Düsseldorf

Herbert Reul: NRW-Innenminister vergleicht Clans mit Hambacher Forst-Aktivisten: „Das ist doch das Gleiche“

NRW-Innenminister Herbert Reul hat einen bemerkenswerten Vergleich zwischen Clans und Aktivisten aus dem Hambacher Forst gezogen. (Archivbild)
NRW-Innenminister Herbert Reul hat einen bemerkenswerten Vergleich zwischen Clans und Aktivisten aus dem Hambacher Forst gezogen. (Archivbild)
Foto: IMAGO / Revierfoto

Düsseldorf. Herbert Reul hat in einem Interview mit einem CDU-Landtagskandidaten aus Konstanz tiefe Einblicke in seine Philosophie gegeben.

Der NRW-Innenminister verglich dabei auch kriminelle Clans mit Aktivisten aus dem Hambacher Forst. Herbert Reul sieht bei den Gruppen eindeutige Parallelen.

Herbert Reul: Clan-Vergleich beginnt mit Corona

Eigentlich wollte Herbert Reul seinen Parteikollegen Levin Eisenmann vor Ort bei seinem Wahlkampf in Konstanz unterstützen. Doch wegen Corona fand das Gespräch virtuell statt.

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Der Pandemie kann der NRW-Innenminister aber auch etwas Gutes abgewinnen. Reul habe den Eindruck, dass Menschen wieder bereit seien, Verantwortung zu übernehmen. Als Beispiel nennt er Ehrenamtliche, die für Nachbarn einkaufen oder im Hinterhof musizieren. „Den Leuten fällt so wahnsinnig viel auf. Das ist toll“, so der CDU-Politiker.

Außerdem lobt er, dass der Großteil der Gesellschaft die unangenehmen Spielregeln der Pandemie anerkennen würden. Und damit ist der NRW-Innenminister bei seinem Thema.

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Herbert Reul hofft auf Lehre aus der Pandemie

Wenn die Menschen diese Lehre aus der Pandemie ziehen würde, dass man sich an Regeln zu halten habe, dann sei sein persönliches Ziel und das der CDU erreicht.

Er stellt klar, dass für ihn das Zusammenleben der Menschen nicht nach dem Prinzip funktioniert: „Jeder macht, wat er will.“ Stattdessen seien Gesetze verabschiedet worden und für deren Einhaltung unter anderem die Polizei zuständig. An dieser Stelle leitet Herbert Reul zu Clans über.

Herbert Reul vergleicht Clans mit Hambacher Forst-Aktivisten

Denn nach Ansicht des NRW-Innenministers werde die Arbeit der Sicherheitsbehörden mit zweierlei Maß gemessen. Als Herbert Reul ankündigte gegen kriminelle Clans im Ruhrgebiet vorzugehen, hätten alle Beifall geklatscht.

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„Ich kann doch nicht zulassen, dass irgendwelche Menschen - egal ob Deutsche oder Ausländer, Jungen oder Frauen, egal wer, den Anspruch erheben, sie bestimmen, was Recht ist und was nicht.“ Im Falle der Clans würde das Recht der Familie über das des Staates gestellt und somit „unser Zusammenleben torpediert.“

Dann der Schwenk zu den Vorfällen im Hambacher Forst. Herbert Reul spricht von Linksextremen: „Die bauen Hütten ohne Baugenehmigung, ohne Berücksichtigung von Brandschutzvorschriften. Die gehen mit Gewalt gegen Polizisten vor. Und da hab ich einfach gedacht: 'Das ist doch das Gleiche'.“

Auch hier müssten sich doch die Menschen an Regeln halten. Doch die Debatte sei anders geführt worden, weil landesweit viele mit den Zielen der Aktivisten sympathisiert hätten: Die Erhaltung des Waldes. Mehr dazu hier >>>

Herbert Reul warnt: „Dann geht es drunter und drüber“

Herbert Reul dazu: „Wenn Menschen den Anspruch haben, dass dann, wenn sie was Gutes verfolgen, sie auch Regeln brechen dürfen, dann kannst du den Laden schließen. Dann geht es drunter und drüber.“

Damit stattdessen der Staat seine Regeln durchsetzen könne, sei es nach Auffassung des NRW-Innenministers unumgänglich, Sicherheitsbehörden und die Polizei mit Gesetzen und bester Ausstattung zu unterstützen. (ak)