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Hamm: Nach brutaler Attacke auf Polizisten – Polizei mit wichtiger Bitte!

Hamm: Vier Polizisten wurden von einer Gruppe von zehn bis 15 Personen angegriffen und krankenhausreif geschlagen. (Symbolbild)
Hamm: Vier Polizisten wurden von einer Gruppe von zehn bis 15 Personen angegriffen und krankenhausreif geschlagen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Future Image

Hamm. In Hamm hat eine Gruppe von zehn bis 15 Personen vier Polizisten außerhalb ihrer Dienstzeit angegriffen. Die vier Beamten mussten anschließend im Krankenhaus behandelt werden. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Samstagabend mit. Zwei tatverdächtige sind wieder auf freiem Fuß.

Offenbar hatte ein 19-Jähriger, der die Schlägerei in Hamm anzettelte, seiner Meinung nach noch eine Rechnung mit einem der Polizisten offen. Er hatte die Polizisten auf einen „zurückliegenden dienstlichen Anlass“ angesprochen, wie der Dortmunder Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel am Samstagabend sagte. Genauere Angaben dazu machte er nicht.

Hamm: Nach brutaler Attacke auf Polizisten - Tatverdächtige entlassen

Auch am Sonntag konnte er auf Nachfrage von DER WESTEN noch nichts Genaues dazu sagen, weil er mit dem verletzten Polizisten noch nicht gesprochen hatte. Es muss eine „kleinere Geschichte“ sein, wie Schulte-Göbel sagte, weil bei den beiden Tatverdächtigen kein Gewaltdelikt bekannt sei.

Diese wurden nach einer sofortigen vorläufigen Festnahme noch am Samstagabend wieder entlassen, da „nicht genügend Beweismittel“ vorliegen, führt der Staatsanwalt weiter aus. Viele Zeugen machten unterschiedlichste Aussagen, sodass nicht sicher sei, ob diese beiden 19-Jährigen auf die Polizisten losgegangen seien.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Jetzt soll Material von Videokameras der Kneipen und Bars an der Hammer Meile ausgewertet werden, um den Schlägern auf die Spur zu kommen.

Hamm: Angriff auf Polizisten in zivil

Was war am Samstag passiert? Am frühen Samstagmorgen erkannte der 19-Jährige die Polizisten, die in zivil unterwegs waren, auf der Nassauer Straße in der Nähe der Hammer Meile wieder. Er sprach die Polizisten auf den Vorfall aus der Vergangenheit an.

Die Polizisten wiesen den jungen Mann zurück. Dieser entfernte sich, nur um wenige Minuten später mit einer Gruppe von zehn bis 15 Personen aufzukreuzen.

Polizist niedergeschlagen

Die Gruppe ging sofort auf die vier Polizisten los. Sie schlugen einen von ihnen zu Boden und traten ihm mehrmals gegen den Kopf.

Ein weiterer Polizist erlitt oberflächliche Schnittverletzungen am Bauch. Die anderen beiden trugen Prellungen sowie Schürf- und Platzwunden davon.

Hinzugerufene Einsatzkräfte drängten die Beteiligten auseinander.

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Zwei Polizisten bleiben im Krankenhaus

Die vier Polizisten wurden anschließend in ein Krankenhaus gefahren. Zwei konnten die Klinik nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Die anderen bleiben mussten auf Station bleiben. Am Sonntag teilte der Staatsanwalt mit, dass der Polizist mit den Schnittverletzungen die Klinik ebenfalls noch am Abend verlassen konnte. Sein Kollege musste mit einer Gehirnerschütterung in Behandlung bleiben.

„Lebensgefahr kann derzeit ausgeschlossen werden“, hieß es im Polizeibericht.

Mordkommission übernimmt die Ermittlungen

In der Nacht nahm die Polizei noch die beiden 19 Jahre alte Tatverdächtige aus Hamm fest, die nun wieder auf freiem Fuß sind.

Eine Mordkommission habe die Ermittlungen aufgenommen.

„Wir verurteilen diesen Vorfall scharf“

Am Samstagabend meldete sich auch der Polizeipräsident aus Hamm, Erich Sievert, zu Wort: „Innenminister Herbert Reul und ich verurteilen diesen Vorfall scharf. Wir werden alles dafür tun, den Sachverhalt und die Hintergründe der Tat lückenlos aufzuklären. Es ist nicht zu dulden, dass Polizeibeamte in ihrer Freizeit aufgrund ihres Berufes angegriffen werden. Innenminister Reul und ich wünschen den Beamten von Herzen gute Besserung.“

Polizeigewerkschaft: Gewalt gegen Polizisten erreiche unerträgliches Niveau

Am Sonntagabend hat sich auch die Polizeigewerkschaft NRW zu der brutalen Attacke geäußert. Der Landesvorsitzende Erich Rettinghaus dazu: „Diese Tat ist auf das Schärfste zu verurteilen und stellt den Gipfel der stetig steigenden Übergriffe auf Polizeibeamte und Rettungskräfte dar“.

Weiter meint er, dass die Gewalt gegen Polizisten mittlerweile ein „unerträgliches Niveau“ erreicht habe. Er fordert neben einer lückenlosen Aufklärung auch mögliche Höchstrafen anzuwenden bei „derartigen Angriffen“.

Die Polizei sucht nach der Auseinandersetzung nach Zeugen. Wer die Geschehnisse beobachtet hat oder Hinweise geben kann, soll sich bei der Dortmunder Kriminalwache unter 0231-1327441 melden. Auch um vorhandenes Bild- und Videomaterial bittet die Polizei. (vh, js)

 
 

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