

Mehrere Keller seien vollgelaufen und mehrere Bäume umgestürzt. Ein Altenheim sei zeitweise ohne Strom gewesen. Von Verletzten war der Feuerwehr zunächst nichts bekannt.

Etwa 140 Einsatzstellen wurden verzeichnet. Schwerpunkt sei das Stadtzentrum von Coesfeld gewesen. Der Feuerwehrsprecher berichtete von etwa 120 Einsatzkräften vor Ort. Die ersten Meldungen seien kurz nach 17.30 Uhr eingegangen. Die "Westfälischen Nachrichten" hatten über das Unwetter online berichtet.

Kostenloses Eis und Trinkwasser in Bielefeld

Nette Geste in Bielefeld: Mitarbeiter der Stadtwerke verteilen in der Innenstadt gratis Trinkwasser an einer Wasser-Bar am Jahnplatz.

Am Donnerstag sowie am 2. August wird es außerdem kostenloses Eis in den Bielefelder Freibädern geben.

Das hilft bei der Hitze:

  • Sorge für ausreichende Getränkevorräte und trinke mindestens zwei bis drei Liter am Tag. Ideal sind Mineralwasser oder verdünnte Fruchtsäfte.
  • Decke deinen Mineralverlust, zum Beispiel durch salzhaltige Lebensmittel.
  • Wenn du im Freien arbeitest oder Sport treibst, tue dies möglichst in den frühen Morgenstunden oder am Abend.
  • Trage lockere Kleidung.
  • Bei Aufenthalt im Freien solltest du zum Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung eine leichte Kopfbedeckung tragen. Achte auch darauf, dass insbesondere Kinder sich nicht dauerhaft in der Sonne aufhalten. (pen/js/ms/dpa)
 
 

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