Urteil nach schockierender Gruppenvergewaltigung in Velbert: Täter müssen für mehrere Jahre ins Gefängnis

Ein Mädchen wurde in Velbert von mehreren Minderjährigen vergewaltigt.
Ein Mädchen wurde in Velbert von mehreren Minderjährigen vergewaltigt.
Foto: dpa/Archivbild

Wuppertal. Dieser Fall sorgte bundesweit für Entsetzen: Acht Jugendliche (14 bis 17) zerrten ein Mädchen (13) in einen Wald in Velbert, vergewaltigten sie mehrfach – und nahmen die Tat auch auf Video auf.

Nun hat das Wuppertaler Landgericht für diese Gruppenvergewaltigung bis zu vier Jahre und neun Monate Haft verhängt. Die höchste Strafe bekam am Montag einer der beiden Haupttäter, er ist erst 15 Jahre alt. Der zweite erhielt vier Jahre Haft.

Insgesamt vier Vergewaltiger schickte das Gericht hinter Gitter, zwei geständige Angeklagte kamen wegen Beihilfe mit Bewährungsstrafen davon, wie ein Gerichtssprecher am Montag sagte. Der Jugendstrafprozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Angeklagt waren sechs Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren.

Gruppenvergewaltigung in Velbert: Bis zu 4 Jahre und 9 Monate Haft für Täter

Im Einzelnen verhängte das Gericht gegen die sechs Jugendlichen: Vier Jahre neun Monate, vier Jahre, drei Jahre, zwei Jahre und neun Monate, zwei Jahre sowie ein Jahr und acht Monate.

Der Prozess hatte Ende August unter starken Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Insgesamt sollen acht Jugendliche aus Bulgarien beteiligt gewesen sein.

Zwei von ihnen hatten sich mit ihren Familien nach Bulgarien abgesetzt und waren dort festgenommen worden. Ihnen soll in einem weiteren Verfahren der Prozess gemacht werden.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Mann (21) betritt Sparkasse in Wesel, legt Mitarbeiterin einen Zettel vor – und löst einen Großeinsatz der Polizei aus

Schreckliche Attacke in NRW: Mann sprüht Paketboten ätzende Flüssigkeit ins Gesicht

• Top-News des Tages:

Tragödie in Herne: Baby (5 Monate) stirbt nach Sturz aus Fenster – Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

FC Schalke 04: Fortuna-Ultras provozieren S04-Fans vor Choreo mit diesem Zettel

-------------------------------------

Eine Spaziergängerin war im April mutig eingeschritten und hatte das Geschehen gestoppt. Dem jungen Opfer blieb eine Aussage vor Gericht nicht erspart – weil die meisten Angeklagten behaupteten, sie habe freiwillig mitgemacht.

Diese Version verwarf das Gericht am Montag angesichts der Beweislage. Dennoch blieb es unter dem Strafantrag des Staatsanwalts, der nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bis zu sieben Jahre Haft gefordert hatte.

Gruppenvergewaltigung in Velbert sorgte bundesweit für Entsetzen

Die Tat im südlich des Ruhrgebiets gelegenen Velbert hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Die Jugendlichen selbst hatten sie gefilmt. Der Film konnte auf dem Mobiltelefon eines Beschuldigten sichergestellt werden. Außerdem gab es DNA-Spuren, die Aussagen der Augenzeugin und des Opfers. Die zwei Haupttäter hatten das Mädchen zweimal vergewaltigt.

Das Opfer war seinen Peinigern selbst auf die Spur gekommen: Die 13-Jährige hatte auf Facebook nach einem der Jugendlichen gesucht und ihn schließlich auf einem Foto wiedererkannt. Er war ihr schon während der Tat bekannt vorgekommen.

Sein Foto war daraufhin an alle Streifenpolizisten in Velbert verteilt worden. Eine Streife erkannte ihn und nahm ihn fest.

Für die Ermittler erwies sich die Festnahme als Volltreffer: „Er hatte sein Handy dabei, auf dem ein Filmmitschnitt des Verbrechens gespeichert war“, berichtete ein Staatsanwalt damals. Damit waren dann auch die übrigen Verdächtigen ermittelt worden. (dpa)

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Beschreibung anzeigen