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Hartz 4 in NRW: Familienvater hat nur 17 Euro im Monat zum Leben – Amt weist Schuld von sich

Das ist Hartz IV

Seit das Arbeitslosengeld II 2005 eingeführt wurde, wird es im Volksmund Hartz IV genannt. Doch woher kommt der Name?

Wer Hartz 4 empfängt, hat es verdammt schwer. Erst recht in diesen harten Zeiten mit hoher Inflation und steigenden Preisen. Doch jetzt hat ein Mann aus Lünen (NRW) ein echtes Problem: Denn seit vier Wochen wartet er auf das Geld vom Jobcenter. Dabei habe der Empfänger von Hartz 4 und Vater von drei Kindern schon am 6. Juli die nötigen Unterlagen für seinen Antrag eingereicht, sagt er.

Doch das Amt sieht das ganz anders!

Hartz 4 in NRW: Familienvater hat nur 17 Euro im Monat zum Leben

Gegenüber den „Ruhr Nachrichten“ erzählt der Lüner: „Wir haben der Mitarbeiterin vom Jobcenter direkt gesagt, dass wir Ende des Monats Geld brauchen“. Die Dame habe ihm eine Bearbeitungsdauer von zwei Wochen bestätigt, doch bis heute ist das Geld nicht auf dem Konto. Dabei hätte er sogar ein Lob von der Mitarbeiterin erhalten, weil der Antrag vollständig gewesen sei.

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Das ist Hartz 4:

  • „Hartz 4“ heißt eigentlich Arbeitslosengeld II (ALG II)
  • Es wurde zum 1. Januar 2005 eingeführt, ist die Grundsicherungsleistung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte
  • soll Empfängern ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht
  • kann durch zulässige Sanktionen gekürzt oder ganz gestrichen werden
  • gesetzliche Grundlage für das ALG II bildet das Zweite Buch Sozialgesetzbuch

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Nach drei Wochen hätte er sich wieder ans Jobcenter gewandt. Dort sei der Antrag laut Langer noch immer in Bearbeitung. Der 46-Jährige: „Wir haben wie alle anderen Leute finanzielle Verpflichtungen zum Monatsanfang, ich muss die Zahnspangen meiner Kinder bezahlen.“ Gerade mal 17 Euro hatte er da noch im Geldbeutel.

Hartz 4 in NRW: Jobcenter sieht Schuld beim Empfänger

Verständnis beim Jobcenter? Schön wär’s! Der Familienvater weiter: „Mir wurden nur Lebensmittelgutscheine oder der Gang zur Tafel angeboten.“ Das würde für ihn nicht infrage kommen, zu groß sei die Demütigung.

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Eine Sprecherin des Jobcenter Kreis Unna erklärt gegenüber den „Ruhr Nachrichten“, dass es im Fall von Langer doch fehlende Unterlagen gegeben hätte. Eine Aufforderung, Unterlagen nachzureichen, habe er aber nicht erhalten, wie er versichert.

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Jetzt hat er sein Konto überzogen und sich Geld bei Bekannten geliehen, damit er wenigstens Lebensmittel einkaufen und die Rechnungen begleichen könne. Immerhin: Inzwischen ist der Antrag laut „Ruhr Nachrichten“ bearbeitet. Bleibt zu hoffen, dass künftiger Ärger ausbleibt…

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Unter anderem sollen Menschen durch das 9-Euro-Ticket finanziell entlastet werden. Doch das vergünstigte Angebot der Deutschen Bahn hat zu überfüllten Bahnhöfen gesorgt. Jetzt droht erneutes Chaos (hier mehr dazu). (mg)