Düsseldorf

Flughafen Düsseldorf: Verdi wirft Sicherheitsfirma „unseriöse Flickschusterei“ vor

Am Flughafen Düsseldorf soll es in den Osterferien genügend Mitarbeiter an den Sicherheitskontrollen geben, verspricht die Firma Kötter.
Am Flughafen Düsseldorf soll es in den Osterferien genügend Mitarbeiter an den Sicherheitskontrollen geben, verspricht die Firma Kötter.
Foto: Imago/Archivbild

Düsseldorf. Gerade noch rechtzeitig: Zwei Tage vor Ferienstart kann das befürchtete Chaos am Flughafen Düsseldorf vielleicht ausbleiben.

Zuletzt war bekannt geworden, dass es bei der Essener Sicherheitsfirma Kötter zu den Osterferien erheblichen Personalmangel geben könnte. Kötter führt im Auftrag der Behörden die Personenkontrollen am Flughafen Düsseldorf durch.

Flughafen Düsseldorf: Kötter holt sich Hilfe von Fremdfirmen

In einem internen Schreiben des Unternehmens, das DER WESTEN vorliegt, hieß es: „Aufgrund der unerwartet schlechten Besteherquoten in den Prüfungen werden wir diese Zahl nicht erreichen, sondern nur 75.“ Eigentlich braucht das Unternehmen aber 100 zusätzliche Luftsicherheitsassistenten.

Am Donnerstag vor den Ferien teilt Kötter trotzdem mit, man sei „für den Osterferienstart (...) gewappnet“. Man habe das Ziel sogar überschritten: 130 zusätzliche Kräfte seien demnach an den Kontrollstrecken im Einsatz.

-------------------------------------

• Mehr Themen:

Flughafen Düsseldorf schlägt Alarm: Darum droht zu Ostern wieder das Warte-Chaos

„Ich schneide euch die Kehle durch!“ Dortmunder Krankenschwester packt aus – So krass geht es in unseren Krankenhäusern zu

• Top-News des Tages:

BVB: Usain Bolt trainiert am Freitag mit der Mannschaft - wann du das Spektakel sehen kannst

Sie starb mit nur 20 Jahren! Todes-Rätsel um Pornostar Olivia Nova gelöst

-------------------------------------

Aber: De facto sind es nur 81 zusätzliche Luftsicherheitsassistenten, die das Unternehmen selbst im Einsatz hat. Der Rest kommt von „befreundeten Unternehmen“ und vom Flughafen Köln/Bonn, wie es weiter heißt.

„Kötter hat es schon wieder nicht geschafft, aus eigener Kraft genügend Personal zur Verfügung zu stellen, sondern braucht Hilfe von Fremdfirmen“, sagt Özay Tarim von der Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi.

Verdi: „Zutiefst unseriös“

„Das Unternehmen hat einen Vertrag bis 2020 mit dem Bundesinnenministerium, aus eigener Kraft die Sicherheitskontrollen durchzuführen. Das erfüllt Kötter nicht, was zutiefst unseriös ist“, ärgert sich Tarim.

Im September 2017 war es zu chaotischen Szenen am Düsseldorfer Flughafen gekommen: Wegen Personalmangels konnten nur wenige Sicherheitsschleusen geöffnet werden - extrem lange Schlangen und brutale Wartezeiten für die Passagiere waren die Folge.

„Kötter hat daraufhin versprochen, bis Ostern 100 und bis zum Sommer noch einmal 130 zusätzliche Kräfte bereitzustellen. Dass wir jetzt schon wieder darüber sprechen müssen, ist ein Skandal. Das Problem ist damit doch nicht gelöst, sondern nur gerade eben so überbrückt“, findet Tarim.

„Armutszeugnis für drittgrößten Flughafen“

Bei Kötter sieht man das anders. „Wir haben viel, viel mehr Leute, als gedacht“, sagt Unternehmenssprecher Carsten Gronwald gegenüber DER WESTEN. Damit werde man die Anforderungen gut erfüllen.

Gewerkschafter Tarim lässt das nicht gelten. „Wir brauchen einen seriösen langfrisitgen Plan, keine Flickschusterei. Das ist ein Armutszeugnis für den drittgrößten Flughafen Deutschlands.“

 
 

EURE FAVORITEN