Hagen

Gäste plündern China-Restaurant – deshalb kommen sie wahrscheinlich ungestraft davon

Das China-Restaurant Kaisergarten in Hagen wurde nahezu überrannt. (Archivbild)
Das China-Restaurant Kaisergarten in Hagen wurde nahezu überrannt. (Archivbild)
Foto: Alex Talash

Hagen. In Hagen ist es am Muttertag zu einem kuriosen Vorfall gekommen: 160 Gäste stürmten plötzlich ein China-Restaurant, plünderten das Buffet und prellten teils die Zeche. Der Besitzer des Restaurants „Kaisergarten“ sei machtlos gewesen und überfordert, sagt er hinterher.

Nun bietet er Kunden, die an diesem Tag von der Menschenmasse und deren Benehmen genauso geschockt waren, Gutscheine an.

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„Wir möchten uns ausdrücklich entschuldigen für die Vorkommnisse am Muttertag. Wir sind trotz aller Bemühungen nicht Herr der Lage geworden“, schreibt der Inhaber des Restaurants „Kaisergarten“ auf seiner Facebook-Seite. Außerdem biete er jedem einen Gutschein für das Restaurant an, der an dem Tag von der Meute bedrängt wurde.

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Eine schöne Geste, die die meisten User auch genauso aufgenommen haben. Der Gastronom bekommt viel Mitgefühl zugesprochen, manche beteuern, dass sie auch ohne Gutschein immer wieder kommen würden.

Viele Menschen haben sich gemeldet wegen eines Gutscheins

Doch anscheinend haben sich mittlerweile sehr viele Menschen gemeldet, die einen Gutschein haben wollen. Denn am Montag teilte der Kaisergarten mit, dass zahlreiche Rückmeldungen eingegangen seien, viele davon auch mit Gutscheinforderung.

Deswegen gibt es nun die nächste Maßnahme des Restaurantbetreibers: Gutscheine gibt es nur gegen Vorlage des Bewirtungsbeleges vom Muttertag und wenn man im Vorfeld eine Tischreservierung vorgenommen hat.

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Und auch da sind sich die meisten einig: Eine gute Aktion, die nicht von Schnorrern ausgenutzt werden sollte. „Wer jetzt mit einem gezockten Gutschein Profit aus dem Geschehen ziehen will, ist auch nicht besser als die Vandalen vom Muttertag!“, schreibt ein User empört.

Manche User bezeichnen andere als Schnorrer

Viele sehen es genauso. „Ich will nicht wissen, wie viele ne Email geschrieben haben, obwohl sie gar nicht da waren. Schnorrer“, schreibt ein anderer User.

Einige wollen gar keine Gutscheine annehmen, da das Restaurant bereits genug Schaden davon getragen habe. Viele fragen sich allerdings, welche Personengruppe denn für das Drama verantwortlich sei. Doch darauf will der Inhaber gar nicht eingehen.

Wie die WAZ berichtet, wird die Staatsanwaltschaft Hagen allerdings keine Ermittlungen gegen die 160 Gäste einleiten, weil Hausfriedensbruch ein Antragsdelikt sei. Also hätte der Inhaber einen Antrag auf Strafverfolgung stellen müssen. Das habe er aber nicht getan.

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Der Inhaber des Restaurants gibt an, dass jeder willkommen sei: Wenn er sich benehmen kann

Das Restaurant selbst beharrt immer wieder darauf, dass es vollkommen gleich sei, welcher Herkunft oder Nationalität die 160 Gäste gewesen seien.

„In unserem Restaurant ist jeder Gast, unabhängig von Nationalität, Herkunft und Religion herzlich willkommen, vorausgesetzt er verhält sich in Gesellschaft normal...“, schreibt der Inhaber bei Facebook. Heißt: Wer sich benehmen kann, der ist immer willkommen, im Kaisergarten zu essen.

Bleibt zu hoffen, dass es nicht nochmal vorkommt. (fb)

 
 

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