Datteln

Greta Thunberg poltert gegen NRW und Deutschland: „Ein beschämender Tag für Europa“

NRW: Greta Thunberg reagiert mit heftigen Worten auf die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Datteln 4.
NRW: Greta Thunberg reagiert mit heftigen Worten auf die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Datteln 4.
Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

Datteln. Die umstrittene Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Datteln 4 in NRW hat am Samstag zu Protesten geführt.

Im nördlichen Ruhrgebiet in NRW kam es zu friedlichen Demonstrationen von Umweltaktivisten, darunter auch Mitglieder der Bewegung „Fridays for Future“. Auch deren prominente Begründerin Greta Thunberg schießt auf im Netz heftig gegen das Kraftwerk und die deutsche Energie- und Umweltpolitik.

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Greta Thunberg kritisiert NRW wegen Steinkohlekraftwerk Datteln 4

„Heute ist ein beschämender Tag für Europa, da wir ein brandneues Kohlekraftwerk eröffnen“, schreibt die 17-jährige Schwedin auf Twitter. „Wir haben uns verpflichtet, den Weg zu ebnen, um eine Klimakatastrophe zu vermeiden - und doch ist dies das Signal, das wir an den Rest der Welt senden?“

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hatte empfohlen, für bereits gebaute aber noch nicht im Betrieb befindliche Kraftwerke eine Verhandlungslösung zu suchen, um sie nicht in Betrieb zu nehmen. Die Umweltverbände sehen deshalb im Ja der Bundesregierung zu Datteln 4 einen Verstoß gegen die Beschlüsse der Kommission.

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Bundesregierung und NRW-Landesregierung betonen, dass im Gegenzug für Datteln 4 ältere Steinkohlekraftwerke abgeschaltet werden. Dadurch würden die zusätzlichen Kohlendioxid-Emissionen von Datteln 4 kompensiert.

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Das ist Greta Thunberg:

  • Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg wurde am 3. Januar 2003 in Stockholm geboren
  • Sie lebt vegan und reist nicht mehr mit dem Flugzeug
  • Auf sich aufmerksam machte sie im Hitzesommer 2018 mit ihren „Schulstreiks fürs Klima“ („Skolstreijk för klimatet“) – jeden Freitag schwänzte Greta die Schule und positionierte sich vor dem schwedischen Reichstag in Stockholm
  • Über verschiedene Medien und soziale Medien inspirierte sie immer mehr vor allem junge Menschen
  • An der Bewegung „Fridays for Future“ (FFF) nahmen am 15. März 2019 weltweit fast 1,8 Millionen Menschen teil
  • Greta Thunberg nahm teil an der UN-Klimakonferenz in Katowice 2018 und am Weltwirtschaftsforum in Davos 2019
  • Sie sprach vor dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss in Brüssel und dem Parlament des Vereinigten Königreichs

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Kampfansage von „Fridays for Future“

Mit Luisa Neubauer nahm auch eine der deutschen Hauptorganisatoren von „Fridays for Future“ an den friedlichen Protesten gegen den kommerziellen Betrieb des Steinkohlekraftwerks Datteln 4 teil. „Es ist ein postfaktisches Kraftwerk, alle Fakten sprechen dagegen“, so die 24-Jährige. Es sei eine Provokation, den Kohleausstieg mit einem neuen Kohlekraftwerk einzuleiten. Datteln 4 müsse wieder vom Netz gehen und das deutlich vor 2037.

„Wir richten beste Grüße an die offensichtlich inkompetente Regierung“, so Neubauer. „Wir werden dieses Kraftwerk verhindern, wir werden es zum Stillstand bringen, wir werden diesen Konflikt gewinnen.“

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Gegen den Beginn des kommerziellen Betriebs protestierten neben „Fridays for Future“ auch zahlreiche Anhänger von Greenpeace, Ende Gelände und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Bereits in der Nacht hatten Aktivisten das Kraftwerk mit Schriftzügen wie „Klimakrise made in Germany“ angestrahlt.

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Nach Angaben der Polizei Recklinghausen waren zehn Versammlungen am Kraftwerksgelände angemeldet worden. Nach Angaben einer Polizeisprecherin vom Samstagnachmittag verliefen die Proteste weitgehend friedlich. (at, mit dpa)

 
 

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