Herne

Herne: Nach Kobra-Drama – wer muss jetzt den Einsatz zahlen?

Die Geschichte um die Kobra aus Herne nimmt noch lange kein Ende. (Symbolfoto)
Die Geschichte um die Kobra aus Herne nimmt noch lange kein Ende. (Symbolfoto)
Foto: imago images / Panthermedia

Herne. Fast eine Woche lang beschäftigte eine ausgebüxte Monokelkobra in Herne die Bewohner, Behörden und teilweise sogar überregionale Medien. Am 26. August wurde die Schlange in einem Hausflur gesichtet – und verschwand dann spurlos wieder.

Schnell wurde vermutet, dass die Schlange einem Bewohner des Hauses gehörte. Immerhin wurden in seiner Wohnung 22 Schlangen gefunden – drei davon waren ebenfalls hochgiftige Monokelkobras.

Herne: Das Drama um die Schlange nimmt kein Ende

Am 30. August dann endlich die Entwarnung: Die Schlange wurde eingefangen und einem Experten übergeben. Doch eine Frage bleibt: Wer kommt für die Kosten des tagelangen Einsatzes auf?

+++ Hier kannst du den ganzen Verlauf des Einsatzes nachlesen +++

Die Summe wird auf einen mittleren fünfstelligen Bereich geschätzt. Für die Stadt Herne ist klar: Der mutmaßliche Halter muss die Kosten übernehmen. Nun sollen Fotos klären, ob die Schlange aus seinem Besitz stammt.

Mutmaßlicher Besitzer streitet alles ab

Der betroffene Mieter bestreitet allerdings nach wie vor, dass es sich um eine seiner Schlangen handelt. Wie die Stadt am Dienstag in einer Pressemitteilung mitteilte, ist man sich dort jedoch „absolut sicher, dass der Schlangenhalter voll verantwortlich“ für alles Geschehene ist.

Allein die Tatsache, dass es im weiteren Umfeld keinen weiteren Schlangenhalter gibt, macht es für die Stadt schwer zu glauben, dass die Monokelkobra zufällig ausgerechnet in diesem Haus gefunden wurde.

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Fotos sollen für Aufklärung sorgen

Der Bewohner zeigt sich in der Aufklärung des Falls allerdings höchst unkooperativ. Er verweigere weiterhin eine Begehung seiner Wohnung, wodurch mit möglichen DNA-Proben nachgewiesen, oder widerlegt, werden könnte, dass die Schlange aus seinem Besitz stammt.

+++ Wie einfach ist es, eine Giftschlange in NRW zu kaufen? +++

Daher wird nun versucht, die Identität der gefangenen Schlange mithilfe von vorhandenen Bildern zu klären.

Experten könnten den Fall nun lösen

Im Juni gab es eine Kontrolle in der Wohnung des Mannes, bei welcher auch Fotos von den Schlangen des Mannes geschossen wurden.

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Das ist eine Monokelkobra:

  • Sie gehört zu den Giftnattern
  • Die Schlange erreicht eine Länge von 100 bis 150 Zentimetern, maximal wird sie 230 Zentimeter lang
  • Beheimatet sind die Schlangen in Südostasien
  • Sie sorgt jährlich für Todesfälle
  • Nach einem Biss kann der Tod zwischen wenigen Minuten (bei einem allergischen Schock) oder nach 17 bis 24 Stunden eintreten

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Für Laien mögen Schlangen vielleicht alle gleich aussehen. Experten können anhand von Unterschieden oder Gemeinsamkeiten aber feststellen, ob es sich bei einer der fotografierten Schlangen um die Geflohene handelt, wie Pressesprecher Christoph Hüsken im Gespräch mit DER WESTEN versichern konnte.

Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wurde angestoßen

Die Aufklärung der Verantwortlichkeit ist nach wie vor schwierig. Einerseits verweigert der verdächtige Schlangenbesitzer nach wie vor die Kooperation, andererseits besitzt die Stadt keine Rechtsgrundlage für eine zwangsweise Durchsuchung der Wohnung.

Der Fachbereich „Öffentliche Ordnung“ hat nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren angestoßen. Dem Schlangenhalter soll der unsachgemäße Umgang mit gefährlichen Tieren geahndet werden.

Das könnte ein erster Erfolg für die Stadt Herne sein – und gleichzeitig enorme Kosten für den Bewohner bedeuten. (db)

 
 

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