Düsseldorf

Flughafen Düsseldorf: Droht das Chaos? „Unnötige Wartezeiten für die Passagiere“

Die Gewerkschaft Verdi befürchtet, dass sich im Sommer lange Schlangen am Flughafen Düsseldorf bilden könnten. Denn es gibt eine entscheidende Veränderung bei den Sicherheitskontrollen. (Symbolbild)
Die Gewerkschaft Verdi befürchtet, dass sich im Sommer lange Schlangen am Flughafen Düsseldorf bilden könnten. Denn es gibt eine entscheidende Veränderung bei den Sicherheitskontrollen. (Symbolbild)
Foto: imago images / blickwinkel

Düsseldorf. Für Reisende am Flughafen Düsseldorf könnte es im Sommer ungemütlich werden. Denn die Vorfreude auf den lang ersehnten Urlaub könnte durch lange Wartezeiten im Sicherheitsbereich gedämpft werden. Davor warnte die Gewerkschaft Verdi.

Der Grund: Am Flughafen Düsseldorf wird es voraussichtlich Anfang Juni ein Änderung bei den Fluggastkontrollen geben. Bisher übernahm das der Sicherheitsdienstleister Kötter. Doch der Vertrag wurde vorzeitig zum 31. Mai aufgelöst - ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt.

Flughafen Düsseldorf: Denkbar schlechter Zeitpunkt für Umstellung

Denn im Sommer ist Hauptreisezeit. „Zu Beginn der Sommerferien erreichen die Passagierzahlen ihr jährliches Rekordhoch. Ein geordneter Übergang kann mit dem Ausstieg Ende Mai kaum gesichert werden", erklärt Andrea Becker, Landesfachbereichsleiterin NRW bei Verdi. Leidtragende dieses stockenden Umbaus könnten die Passagiere am Flughafen Düsseldorf sein.

„Das bedeutet erneute unnötige Wartezeiten für die Passagiere und einen enormen Druck für die Beschäftigten“, so Becker.

Reiseankommen steigt zum Sommer

Das Reiseaufkommen zur Sommerzeit schlägt sich besonders anschaulich in den Passagierzahlen nieder. Zum Vergleich: Während im Februar knapp 1,5 Millionen Passagiere von Düsseldorf aus abhoben, stieg die Zahl bis zum Juni dieses Jahres auf fast 2,4 Millionen an. Im nächsten Jahr könnte die Lage sogar noch angespannter werden.

Denn während dieses Jahr die Sommerferien erst Mitte Juli begannen, starten sie 2020 bereits Ende Juni - also erst wenige Wochen nach dem möglichen Wechsel des Dienstleisters.

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Flughafen Düsseldorf:

  • Mit mehr als 24 Millionen Passagieren im Jahr 2018 Deutschlands drittgrößter Flughafen
  • Eröffnung: 19. April 1927
  • 70 Fluggesellschaften fliegen von hier aus knapp 200 Ziele in 50 Ländern an
  • Rund 22.000 Beschäftigte arbeiten am Flughafen
  • Erzielte 2018 einen Umsatz von rund 400 Millionen Euro

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Ein endgültiger Abschied von Kötter am Flughafen Düsseldorf gilt dabei aber alles andere als gesichert. Denn das Unternehmen kündigte bereits an, die Teilnahme an der Neu-Ausschreibung zu prüfen. In diesem Fall jedoch zu veränderten Konditionen. Sollte Kötter dabei nicht den Zuschlag bekommen, müssten sich die rund 1100 Mitarbeiter am Flughafen Düsseldorf wohl auf Veränderungen gefasst machen.

Sie sollen beim möglicherweise neuen Dienstleister beschäftigt werden. Hier fordert Verdi-Fachbereichsleiterin Becker klare Zusicherungen des Bundesinnenministeriums. Diese gebe es nur, wenn „der Auftrag in Gänze einem neuen Dienstleister übertragen wird.“

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Mit einem Abschluss des neuen Vergabeverfahrens ist gegen Februar zu rechnen.

Wie kam es zur Auflösung des Vertrags?

„Der laufende Vertrag für unsere Dienstleistungen am Flughafen Düsseldorf ist vor dem Hintergrund bereits verschlechterter Rahmenbedingungen, die sich unter anderem auf Grund des Passagieraufkommens in Zukunft noch weiter verschlechtern werden, für uns nicht mehr wirtschaftlich umzusetzen“ - mit diesen Worten erklärte ein Sprecher des Verwaltungsrats der Kötter Security Gruppe den Ausstieg am Flughafen.

Seit 2004 übernahm Kötter die Passagier- und Gepäckkontrollen am Flughafen Düsseldorf.

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Der Vertrag zwischen dem Dienstleister und dem Bundesministerium des Inneren wurde Ende Oktober jedoch überraschend in beiderseitigem Einvernehmen aufgehoben.

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Das ist Kötter:

  • Die Kötter Unternehmensgruppe hat ihren Sitz in Essen (NRW)
  • Sie wurde 1934 in Wanne-Eickel gegründet, zog nach dem Zweiten Weltkrieg 1954 nach Essen
  • Kötter bietet Sicherheits- , Reinigungs- und Personaldienstleistungen an sowie Sicherheitstechnik
  • Auch das Gebäudemanagement gehört zum Geschäftsfeld der Firma
  • 18.500 Mitarbeiter zählt das Unternehmen (Stand 2018)

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Laut Kötter seien die bisherigen Verträge jedoch unter anderem „vor dem Hintergrund bereits verschlechterter Rahmenbedingungen [...] nicht mehr wirtschaftlich umzusetzen.“ (dav)

 
 

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