Germanwings-Absturz: Witwe des Piloten spricht erstmals ganz offen – „Kurz nach dem Absturz...“

Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine entstand am Waldfriedhof in Sundern in Haltern am See eine Gedenkstätte.
Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine entstand am Waldfriedhof in Sundern in Haltern am See eine Gedenkstätte.
Foto: mago images / Revierfoto

Am 24. März 2015 hat der Co-Pilot der Germanwings-Maschine, Andreas Lubitz, auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf mit Absicht gegen ein Bergmassiv in den französischen Alpen gesteuert.

150 Menschen an Bord starben. Vier Jahre nach dem Unglück berichtet die Witwe des Piloten Tobias Sondenheimer dem „General Anzeiger“, wie schwierig die Zeit nach dem Germanwings-Absturz für sie und ihre beiden Kinder, damals drei und fünf Jahre alt, war.

Nach Germanwings-Absturz: Familie geht durch schwere Zeiten

Unter dem schweren Verlust von Ehemann und Papa Patrick leidet die kleine Familie bis heute. Die Kinder würden zwar jeden Tag etwas mehr verstehen, was 2016 geschehen ist.

„Wir haben inzwischen einen stabilen Alltag, und Verlustängste gehören ebenso dazu wie die Erinnerungen“, sagt Witwe Annika Sondenheimer der Zeitung.

Kurz nach dem Absturz sah das anders aus. Die Familie wurde aus ihrem Alltag gerissen. In der Zeit nach dem Absturz habe Sondenheimer selbst „eigentlich nur noch funktioniert“, sagte sie dem „General Anzeiger“.

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Witwe stürzt sich in Arbeit

Freunde, Nachbarn und Politiker hätten in dieser Zeit geholfen, die 41-Jährige von der Öffentlichkeit abzuschirmen. Tagelang belagerten Kamerateams aus ganz Deutschland ihr Haus in Düsseldorf-Gerresheim.

Als die Absturzursache bekannt gegeben wurde, verschwanden zwar die Medienvertreter, doch die Trauer blieb. Sondenheimer stürzte sich weiterhin in Arbeit, rackerte verbissen in ihrem Job als Juristin in der Landesverwaltung weiter.

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Auszeit bringt neue Perspektiven

Bis das nicht mehr ging. Ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes realisierte Sondenheimer, dass sie so nicht mehr weitermachen konnte. Sie nahm sich eine eineinhalbjährige Auszeit.

Doch in dieser schweren Zeit verkroch sich die Düsseldorferin nicht in ihrer Trauer. Dankbar über die Hilfe, die sie in dieser Zeit erhielt, entschloss sie sich für eine Ausbildung als Trauerbegleiterin. Später setzte sie ihre Karriere als Juristin in der Landesverwaltung fort.

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Stiftungsfonds soll Erinnerung bewahren

2017 gründete die Witwe den Patrick Sondenheimer Stiftungsfonds. Sie wolle damit laut dem „General Anzeiger“ etwas zurückgeben. Mit dem Fonds sollen trauernde Kinder und Jugendliche sowie deren Familien unterstützt werden.

„Mit der Gründung des Stiftungsfonds in Patricks Namen schaffe ich etwas, das die Erinnerung bewahrt und uns zusammenhält. Ich kann meine Erfahrungen weitergeben und dadurch gezielt helfen“, schreibt Sondenheimer auf der Website der Stiftung.

Im März jährt sich der Todestag ihres Mannes bereits zum fünften Mal. Zu diesem Anlass organisiert Sondenheimer ein Benefiz-Konzert zu Gunsten der Stiftung – damit sie auch in Zukunft trauernden Familien weiterhelfen kann. (vh)

 
 

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