Gruselclowns schockieren Passanten

An Rhein und Ruhr.  Mit Baseballschlägern oder Messern bewaffnet lauern sie oft hinter Büschen oder Mauern und warten darauf, Passanten zu erschrecken - die sogenannten Gruselclowns. Mittlerweile meldet die Polizei bundesweit Fälle, es gibt erste Verletzte.

Mindestens drei neue Fälle registrierte die Polizei seit Donnerstagabend allein in Nordrhein-Westfalen: In Wesel erschreckte ein Unbekannter im Clownskostüm und mit Kettensäge eine 48-jährige Frau, die mit einem Hund unterwegs war. Der Clown trat plötzlich aus einem Busch hervor und versuchte mehrfach erfolglos, die Kettensäge zu starten. Erschrocken rannte die Frau zurück in ihre Wohnung und alarmierte die Polizei. Ebenfalls am Donnerstag wurde ein 26-jähriger Mann in Essen angegriffen. Verkleidet im weißen Maleranzug mit roten Punkten und einer weißen Maske mit hellen Haaren, war dieser mit einer Holzlatte bewaffnet. Der Essener zog sein Pfefferspray, der Clown ergriff die Flucht. Wenige Stunden später erschrak eine als Clown verkleidete Person eine 17-jährige Essenerin. Auch in Gelsenkirchen, in Greifswald und Rostock und in mehreren Orten in Baden-Württemberg gab es in den vergangenen Tagen ähnliche Vorfälle. Besonders makaber ist ein Fall aus Sachsen-Anhalt: „Ihr werdet alle sterben“ stand auf einem Plakat, das ein Clown an einer Grundschule in Stendal in der Hand hielt. Schüler hätten das Sekretariat über die unheimliche Person vor der Schule informiert,

Wann hat diese Serie von Clown-Angriffen ein Ende? Erst mal nicht, meint der Psychologe Jens Hoffmann. Seiner Ansicht nach könnte die Zahl der Übergriffe gewalttätiger Grusel-Clowns in Deutschland sogar steigen. „Das Erschrecken hat eine lange Tradition, besonders zu Halloween. Das hat sich nun verselbstständigt, da gibt es einen großen Nachahmungseffekt“, sagte der Leiter des Instituts Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt der Deutschen Presse-Agentur.

Der zweifelhafte Trend der Grusel-Clowns hat seinen Ursprung in den USA. Seit zwei Jahren registrieren die Behörden dort entsprechende Vorfälle. Allmählich scheint er auch in Deutschland anzukommen.