Düsseldorf

Geheimpapier: Polizei in NRW soll „gewaltfähig“ werden - das sind die Pläne

Die Polizei in NRW will in Zukunft deutlich robuster auftreten.
Die Polizei in NRW will in Zukunft deutlich robuster auftreten.
Foto: dpa

Düsseldorf. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen will in Zukunft deutlich robuster auftreten. Das geht aus einem 27 Seiten langen Geheimpapier hervor, das der „Rheinischen Post“ und der „Aachener Zeitung“ vorliegt. Demnach will die Polizei-Führung auf die wachsende Gewalt gegen Beamte reagieren.

„Die Polizei NRW muss an Konsequenz, Stabilität, Führungsstärke und Robustheit deutlich zulegen“, zitiert die „Rheinische Post“ aus dem Papier. Damit rückt die Polizei auch von ihrem Leitbild aus den 1980er-Jahren ab. Dort heißt es noch, Polizisten sollten das Wort als wesentliches taktisches Einsatzmittel einsetzen.

Polizisten in NRW sollen durchsetzungsfähiger werden

Nun soll sich das zumindest für Konfliktfälle ändern: „Polizeibeamte müssen durchsetzungsfähig und -stark und damit letztlich gewaltfähig, aber nicht gewaltaffin werden.“

Letztlich ginge es darum, die Bürger zu schützen: „Weicht der Staat hier zurück, führt dies zu einem Recht des Stärkeren und letztlich zur Aufgabe unseres Gemeinwesens.“

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Das NRW-Innenministerium bestätigt die Echtheit des Papiers: „Die nordrhein-westfälische Polizei arbeitet in einem sehr dynamischen Umfeld mit ständig neuen Herausforderungen. Es liegt auf der Hand, dass man die Einsätze von morgen nicht mit den Einsatzkonzepten von gestern bewältigen kann.“

Ob es letztlich als neues Leitbild verabschiedet wird, ist aber offen. Thomas Feltes, Kriminologe der Ruhr-Uni-Bochum, kritisierte das Papier via Twitter: „Die angeblichen Experten, die dieses Papier erstellt haben, dürfen 'aus Sicherheitsgründen' nicht genannt werden. Aber die Beamten auf der Straße sollen 'robuster' auftreten. NRW Polizei gibt damit jahrzehntelang erfolgreiche Polizeistrategie auf.“ (fel)

 
 

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