Grüne wollen G8 und G9 unter einem Schuldach

An Rhein und Ruhr..  Die Grünen möchten, dass künftig jedes der rund 620 Gymnasien im Land einen acht- und einen neunjährigen Weg zum Abitur anbietet. Das erklärten gestern Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) und die Expertin der Grünen-Fraktion, Sigrid Beer, bei der Vorstellung des Projekts „Individuelle Lernzeiten“. Die Gymnasien sollen sich nicht zwischen G8 oder G9 entscheiden, sondern beides unter einem Dach anbieten. Die Pläne der Grünen sehen auch für die Gesamtschulen eine „individuellere“ Schullaufbahn vor. Dort soll es grundsätzlich auch möglich sein, Schüler in acht Jahren zum Abitur zu führen. „Die Schulen müssen sich am Kind orientieren“, sagte Löhrmann. Jeder Schüler habe heute schon einen im Schulgesetz festgeschriebenen Anspruch auf persönliche Förderung.

Bisher hatte Löhrmann, die auch Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Landtagswahl ist, ihre Vorstellungen für das Gymnasium der Zukunft nur grob umrissen. Nun aber geht sie ins Detail: „Individuell“ soll das Lernen nach Vorstellung der Grünen in den Klassen 7 bis 10 sein, also in der Sekundarstufe 1 nach der Einführungsphase. Entweder die Schule bietet nach der Klasse sechs einen dreijährigen und einen vierjährigen Weg durch die Mittelstufe an. Dies wäre aber nur in den rund 400 Gymnasien möglich, die mindestens vierzügig sind. Oder die Schule bietet allen Kindern nach Klasse 6 neben dem Unterricht in der Klasse auch individuelle Lernzeiten an, z. B. durch den Besuch höherer oder niedrigerer Jahrgangsstufen. Dann könne die Zeit bis zur Oberstufe fünf oder sechs Jahre dauern. Die zweite Fremdsprache soll an allen weiterführenden Schulen wieder mit Klasse 7 beginnen.

Die Grünen sind – anders als die SPD – dafür, die gymnasiale Oberstufe dreijährig zu lassen. Die Schulkonferenz solle entscheiden, wie die Lernzeit verändert wird. Ziel der Grünen ist es, die „individuelle Lernzeit“ ab dem Schuljahr 2019/2020 an allen Gymnasien anzubieten.

 
 

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