Düsseldorf

Brandanschlag auf Firma in Düsseldorf: „Dachtet ihr wirklich, dass wir uns nicht rächen werden?“

War der Brandanschlag in Düsseldorf politisch motiviert?
War der Brandanschlag in Düsseldorf politisch motiviert?
Foto: Montage: DER WESTEN / Patrick Schüller & dpa

Düsseldorf. Nimmt der Protest gegen die Rodung im Hambacher Forst immer radikalere Formen an? Es verdichten sich nach dem Brandschlag auf ein Firmengelände in Düsseldorf die Anzeichen, dass die Tat politisch motiviert sein könnte.

So kursiert seit den Morgenstunden ein Bekennerschreiben im Internet, in dem es heißt: „Wenn ihr den Hambi räumt, wenn ihr die Bäume fällt, die Häuser zerstört, wenn ihr Menschen festnehmt und unsere Leute in den Knast steckt, dachtet ihr wirklich, dass wir uns nicht rächen werden?“

Die Polizei prüft derzeit, ob das Schreiben authentisch ist.

Hambacher Forst: Firmen im Visier der Kohlegegner

Die von dem Brandanschlag betroffene Firma „Wasel“ wurde kürzlich in den sozialen Medien dafür kritisiert, dass ihre Geräte im Hambacher Forst zum Einsatz kommen würden. Mehr dazu erfährst du hier >>>

Der Kritik folgte der Anschlag auf „Wasel“ in Düsseldorf. Nur durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr zündeten die weiteren Brandsätze auf dem Firmengelände nicht. Es ist nicht der erste Brand auf dem Gelände einer Firma, deren Geräte im Hambacher Forst zum Einsatz kommen.

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Mitarbeiter bedroht - Lagerhalle abgebrannt

Bereits Sonntagnacht stand eine Lagerhalle der Firma „Boels“ im rheinländischen Willich in Flammen. Der niederländische Baumaschinen-Verleih zog daraufhin seine Maschinen aus dem Hambacher Forst ab.

Zuvor seien Mitarbeiter massiv bedroht worden. Auch andere Gebäude des Unternehmens seien beschmiert worden, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens am Montag.

Ob es sich bei dem Brand in der Lagerhalle um Brandstiftung handelt, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei Mönchengladbach.

Firmen ziehen Maschinen aus Hambacher Forst ab

Neben „Boels“ hatten zuvor auch zwei andere Firmen ihr Gerät aus dem Hambacher Forst abziehen lassen. Allerdings aus einem anderen Grund.

Sowohl das Hagener Unternehmen „Cramer“ als auch die Firma „Gerken“ aus Düsseldorf erklärten, dass sie mit der Vorgehensweise der Räumung im Hambacher Forst nicht einverstanden seien.

Kranfirma in der Schusslinie: „Ihr werdet dafür büßen“

Am Mittwoch berichtete die „RP“, dass ein weiteres Unternehmen aus dem Rheinland massiv eingeschüchtert worden sei. „Eine Drohung lautete zum Beispiel: Wenn ihr euren Kran nicht abzieht, werdet ihr dafür büßen“, sagte ein Mitarbeiter des Unternehmens, das nicht namentlich genannt werden wollte.

Die Firma habe die Polizei informiert und einen Sicherheitsdienst eingeschaltet. Ihr Gerät habe das Unternehmen trotz der Drohungen nicht abziehen wollen: „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir bleiben standhaft und zeigen Flagge“, sagte die Firma der Zeitung.

Ob es sich bei der Kranfirma um das am Donnerstag in Düsseldorf zur Zielscheibe geratenen Unternehmen „Wasel“ handelt, wollte die Polizei nicht kommentieren.

 
 

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