Gruppenvergewaltigung in Velbert: Letzter Verdächtiger (15) in Bulgarien geschnappt - warum er trotzdem noch nicht ausgeliefert wird

Nach der Gruppenvergewaltigung von Velbert wurde auch der letzte Verdächtige geschnappt.
Nach der Gruppenvergewaltigung von Velbert wurde auch der letzte Verdächtige geschnappt.
Foto: dpa/Archivbild

Velbert. Nach der Gruppenvergewaltigung von Velbert haben die Behörden auch den letzten Verdächtigen geschnappt. Die bulgarische Polizei schnappte den 15-Jährigen in der Stadt Plowdiw. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft gegenüber DER WESTEN.

Der Jugendliche sei am Montag festgenommen worden, so Staatsanwältin Christina Laibold. Damit seien nun alle mutmaßlichen Täter geschnappt.

Gruppenvergewaltigung von Velbert: Flucht nach Bulgarien

Der am Montag gefasste 15-Jährige und ein 14-Jähriger waren nach der Tat nach Bulgarien geflüchtet um sich zu verstecken. Der 14-Jährige wurde bereits vergangene Woche gefasst.

Ausgeliefert wurden beide Täter bisher allerdings nicht. „Es läuft noch ein Auslieferungsverfahren“, so Laibold. Das könne sich über mehrere Tage strecken und sei „kein Automatismus“.

„Ob sie ausgeliefert werden, wird jetzt in Bulgarien entschieden“, so Laibold. Die Jugendlichen waren zuvor per internationalem Haftbefehl gesucht worden. Ihnen und sechs weiteren Mittätern wird die Vergewaltigung eines erst 13 Jahre alten Mädchens in Velbert vorgeworfen.

Mädchen im Velbert in den Wald gezerrt und missbraucht

Sie sollen die Schüler in ein Waldstück gezerrt haben. Bereits im Parkbad soll die Schülerin verbal von einigen Personen aus der Gruppe beleidigt worden sein. Auf ihrem Heimweg vom Schwimmbad machten sich dann mehrere Männer über sie her, filmten die Tat. Eine Spaziergängerin bemerkte die Tat und rettete das Mädchen aus den Fängen der Gruppe.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Schaffnerin fordert jungen Mann (24) auf, die Füße vom Sitz zu nehmen – stattdessen verfällt er in einen Zerstörungswahn

Wetter in NRW: Mega-Hitze rückt an! Deutscher Wetterdienst gibt Hitzewarnung aus - wann es besonders heiß wird

• Top-News des Tages:

Bochum: Verstorbener JVA-Häftling war offenbar verurteilter Serienmörder - Ermittler glauben an ungewöhnliche Todesursache

FC Schalke 04 trauert um Ex-Präsident Günter Eichberg

-------------------------------------

Die Staatsanwaltschaft hat mittlerweile Anklage gegen die Verdächtigen erhoben. Wann der Prozess beginnt, ist noch unklar. Wegen des jungen Alters der Verdächtigen wird er aber wohl unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Opfer gab selbst wichtigen Hinweis

Den Anstoß zu den Ermittlungen hat wohl das 13-jährige Opfer selbst gegeben. Sie erinnerte sich, dass ihr einer der Jungen bekannt vorkam. Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert: „In solch einer kleinen Stadt kennt man sich schon eher. Durch eigene Facebook-Recherche erkannte sie einen ihrer Peiniger wieder.“

Obwohl der 15-jährige Gesuchte unter falschem Namen in dem Netzwerk registriert war, gab das Mädchen einen „ersten wichtigen Ermittlungsimpuls“. Die anderen möglichen Täter waren ihr wohl nicht persönlich bekannt (hier mehr lesen).

Ermittler finden Missbrauchsvideo auf dem Handy des Verdächtigen (15)

Ihre Erkenntnisse lieferte sie an die Polizei. Daraufhin wurde ein Bild des Täters an alle Streifenbesatzungen weitergereicht. Auf der Straße erkannten die Beamten den mutmaßlichen Täter wieder und nahmen ihn mit. Auch auf der Wache stellte sich der 15-Jährige mit falschem Namen vor.

Da er sich weigerte, den Pin seines Handys herauszurücken, knackten Experten den Code des Geräts. In der Zwischenzeit musste er in U-Haft bleiben, da das Mädchen ihn zweifelsfrei identifiziert hatte. Auf dem Handy entdeckten die Ermittler dann das Video, welches die grausame Tat zeigt. (fel)

 
 

EURE FAVORITEN