Groschek gibt Zusage für weiteren RS 1-Ausbau

An Rhein und Ruhr.  Klare Ansage von Michael Groschek (SPD): „Das Land wird den Radschnellweg Ruhr Schritt für Schritt realisieren“, erklärte der NRW-Verkehrsminister gestern in der Messe Essen beim Kongress der fahrradfreundlichen Städte. Auf einer Strecke von 101 Kilometern soll sich die „Fahrradautobahn“ quer durchs Revier ziehen und Duisburg und Hamm verbinden. Geschätzte Gesamtkosten: 184 Millionen Euro.

Im November war ein erster Abschnitt zwischen Mülheim und Essen eröffnet worden. Nun blicken die Planer weiter gen Westen. „Im Jahr 2017 wollen wir Duisburg erreicht haben“, sagt Martin Tönnes vom Regionalverband Ruhr (RVR). Mit Essen, Mülheim und Duisburg wären dann schon drei Großstädte auf zukunftsweisende und klimaschonende Art miteinander verbunden – und das im Jahr von Essen als „grüner Hauptstadt Europas“.

Auf Mülheimer Gebiet ist der Radschnellweg Ruhr (RS 1) durchgeplant und auch durchfinanziert, wie RVR-Planungschef Tönnes (Grüne) gegenüber der NRZ berichtet. Für den nächsten Abschnitt, den Brückenschlag über die Ruhr, wird die Stadt dem Vernehmen nach in Kürze die Arbeiten ausschreiben. Fürs Duisburger Stadtgebiet laufen Verhandlungen. „Wir wollen Meter machen in Richtung Rhein“, so Tönnes. Zugleich werden aber auch Planungen für erste Abschnitte im Osten des Reviers konkreter. Für den Radwegebau am Kanal im Hamm steht Bundesgeld bereit.

Alternative zum Auto

Bei der Landesregierung sieht man in Radschnellwegen große Chancen und treibt deren Entwicklung voran. Durch die schnellen, weil kreuzungsfreien und steigungsarmen Verbindungen werde das Rad zur echten Alternative zum Auto. Noch vor der Sommerpause soll das überarbeitete Straßen- und Wegegesetz in den Landtag. Es stellt Radschnellwege mit Landesstraßen gleich, was auch bedeutet: Sie werden vom Land gebaut und unterhalten. Nordrhein-Westfalen würde mit dem Gesetz bundesweit Vorreiter. Zugleich beginnt man beim Land ein eigenes Budget für die Radschnellwege aufzubauen. 2016 sind zusätzliche 3,5 Millionen Euro bereits eingeplant. In den nächsten Jahren soll die Summe steigen.

Immerhin gibt es aktuell Überlegungen für sieben weitere Radschnellwege, verteilt über NRW. Am weitesten ist man im Münsterland, wo im November eine positive Machbarkeitsstudie für eine 45 Kilometer lange Verbindung zwischen Isselburg über Bocholt und Borken nach Velen vorgestellt wurde. Das könnte der RS 2 werden. Wichtig noch für die Rhein-Ruhr-Region: Bei Düsseldorf könnte eine 31 Kilometer lange Verbindung Neuss, den Süden der Landeshauptstadt Monheim und Langenfeld verbinden. Eine Studie hierzu soll in Kürze vorgestellt werden. Und im Ruhrgebiet hat der RVR jüngst eine Machbarkeitsstudie für einen Radschnellweg vergeben, der Essen und Gladbeck verbinden und an den RS 1 anschließen könnte.

 
 

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