Geiselnahme in Köln: Diese Dinge forderte der Geiselnehmer von der Polizei

Am Montagabend untersuchte die Spurensicherung den Tatort. Am Vormittag soll der Geiselnehmer klare Forderungen an die Polizei gestellt haben.
Am Montagabend untersuchte die Spurensicherung den Tatort. Am Vormittag soll der Geiselnehmer klare Forderungen an die Polizei gestellt haben.
Foto: dpa/ Oliver Berg/ Marius Becker
  • Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof
  • Ein Mann zündet zuerst einen Brandsatz in einem McDonald's, nimmt dann eine Geisel
  • In einer Apotheke verschanzt er sich mit der Frau
  • Das SEK streckt den Täter mit mehreren Schüssen nieder, befreit die Geisel
  • Geiselnehmer soll Freilassung einer Tunesierin gefordert haben

Köln. Immer neue Details kommen nach der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof an die Öffentlichkeit. Mehrere Medien berichten davon, dass der Geiselnehmer freien Abzug und die Freilassung einer Tunesierin gefordert haben soll. Das schreiben unter anderem „Bild“ und „Express“. Er habe laut Polizei zudem auf Arabisch seine Zugehörigkeit zum „Deash“ (IS) bekannt.

Zuvor hatte er nach Zeugenaussagen einen Molowtowcocktail in eine McDonald's Filiale, direkt neben der Apotheke, angezündet. Ein 14-jähriges Mädchen fing Feuer und konnte erst auf dem Bahnhofsvorplatz gelöscht werden.

+++ Geiseldrama am Kölner Hauptbahnhof – Zeugin erzählt: „Die Flammen ragten ihr bis zur Hüfte hoch“ +++

Darauf nahm der Geiselnehmer eine Apotheken-Angestellte als Geisel, verschanzte sich mit ihr in den Räumlichkeiten (hier alle Ereignisse im Live-Ticker nachlesen).

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Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof: Geiselgangster befestigte Gaskartuschen an Frau +++ Er rief laut Zeugen „IS“

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Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof: Geiselnehmer war zu allem bereit

Durch Zufall soll dann das Telefon geklingelt haben. Am anderen Ende der Leitung der Mitarbeiter einer anderen Apotheke, der ebenfalls arabisch spricht. Wie die Polizei später bestätigt, findet Spezialeinsatzkräfte die Aufenthaltserlaubnis eines 55-jährigen Syrers in der Apotheke.

Am Telefon fordert der Mann wohl auch, dass er seinen Koffer und eine Tasche, die er im Mc Café stehen ließ, zurückhaben möchte. Er sei ein Mitglied des „IS“ und zu allem bereit.

Anschließend hängt er der Angestellten mehrere Gaskartuschen um und bedroht sie mit einer Pistole. Ob es sich bei der Waffe um eine Attrappe handelt, ist auch am Dienstagmorgen noch nicht klar. Im hinteren Teil der Apotheke verschanzt er sich mit der Frau. Dort hat er weitere Kartuschen und Molotowcocktails gesammelt.

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Täter überschreitet rote Linie – SEK greift zu

Vor Ort versucht eine Spezialeinheitskommando Kontakt zu dem Mann aufzunehmen, jedoch vergeblich. Der Einsatzleiter gibt eine rote Linie vor: Verschüttet der Geiselnehmer brennbare Flüssigkeit, erfolgt der Zugriff.

Als er die Geisel anzünden möchte, greift das SEK durch. Die Spezialeinheiten zünden zwei Knallgranaten, die den Täter für Sekundebruchteile unter Schock setzen. Mit mehreren Schüssen strecken sie den Täter nieder. Die Geisel kann mit leichten Verletzungen gerettet werden. Der Mann muss vor Ort reanimiert und später im Krankenhaus notoperiert werden. (mb)

 
 

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