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Flughafen Köln/Bonn: Riesen-Ärger am Airport – ist dieses Angebot bald Geschichte?

Flughafen Köln/Bonn: Riesen-Ärger am Airport – ist dieses Angebot bald Geschichte?

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Flughafen Köln/Bonn: Ein neues Angebot sorgt für ordentlich Ärger am Airport. (Symbolbild) Foto: picture alliance / Oliver Berg/dpa | Oliver Berg

Köln/Bonn. 

Am Flughafen Köln/Bonn gibt es derzeit richtig Ärger. Grund ist ein neues Angebot. Die Politik hat sich bereits eingemischt und fordert eine Lösung. Für Reisende könnte das Angebot damit künftig wegfallen, obwohl es noch nicht lange existiert.

Flughafen Köln/Bonn: Neues Angebot sorgt für Riesen-Ärger am Airport

Am Flughafen Köln/Bonn gibt es zwar keine Beschränkungen für Nachtflüge, allerdings beschäftigt sich ein Beschluss zur Fluglärmminderung vom Dezember 2020 eben genau mit jenem Thema. Und hier liegt der Streitpunkt: Ein neu ins Angebot genommener Eurowings-Flug von Eriwan (Armenien), der um 0.20 Uhr am Kölner/Bonner Airport landen soll.

„Die Verwaltung wird beauftragt, als Gesellschafter der Flughafen Köln/Bonn GmbH zum einen die Umsetzung einer effektiveren Fluglärmminderung – vor allem in der Nachtkernzeit 23.00 bis 5.00 Uhr – und zum anderen eine wirksame Klimaschutzstrategie voranzutreiben“, zitiert der „Express“ den Beschluss.

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Das ist der Flughafen Köln/Bonn:

  • der Flughafen Köln/Bonn „Konrad Adenauer“ ist ein internationaler Airport
  • nach Passagierzahlen liegt er im Jahr 2019 auf Platz 7 in Deutschland und im Frachtbereich auf Platz 3
  • Basis der Fluggesellschaft Eurowings und Drehkreuz der Frachtfluggesellschaften UPS Airlines und FedEx
  • 2020 ist der Flughafen in einer Umfrage unter 13,5 Millionen Befragten zum drittbesten Regional-Flughafen der Welt gewählt worden
  • in der Kategorie „World’s Top 100 Airports“ liegt der Airport 2020 unter den besten 30 weltweit

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Deshalb kritisiert die Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln-Bonn e.V. den Airport nun deutlich. „ Aktuell müssen wir feststellen, dass die Flughafen-Geschäftsführung (FKB), anstatt die Anzahl der Passagierflüge in der Kernruhezeit zu senken, einen weiteren neuen Passagier-Nachtflug angesiedelt hat“, schreibt der Verein in einem offenen Brief.

Noch im Januar 2021 hatte sich die Lärmschutzgemeinschaft zufrieden gezeigt. Es war die Rede von einem „Paradigmenwechsel in Sachen Flughafenpolitik“. Doch jetzt: „Offenbar haben wir uns getäuscht“, so der Verein.

Flughafen Köln/Bonn will Flüge am Tag attraktiver machen

Seitens des Flughafens Köln/Bonn klingt die Thematik anders. Der Airport werde die Vorschläge des Stadtrates in die Lärm- und Klimaschutzstrategie mit einbeziehen. Ein Flughafen-Sprecher erklärt: „Wir setzen dazu auch den konstruktiven Dialog mit unseren Gesellschaftern, den Anwohnervertretern in der Fluglärmkommission sowie im technischen Arbeitskreis fort.“

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Außerdem will der Flughafen die Flüge am Tag attraktiver machen. „So trat 2020 eine neue Entgeltordnung in Kraft, um Airlines zu veranlassen, Flüge aus den Nachtstunden auf den Tag zu verlagern und leisere Flugzeuge einzusetzen“, sagt der Airport-Sprecher. Und: „Aktuell arbeiten wir bereits an einer weiteren Anpassung unserer Gebühren, die Tagverkehre erneut attraktiver gestalten soll.“

Die Grünen wollen gegen den Fluglärm angehen

Die Lärmschutzgemeinschaft fordert indes, dass die Grünen als stärkste Fraktion im Kölner Rat die Umsetzung der Maßnahmen konsequent begleiten und regelmäßig mit öffentlichen Anfragen nachhaken. „Das erwarten nicht nur wir, sondern auch alle vom Nachtfluglärm betroffenen Menschen in Köln“, heißt es im Offenen Brief.

Gegenüber dem „Express“ erklärte Max Derichsweiler, Stellvertretender Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Kölner Rat: „Wir prüfen bereits die kritischen Punkte im offenen Brief und werden uns so schnell wie möglich mit Ergebnissen bei der Lärmschutzgemeinschaft melden.“

Grundsätzlich erwarte die Partei, dass der Flughafen alles tut, um den Fluglärm zu senken. „Die Große Koalition im Bund hat in der Vergangenheit leider Pläne der Grünen im Land NRW für ein Passagiernachtflugverbot am Flughafen Köln Bonn blockiert und auch die schwarz-gelbe Landesregierung unternimmt hier nichts“, kritisiert Derichsweiler weiter. (nk)