Düsseldorf

Germanwings-Absturz: Staatsanwalt packt aus - "Das hat leider nicht geklappt..."

Germanwings-Absturz im März 2015: Wrackteile der Maschine an der Absturzstelle in den französischen Alpen.
Germanwings-Absturz im März 2015: Wrackteile der Maschine an der Absturzstelle in den französischen Alpen.
Foto: Sebastien Nogier/EPA/dpa

Düsseldorf. Auf den Tag genau fünf Jahre sind seit dem schrecklichen Germanwings-Absturz vergangen. Am 24. März 2015 ließ Co-Pilot Andreas Lubitz die Maschine 4U9525, die sich auf dem Weg nach Düsseldorf befand, über den französischen Alpen abstürzen. Alle 150 Menschen an Bord starben.

Jetzt, ein halbes Jahrzehnt später, erinnert sich Staatsanwalt Christoph Kumpa (55) zurück. Er leitete damals die Ermittlungen zum Germanwings-Absturz. Gegenüber der „Bild“ schildert er seine Erlebnisse.

Germanwings-Absturz: Anwalt aus Düsseldorf übernimmt gesamten Fall

Da der Flug 4U9525 am 24. März 2015 nicht planmäßig in Düsseldorf gelandet ist, vermutete das Kriminalkommissariat 11 einen Absturz der Maschine. Aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit, dass sich unter den Opfern auch Düsseldorfer befanden, wurde Staatsanwalt Kumpa informiert. Doch der übernahm daraufhin den kompletten Fall – obwohl aufgrund der unterschiedlichen Wohnorte der Opfer eigentlich viele verschiedene Staatsanwaltschaften zuständig gewesen wären.

„Mir war schon klar, dass dies sehr viel Arbeit bedeuten würde“, erzählt Kumpa. Aber er „wollte, dass die französischen Ermittler schnell einen zentralen Ansprechpartner hatten“, um die Untersuchungen zu vereinfachen.

Düsseldorfer Staatsanwaltschaft findet entscheidende Beweise

Einfach war das Ganze aber dennoch nicht. Bis zum Verfahrensende am 14. Dezember 2016 hat Kumpa viel erlebt: Er kappte wegen zu vieler Medienanfragen das Telefon, füllte ein halbes Dutzend Ordner allein mit Aussagen von Verschwörungstheoretikern und selbst ernannten Hellsehern. Am Ende fanden die Düsseldorfer Ermittler jedoch heraus, dass sich Co-Pilot Lubitz auf seinem Tablet über die Verriegelung der Cockpit-Tür sowie über Selbstmord-Varianten erkundigt hatte.

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Heute arbeitet Christoph Kumpa nicht mehr im Spezial-Dezernat, sondern bei den allgemeinen Ermittlungen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft. Die Hoffnung des 55-Jährigen: ruhigere Arbeit. „Das hat leider nicht geklappt“, muss er gegenüber der „Bild“ allerdings gestehen. (at)

 
 

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