Irre Wende nach Gullydeckel-Anschlag auf Zug in NRW – war ausgerechnet ER der Täter?

Die Frontscheibe des Zuges der Hessischen Landesbahn war nach dem Anschlag in Bad Berleburg (NRW) schwer beschädigt.
Die Frontscheibe des Zuges der Hessischen Landesbahn war nach dem Anschlag in Bad Berleburg (NRW) schwer beschädigt.
Foto: Hessische Landesbahn/dpa

Bad Berleburg. Nach dem Gullydeckel-Anschlag auf einen Zug der Hessischen Landesbahn in Bad Berleburg (NRW) haben die Ermittler einen überraschenden Zwischenstand preisgegeben.

Wie die Staatsanwaltschaft Siegen in einer gemeinsamen Mitteilung mit der Mordkommission Hagen am Donnerstag mitteilte, steht der Lokführer (49) unter dem Verdacht, den Anschlag in Bad Berleburg selbst durchgeführt zu haben.

Gullydeckel-Anschlag auf Zug in Bad Berleburg (NRW): Lokführer festgenommen

Der Regionalzug war am 13. April auf einer Leerfahrt von Erndtebrück nach Bad Berleburg frontal gegen Gullydeckel gekracht, die mit Seilen an der Brücke „Am Steinchen“ befestigt waren. Die Gullydeckel durchschlugen die Frontscheibe des Zuges. Hier weitere Informationen zu dem gemeingefährlichen Anschlag >>>

Nach Auswertung von DNA-Spuren am Tatort geriet der 49-Jährige in den Fokus der Ermittler. „Das Spurenbild hat darauf hingedeutet, dass er einer oder der Täter sein könnte“, sagte der Siegener Staatsanwalt Rainer Hoppmann der WAZ.

Die Staatsanwaltschaft erwirkte daraufhin einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnungen des Lokführers in Lünen und Erndtebrück. Am Mittwochnachmittag nahmen die Beamten den Lokführer am Erndtebrücker Bahnhof vorläufig fest.

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Lokführer wieder auf freiem Fuß

Der 49-Jährige bestreitet bislang die Vorwürfe. Mangels Haftgründen musste er am Donnerstag wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

Hinsichtlich eines möglichen Motivs des Lokführers wollte sich der Staatsanwalt gegenüber der WAZ nicht äußern. Ein versuchter Selbstmord sei allerdings auszuschließen. Hier liest du, was die Kollegen des 49-Jährigen über den tatverdächtigen Lokführer denken >>>

Die Ermittlungen der Mordkommission dauern weiter an.

Ermittler bitten um Hinweise

Zur Aufklärung der Tat ist die weiterhin die Herkunft der vier genutzten Gullydeckel besonders entscheidend. Sie wurden in der Nacht vom 11.April (Donnerstag) auf den 12. April (Freitag) in der Kreisstraße 31 in Hilchenbach gestohlen. Ein weiterer Gullydeckel wurde am Tag nach der Tat im Bereich des Berleburger Schulzentrums am Stöppelsweg entdeckt. Auch er soll von der Kreisstraße 31 stammen.

Kannst du im Zusammenhang mit den gestohlenen Gully-Deckeln Hinweise auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Raum Hilchenbach geben? Und außerdem fragen die Ermittler, wer zu welchem Zeitpunkt die offenen Gully-Schächte in Hilchenbach bemerkt hat? Die Polizei nimmt Hinweise unter der 02751 / 9090 entgegen.

 
 

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