Fördergeld: Heiße Phase der Regionale 2016 hat begonnen

Imposant: Burg Vischering in Lüdinghausen (Kreis Coesfeld) soll ein Erlebnismuseum werden.
Imposant: Burg Vischering in Lüdinghausen (Kreis Coesfeld) soll ein Erlebnismuseum werden.
Foto: Kreisverwaltung Coesfeld
Nahverkehr, Tourismus, Stadtgestaltung, Naturerleben: Die Regionale 2016 sorgt dafür, dass viele Millionen an Fördergeld ins Münsterland fließen.

Im Münsterland.. Im westlichen Münsterland hat die heiße Phase der „Regionale 2016“ begonnen. Ein ganzes Bündel von vom Land geförderten Strukturmaßnahmen sollen die Kreise Borken und Coesfeld sowie ihre direkten Nachbarn fit für die Zukunft machen. Mehr als 25 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von 114 Millionen Euro sind bereits als förderungswürdig abgesegnet, weitere 18 stehen noch auf der Liste.

Das „westliche Münsterland“ ist hier weit gesteckt: aus dem Kreis Wesel sind Hamminkeln, Hünxe und Schermbeck mit von der Partie, vom Nordrand des Ruhrgebiets Haltern und Dorsten und im Osten Werne und Selm. Zumindest, was die Kreise Borken und Coesfeld betrifft, ist es eine Region, der es auf den ersten Blick gold geht – intakte Städte, schönes Wohnen, Parklandschaften, eine solide mittelständische Wirtschaft und Arbeitslosenquoten, von denen das Ruhrgebiet nur träumen kann.

Großes Lob fürs Pankok-Museum

Tatsächlich warten aber auch dort knackige Herausforderungen. „Auf dem Land sind die Wege weit“, sagt Uta Schneider, Geschäftsführer der Regionale-2016-Agentur, im Gespräch mit der NRZ. Als Herausforderung nennt sie etwa den demographischen Wandel, der im ländlichen Raum besondere Tücken hat. Mobilität müsse gesichert werden, Nahversorgung auch. Es gebe Konflikte zwischen Landwirtschaft und Naturschutz, Stadtplanung stoße an Grenzen und die Wirtschaft sorge sich um Fachkräfte.

Mit pfiffigen Projekten will die Regionale auf diese Herausforderungen antworten. Eine Auswahl:

  • Von Isselburg soll ein Radschnellweg über Bocholt und Borken nach Coesfeld führen. Für den 45 Kilometer langen Abschnitt bis nach Velen liegt eine Machbarkeitsstudie vor. Denkbar, so heißt es, sei später eine Fortführung im Westen über Emmerich und Kleve nach Arnheim oder Nijmegen.
  • Das Otto-Pankok-Museum, das in Hünxe an den Zeichner und Bildhauer erinnert, soll für die Zukunft gesichert und zu einem touristischen Knotenpunkt sowie einem außerschulischen Lernort ausgebaut werden (Schneider: „ein echter Schatz“).
  • Die infolge rückläufiger Nutzerzahlen immer wieder von der Einstellung bedrohte Bahnlinie Coesfeld-Reken-Dorsten soll so aufgewertet werden, dass „kein Mensch mehr daran denkt, sie aufzugeben“, sagt Schneider. Bahnhöfe werden hübsch und barrierefrei gemacht, Fahrplanlücken geschlossen, Radstellplätze geschaffen. Ein wichtiger Erfolg: Die Bahn baut ein neues Stellwerk, sodass man künftig ohne Umsteigen von Coesfeld nach Essen kann und umgekehrt.
  • Burgen sind touristisch ein ganz großes Pfund für das Münsterland. Ein Netzwerk Burgen-Schlösser-Parks soll aufgebaut werden. Burg Vischering in Lüdinghausen soll zu einem Erlebnismuseum ausgebaut werden und über andere Burgen der Region informieren.
  • Die Wälder sollen stärker für Naturerlebnisse genutzt werden können. Von Wesel bis Olfen ist der Wanderweg Hohe-Mark-Steig geplant (die NRZ berichtete).
  • Wie Jahresringe liegen Einfamilienhaus-Siedlungen um den Ortskern, so sind viele Gemeinden auf dem Land gewesen. Schermbeck will die dazwischen liegenden, in die Jahre gekommenen Grünflächen und Spielplätze aufmöbeln und vernetzen.

Bei den Regionale-Projekten gibt es viele Aktive und Partner. Bei der Regionale-Agentur, die im Jahr 2010 die Arbeit aufgenommen hatte, laufen die Fäden zusammen. Nach der langen Phase der Vorarbeiten hat die einjährige „Präsentationsphase“ begonnen, sprich die Projekte werden konkret. Nicht alles wird in diesem Jahr fertig, eine ganze Reihe Projekte ist längerfristig angelegt – zum Beispiel der Radschnellweg. Dort hofft man aber im nächsten Jahr mit dem Bau eines ersten Abschnittes beginnen zu können. „Die Regionale ist ein Erfolg, wenn die Region zusammenwächst und sieht, wie sie gemeinsam die Zukunft gestalten kann“, sagt Uta Schneider.

 
 

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