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Gesamtschule Wulfen in Dorsten durch Brand schwer beschädigt

Gesamtschule Wulfen in Dorsten durch Brand schwer beschädigt

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Foto: Günter Blaszczyk/ WAZ Fotopool
Auf dem Dach der Gesamtschule am Wulfener Markt ist es am Mittwoch Abend gegen 22.50 Uhr zu einem Brand des Flachdaches gekommen. Die Höhe des Schadens liegt im sechsstelligen Bereich. Brandexperten der Kriminalpolizei haben ihre Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Dorsten-Wulfen. 

Kurz vor Abschluss der Sanierungsarbeiten wurde die Gesamtschule Wulfen in der Nacht auf Donnerstag durch einen Brand auf dem Dach schwer beschädigt. Nach erster Einschätzung müssen 15 Klassenzimmer im Obergeschoss von Wasser- und Rauchschäden befreit werden. Die Sanierung könnte Monate dauern. Um nach den Ferien den Unterrichtsbetrieb zu sichern, sollen für diese Zeit Klassen-Container an der Skateranlage aufgestellt werden.

„Das Feuer war so hell, dass wir gut auf Sicht fahren konnten“

Das Großfeuer am Mittwoch Abend war weithin sichtbar: Gegen 22.50 Uhr schlugen Flammen hell in den Nachthimmel. Auf dem Dach der Gesamtschule war Material der Dachdecker in Flammen aufgegangen. Auf 300 Quadratmetern Fläche brannten Rollen mit Dachpappe und Styropor. „Das Feuer war so hell, dass wir gut auf Sicht fahren konnten“, sagt Wehrsprecher Markus Terwellen am Donnerstag.

Menschen waren zu keiner Zeit in Gefahr, so dass sich die 50 Mann aus Hauptwache sowie den Löschzügen Wulfen, Lembeck und Hervest I schnell auf die Brandbekämpfung konzentrieren konnte. Umgehend startete ein Löschangriff über zwei Drehleitern. Gleichzeitig drangen mehrere Trupps unter Atemschutz durchs Treppenhaus im Inneren zum Brandherd vor.

Löschwasser schöpfte die Feuerwehr aus dem Barkenberger See und einem Hydranten. Nach gut einer Stunde hatten die Einsatzkräfte die Flammen bereits unter Kontrolle. Allerdings hielt der Löschzug Wulfen noch bis zum Morgen Brandwache. Ein Helfer wurde bei dem nächtlichen Einsatz leicht verletzt, musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden.

Millionenschaden entstand 2009 durch Brandstiftung

Die Brandmeldeanlage der Gesamtschule hatte die Dächer im Flachdach automatisch geöffnet, damit Rauch und Hitze aus dem Inneren abziehen können. Unerwünschte Folge: Das Löschwasser floss ins Gebäude und ist wohl bis in die unteren Stockwerke durchgesickert. Welche Schäden durch die Nässe entstanden sind, war am Donnerstag noch nicht absehbar.

Gesamtschule WulfenBrandexperten der Kriminalpolizei waren noch in der Nacht vor Ort und haben am Donnerstag ihre Ermittlungen aufgenommen. Die Höhe des Sachschadens liegt im sechsstelligen Bereich. Offenbar ist die Statik des Gebäudes nach ersten Erkenntnissen nicht gefährdet. Ein Brandsachverständiger wird die Gesamtschule am Freitag untersuchen.

Das Feuer weckt Erinnerungen an den Brand in der großen Turnhalle der Gesamtschule, die 2009 durch Brandstiftung einen Millionenschaden erlitt.

„Fast fertig – und schon wieder kaputt . . .“

Der unübersehbare Großbrand lockte noch in der Nacht viele Schaulustige an. In sozialen Netzwerken im Internet kursieren viele Bilder und Videos von dem Einsatz und Spekulationen über die Ursache. Auch am Donnerstag lockte der Brandort – der bis auf ein verkohltes Stück Gerüst an der Seeseite äußerlich unversehrt scheint – viele Neugierige und etliche Eltern, die sich nun fragen, wie es nach den Ferien an der Gesamtschule weiter geht. „Der Himmel war hell“, erzählt eine Mutter, die nachts mit dem Hund unterwegs war und den Brand beobachtete.

Tragisch: Die energetische Sanierung der Gesamtschule für 14 Mio Euro stand nach drei Jahren Arbeit, Baulärm und Auslagerung von drei Jahrgängen in die Matthäusschule kurz vor dem Abschluss. In einem runderneuerten Gebäude wollte die GSW im Herbst eigentlich ihr 40-jähriges Bestehen feiern. Ein Barkenberger am Donnerstag vor der Schule: „Fast fertig – und schon wieder kaputt . . .“ (red)