Für 250 Fahrer ist nach Blitzer-Marathon wohl der Lappen weg

17.169 Temposünder wurden von der Polizei NRW während des 24-stündigen Blitzer-Marathons erwischt. 250 Autofahrer müssen um ihren Führerschein fürchten. Die Aktion der Polizei NRW soll im Frühjahr und Herbst wiederholt werden.

Essen. Innenminister Ralf Jäger zeigt sich zufrieden mit dem ersten landesweiten 24-Stunden-Blitz-Marathons. „Die Autofahrer sind verantwortungsbewusster gefahren. Mit der Aktion ist es gelungen, vielen Menschen ins Bewusstsein zu rufen, wie gefährlich zu schnelles Fahren ist. Es ist auch klar geworden, dass es der NRW-Polizei um weniger Tote im Straßenverkehr geht und nicht um mehr Knöllchen“, zog Jäger am Samstag ein Fazit. „Auf unseren Straßen sterben viel zu viele Menschen. Zu hohe Geschwindigkeit ist Killer Nr. 1. Wir werden deshalb den Blitzer-Marathon im kommenden Frühjahr und Herbst wiederholen.“

31 Autofahrer alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss

Die Polizei kontrollierte landesweit rund 456.000 Verkehrsteilnehmer, von denen Trotz der Ankündigung des Blitz-Marathons 17.169 zu schnell fuhren. Insgesamt waren 250 Autofahrer so schnell, dass ihnen ein Fahrverbot droht, acht von ihnen mussten den Führerschein an Ort und Stelle abgeben. 31 Autofahrer waren alkoholisiert oder standen unter Drogeneinfluss. 307 hatten sich nicht angegurtet.

Der schnellste Raser wurde innerorts mit 103 statt der erlaubten 50 km/h in Hennef im Rhein-Sieg-Kreis gemessen. Dabei handelte es sich um 23-jährigen Kölner auf dem Weg zu einer Karnevalssitzung. Er muss mit einem Bußgeld in Höhe von 280 Euro, zwei Monaten Fahrverbot sowie vier Punkten in der Verkehrssünderkartei in Flensburg rechnen. Im 70er Bereich der B 55 im Kreis Gütersloh war der schlimmste Raser mit 148 Kilometern unterwegs. Auch diesem Raser droht ein Bußgeld von mindestens 600 Euro verbunden mit einem dreimonatigen Fahrverbot und vier Punkten.

Lünenerin raste gleich zweimal in die selbe Radarfalle

Unbelehrbar war eine Lünenerin, an der B 236 gleich zwei Mal, nämlich am Vormittag und am Nachmittag an derselben Kontrollstelle geblitzt wurde. Dabei wurde jeweils ein Verwarnungsgeld fällig. Lehrreich und aufregend war der Blitzmarathon für eine Grundschulklasse in Dortmund. Ihr Wandertag wurde kurzerhand zu dem Besuch einer Laserkontrollstelle genutzt.

Insgesamt beteiligten sich fast 3.000 Polizistinnen und Polizisten an der Aktion. An 1.400 Messstellen im Land setzte die Polizei rund 120 Radar- und 670 Lasergeräte ein. Der Blitzmarathon ist Teil der im November gestarteten langfristigen Strategie „Brems Dich - rette Leben!“