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Flughafen Düsseldorf: Spanien-Rückkehrer packt aus – „Würde als Tourist nicht hin!“

Flughafen Düsseldorf: Der Spanien-Rückkehrer Rene berichtet von der aktuellen Situation in Spanien.
Flughafen Düsseldorf: Der Spanien-Rückkehrer Rene berichtet von der aktuellen Situation in Spanien.
Foto: imago images/ DER WESTEN

Düsseldorf. Langsam füllen sich die Hallen am Flughafen Düsseldorf wieder. Doch manche Reisende erzählen mit drastischen Worten von ihren Erlebnissen während der Coronazeit. Wie Rene S., der kürzlich aus Spanien zurückkehrte.

In NRW haben die Ferien angefangen, die Menschen fliegen in den Urlaub - trotz der anhaltenden Corona-Krise. Auch nach Spanien heben seit dem 15. Juni wieder Flieger aus Deutschland ab. Und das obwohl das Land auf der Iberischen Halbinsel europaweit mit am stärksten vom Coronavirus betroffen war.

Flughafen Düsseldorf: Spanien-Rückkehrer packt aus

Andere deutsche Urlauber hingegen mussten während der Corona-Krise monatelang in Spanien ausharren. Einige von ihnen sind am Freitag wieder zurück nach Deutschland geflogen. Am Flughafen Düsseldorf berichteten sie gegenüber DER WESTEN von der Situation vor Ort. Ihre Meinungen, ob sich ein Urlaub auf der iberischen Halbinsel aktuell lohnt, gehen dabei stark auseiander.

„Da fackeln die auch nicht lange“, beschreibt Rückkehrer Rene S. das Vorgehen der spanischen Polizei. Denn die sei wesentlich strenger als in Deutschland. Rene hatte sich zuletzt in seinem Haus bei Valencia aufgehalten und rund vier Monate auf die Möglichkeit zur Rückreise nach Deutschland gewartet.

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Ein Verstoß gegen die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen werde in Spanien ausnahmslos geahndet, erzählt er. Weiter spricht er von einer „unheimlichen Polizeipräsenz“, die „überall“ kontrolliere.

Über das strenge Vorgehen der Polizisten berichtete auch ein Seniorenpaar, das fast drei Monate in Alicante ausgeharrt hatte. Sie sagen: „Wenn dich die Polizei ohne Maske sieht, musst du sofort eine kaufen oder weggehen.“ Im Gegensatz zu Deutschland müsse man in Spanien zum Beispiel auch in der Stadt oder an der Hafenpromenade eine Maske tragen.

Auswärtige Amt bestätigt: Maskenpflicht gilt für ganz Spanien

Das Auswärtige Amt bestätigt die Berichte der Spanien-Rückkehrer: „Landesweit gilt eine Pflicht zum Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung an allen öffentlichen Orten innerhalb und außerhalb geschlossener Räume, an denen ein Sicherheitsabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine generelle Maskenpflicht. Unter 6-Jährige und Personen, bei denen aus gesundheitlichen Gründen die Maskenpflicht kontraindiziert ist, sind von der Pflicht ausgenommen.“

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Doch: Ähnlich wie in Deutschland gelten in jeder Region unterschiedliche Regelungen.

„Aufgrund von örtlichen Infektionsherden sind die Kreise Bajo Cinca, Litera und Cinca medio in der Provinz Huesca (Aragon) und der Kreis Bajo Aragon-Caspe in der Provinz Zaragoza wieder Mobilitätsbeschränkungen unterworfen. Die Beschränkung auf eine bestimmte Anzahl von Touristen auf den Balearen-Inseln (Mallorca, Menorca, Cabrera, Ibiza und Formentera) ist mit der Aufhebung des Alarmzustands am 21. Juni 2020 entfallen“, schreibt das Auswärtige Amt zu den Reise- und Sicherheitshinweisen für Spanien. Die Behörde betont aber auch: „Abweichende Regelungen zu Beschränkungen in den einzelnen Autonomen Gemeinschaften sind grundsätzlich möglich.“

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Klare Botschaft an Touristen

Ein Restaurant dürfe man in der Regel dagegen gar nicht betreten, sondern stattdessen sei Gästen das Sitzen am Tisch nur im Freien erlaubt, behauptet das Ehepaar. Wie streng die Auflagen in Restaurants sind, sei ihnen auch klar geworden, als sie Polizisten gesehen hätten, die die Abstände der Tische zueinander abmaßen.

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Coronavirus in Spanien - Die Zahlen:

  • Infizierte: 246.770
  • Genesene: 150.376
  • Todesfälle: 28.343

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In Valencia seien dagegen „fast alle“ Geschäfte geschlossen, berichtet hingegen Rene S. Er habe Essen lediglich an Automaten kaufen können. Supermärkte hatten allerdings auch in Zeiten des Lockdowns in ganz Spanien geöffnet.

Deshalb hat er auch eine Botschaft an Touristen, die überlegen, nach Spanien zu reisen. Rene S. gibt ernüchternd zu: „Ich würde als Tourist nicht hin.“ Schließlich seien die Auflagen sehr hoch. Vielen sei das einerseits nicht bewusst, andererseits sei es auch nicht immer einfach, die geltenden Verordnungen einzuhalten.

Am Strand beispielsweise gelte ein Mindestabstand zu anderen Personen. Sei man etwa gerade im Wasser, während sich ein Anderer mit seinem Handtuch zu nah an den eigenen Platz gelegt habe, sei eine Rückkehr an den eigenen Platz mitunter schwierig.

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Das ist der Flughafen Düsseldorf:

  • Der Flughafen Düsseldorf wurde im Jahr 1927 eröffnet
  • Im Jahr 2018 nutzten über 24 Millionen Fluggäste den Flughafen Düsseldorf
  • 74.524 Tonnen Fracht gingen auf die Reise
  • Das beliebteste Ziel war Palma de Mallorca mit 1,49 Millionen Reisenden
  • 43,8 Prozent der Fluggäste sind am Flughafen Düsseldorf als Familie unterwegs

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Das Seniorenpaar fasste seinen Aufenthalt in Alicante insgesamt zwar mit „kein Problem“ zusammen, allerdings berichteten auch sie von Einschränkungen am Strand. So seien die Läden zwar alle geöffnet, es gebe jedoch keine Strandliegen. So müsse man sein eigenes Handtuch benutzen. Zudem seien die Sitzplätze versetzt angeordnet. Der Zugang zum Strand sei mit einem grünen Pfeil markiert, der Abgang erfolge dagegen über einen roten Pfeil.

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Diese Regeln gelten am Flughafen während der Corona-Krise:

  • Abstand und Mund-Nasenschutzpflicht
  • Weniger Handgepäck
  • Weniger Gastronomie und Shopping
  • teilweise Corona-Tests am Flughafen (beispielsweise in Frankfurt)
  • nach Ankunft nicht länger als nötig am Flughafen aufhalten

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Auswärtige Amt hat Reisewarnung für Spanien aufgehoben

Das Auswärtige Amt hat übrigens die Reisewarnung für die EU - und damit auch Spanien - seit dem 15. Juni aufgehoben. Die Behörde warnt: „Wir werden die Reisewarnung auch zukünftig davon abhängig machen, wie sich die jeweilige Lage vor Ort entwickelt. Eine zweite Rückholaktion wird es nicht geben.“

Mehr Informationen über die aktuelle Situation in Spanien erhältst du auf der Seite des Auswärtigen Amts, auf der Seite des spanischen Gesundheitsministeriums (auch auf Englisch verfügbar) oder auf der Seite der EU zu den aktuellen Lockerungen in Europa.

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Spanier demonstrieren für Neustart nach Corona

Spanien wurde von der Corona-Krise hart getroffen. Am Samstag gingen Tausende Menschen in mehr als 60 Städten auf die Straße, um für einen gesellschaftlichen Neustart zu demonstrieren. „Wir wollen, dass das Land wiederaufgebaut wird. Wir brauchen eine nationale Verständigung darauf, dass die Pandemie nicht politisch ausgeschlachtet wird“, sagte der Chef der Gewerkschaft UGT, Pepe Álvarez, der Nachrichtenagentur AFP, am Rande der Demonstration in Madrid. In Spanien gebe es viele „schwer leidende“ Menschen, sagte er weiter.

Neue Handgepäck-Regel bei Eurowings

Doch auch der Flug nach Spanien unterliegt neuen Regeln. Schon bei der Sicherheitskontrolle bei Eurowings hat sich einiges geändert. Was das ist, kannst du hier nachlesen >>>

 
 

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