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Gefährder aus NRW packt bei Markus Lanz im ZDF aus: So wurde ich zum Islamisten

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Foto: Screenshot ZDF

Mainz. 

Als Eren Recberlik bei „Markus Lanz“ im ZDF sitzt, wirkt der junge Mann sichtlich bewegt. Der 25-Jährige weint, wenn er sieht, wie er in einem Einspieler seine Geschichte erzählt.

Der Mönchengladbacher gilt nach wie vor als islamistischer Gefährder, hat für eine ZDF-Dokumentation aber nun erzählt, wie er in die Szene abrutschte – und später den Absprung schaffte.

„Markus Lanz“ im ZDF: Gefährder wuchs ohne Familie auf

Der heute 25-Jährige wuchs ohne Familie auf. Seine Eltern ließen den Jungen nach dessen Geburt allein – zwölf Jahre lang. Erst dann tauchte plötzlich Recberliks leibliche Mutter auf.

Er entschied sich, seine Pflegefamilie zu verlassen und fortan bei seiner Mutter zu leben. „Das ist aber in die Hose gegangen.“ Recberlik rutschte immer weiter ab – bis er schließlich den islamistischen Prediger Pierre Vogel kennenlernte.

So fängt Pierre Vogel junge Muslime ein

„Er ist halt ein Kölner Junge“, erzählt der 25-Jährige: „Seine Art und Weise wie er spricht. Er ist sehr cool und kommt locker rüber. All das, was junge Leute möchten.“

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Die Radikalisierung habe sich nicht von heute auf morgen abgespielt: „Das geht über Monate und Jahre.“ Eine entscheidende Rolle habe das Internet gespielt: „Wenn man sich am Anfang das Video ansieht „Wie betet man?“ und dann zu einem Video von Pierre Vogel weitergeleitet wird, endet man irgendwann bei Videos aus Syrien und Pakistan.“

Eren Recberlik hatte Kontakt zu islamistischen Größen

Die wirkliche Radikalisierung des Eren Recberlik begann aber erst im Gefängnis. Dort saß er wegen zahlreicher, kleinerer Delikte, wurde aber schnell als Gefährder eingestuft.

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Recberlik hatte in dieser Kontakt zu bekannten Gesichtern der islamistischen Szene, etwa Christian Ganczarski alias Abu Ibrahim oder dem Sauerländer Gefährder Hasan Keskin.

Im Gefängnis konnte man „viele Faxen“ machen

Insgesamt saß Recberlik fünf Jahre lang im Gefängnis, die Haft in der JVA Iserlohn ließ ihn aber kalt: „Ich erinnere mich mit einem Lächeln an die JVA Iserlohn. Ich hatte von 6 Uhr bis 21 Uhr die Tür offen. Für mich hat das nichts mit einem Gefängnis zu tun.“ Man habe viele Faxen machen können, so Recberlik. Während seiner Zeit im Gefängnis hätten Unterstützer ihm insgesamt 40 Handys besorgt – obwohl es eigentlich ein striktes Verbot gibt.

Erst in der JVA Aachen wurde es für ihn unangenehm. Dort wurde Recberlik von Beamten vorgeworfen, er plane einen Anschlag. Außerdem fanden Mitarbeiter der JVA ein Handy mit Fotos des bekannten Islamisten Sven Lau bei ihm. Neun Monate lange saß der heute 25-Jährige daraufhin in Einzelhaft. Das nährte seinen Hass auf den Staat und die westliche Welt.

Abrechnung mit der islamistischen Szene

Nur dank einer Frau, dem Fußball und guter Freunde habe er nach der Haft den Absprung aus der islamistischen Szene geschafft: „Das Mädchen hat mir eine Menge Sachen gesagt, die mir schon zigtausende Menschen vorher gesagt haben, bei denen es mich aber nicht interessiert hat.“

Er bezeichnet sich weiterhin als gläubigen Muslim, für die Islamisten hat er aber nur noch Verachtung übrig: „Die haben keine Ahnung vom Leben“ (fel)

Die komplette Sendung kannst du hier sehen.