Hambacher Forst erneut besetzt

Düren.  Vier Monate nach der Räumung eines Protestcamps im Hambacher Forst bei Düren haben Aktivisten den Wald nach eigenen Angaben wieder besetzt. Sie protestieren damit gegen die Zerstörung des Waldes durch den fortschreitenden Tagebau Hambach. „Der Widerstand wird weiter wachsen, und in diesem Jahr werden wir die angedrohten Fällungen im Oktober verhindern“, kündigten die Tagebaugegner gestern an.

„Eine widerrechtliche Aktion“

Es gebe ein Baumhaus, sagte der Dürener Polizeisprecher Ralf Meurer. „Inwieweit man von einer Besetzung sprechen kann, sei dahingestellt.“ RWE-Sprecher Lothar Lambertz sagte: „Das ist eine widerrechtliche Aktion, die werden wir nicht dulden.“ Der Konzern hat bereits die Ordnungsbehörden eingeschaltet. Die Polizei hatte das erste Camp im November in einem Großeinsatz geräumt. 500 Polizisten und viele technische Experten waren im Einsatz.

Nach Angaben der Aktivisten gibt es mehrere Plattformen in den Bäumen, eine Hütte werde am Boden errichtet. Die Neubesetzung werde einen Anlaufpunkt schaffen für den Erfahrungsaustausch mit Menschen aus den angrenzenden Orten. Die Bürgerinitiative „Buirer für Buir“ kündigte an, die Aktivisten mit alltäglichen Dingen des Lebens zu unterstützen.

„Derzeit werden keine polizeilichen Maßnahmen durchgeführt“, sagte Meurer. Es werde geprüft, ob und inwieweit Straftaten begangen wurden. Die Aktivisten hatten nach der ersten Räumung eine private Wiese nahe des Hambacher Forsts besetzt. Der Eigentümer hatte das geduldet.

 
 

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