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Hier können Sie am Wochenende in NRW die Sternschnuppen sehen

Ein Perseiden-Schwarm erfüllt Wünsche: In den beiden kommenden Nächte sind zahlreiche Sternschnuppen am Himmel über NRW unterwegs. Meteorologen sagen eine klare Sicht voraus. Eine Astronomin erklärt, wo und wann die Sternschnuppen besonders gut zu beobachten sind.

Bochum. 

Endlich die große Liebe treffen, Glück für den liebsten Fußballverein oder Erfolg in der wichtigen Prüfung: Ein paar Wünsche könnten sich an diesem Wochenende erfüllen – zumindest laut Volksglauben. Denn in den beiden kommenden Nächten sollen besonders viele Sternschnuppen zu beobachten sein.

In jedem Jahr ist um den jetzigen Zeitraum herum ein Perseiden-Schwarm unterwegs. „Vereinfacht gesagt kreuzt die Erde die Abgasspur eines Kometen“, erklärt Nicole Sehrig, pädagogische Mitarbeiterin der Bochumer IUZ-Sternwarte. „Dadurch gelangen Staubteilchen in die Atmosphäre, und wir können mehr Sternschnuppen sehen als normalerweise.“

Sternschnuppen sind nach Mitternacht am besten zu sehen

Ihren Höhepunkt sollen die Lichterscheinungen in der Nacht von Samstag auf Sonntag erreichen. Am besten sind sie in östlicher Richtung zu sehen. „Der Perseus geht im Osten auf“, erläutert Nicole Sehrig. „Und diese Sternschnuppen kommen aus dem Zentrum des Perseus-Sternbildes.“ Daher stammt auch der Name des Perseiden-Schwarms. Vergleichbare Ströme sind das ganze Jahr über unterwegs, und immer werden sie nach ihrem Sternbild benannt.

An diesem Wochenende können Sternschnuppen überall am Himmel auftauchen. Ab 23 Uhr lohnt es sich, Ausschau zu halten, noch mehr nach Mitternacht. „Am besten sieht man sie mit dem bloßen Auge“, empfiehlt Astronomin Nicole Sehrig.

Sie rät Sternsuchern, einen möglichst dunklen Ort aufzusuchen. „Dort kann man es sich gemütlich machen, mit einer Decke oder Isomatte. Und dann einfach eine Viertelstunde eine Region am Nachthimmel im Auge behalten, das dürfte reichen.“

Bäume schirmen das Licht für Sternsucher gut ab

Einen solchen Ort zu finden, stellt allerdings in einem so riesigen Ballungsraum wie dem Ruhrgebiet durchaus ein Problem dar. Denn Licht brennt so gut wie überall – sei es Straßenbeleuchtung oder beleuchtete Industrieanlagen. „Lichtverschmutzung“ nennen die Fachleute dies. Die sorge dafür, dass im Ruhrgebiet nur ein kleiner Teil des Himmelsspektakels vernünftig beobachtet werden kann.

„Am besten sucht man sich einen Ort mit viel Baumbestand und einer Lichtung“, rät daher der Vorsitzende der Rudolf-Römer-Sternwarte in Duisburg-Rheinhausen. Dicht bewachsene Stellen schirmen das Licht ab, damit die Pupillen sich weit öffnen können. „Manchmal hilft es aber auch schon, sich hinter einen großen Busch zu hocken“, ergänzt Hembach.

„Es kann nicht schaden, sich etwas zu wünschen“

Auch die Mitarbeiter von Sternwarten finden Sternschnuppen übrigens faszinierend. „Für uns sind solche Schwärme ein guter Anlass, die Menschen für Astronomie zu begeistern“, sagt Nicole Sehrig. „Es gibt viel Halbwissen über Sternschnuppen.

Viele Menschen würden etwa glauben, es handle sich um verglühende Sterne oder Kometen. Tatsächlich sind Sternschnuppen kleine Meteore oder, wenn sie bis auf die Erde fallen, Meteoriten.

In jedem Fall berühren die Schnuppen, die wie kleine Blitze am Himmel aufleuchten, viele Menschen emotional. Astronomen sehen die Begeisterung zwar mit einem kleinen Augenzwinkern. Aber auch Nicole Sehrig meint: „Es kann ja nicht schaden, sich etwas zu wünschen.“