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Frau Merkel, wir wollen mehr Flüchtlinge aufnehmen! Drei NRW-Städte schicken emotionalen Brief an die Bundeskanzlerin

Flüchtlinge aus Afrika suchen immer wieder den Seeweg in die EU – allein im Juni ertranken dabei 629 Menschen.
Foto: Emilio Morenatti / dpa
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Das Boot ist voll? Das sehen die Städte Köln, Düsseldorf und Bonn ganz anders. In einem emotionalen offenen Brief haben die drei NRW-Großstädte Bundeskanzlerin Angela Merkel angeboten, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.

„Unsere Städte können und wollen in Not geratene Geflüchtete aufnehmen – genauso wie andere Städte und Kommunen in Deutschland es bereits angeboten haben“, heißt es im Brief an die Kanzlerin.

Flüchtlinge: Köln, Düsseldorf und Bonn mit offenem Brief an die Kanzlerin

Die Begründung liefern die Oberbürgermeister Henriette Reker (Köln, parteilos), Thomas Geisel (Düsseldorf, SPD) und Ashok Sridharan (Bonn, CDU) gleich mit.

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„Wir wollen uns gegen die vermeintlich herrschende Stimmung stellen, dass Zäune und Mauern statt eines gerechten europäischen Verteilsystems die Not der Geflüchteten lösen können. Wir wollen ein Signal für Humanität, für das Recht auf Asyl und für die Integration Geflüchteter setzen.“

Dazu pochen die drei Städte darauf, dass eine europäische Lösung für die Aufnahme von Flüchtlingen gefunden werden muss. Solange sei es dringend geboten, die Seenotrettung im Mittelmeer wieder zu ermöglichen, damit nicht noch mehr Flüchtlinge auf Schlepper-Booten kentern und ertrinken.

Flüchtlinge in Köln, Düsseldorf und Bonn: AfD reagiert gereizt

Die AfD Köln reagierte auf den offenen Brief an Kanzlerin Merkel und forderte Oberbürgermeisterin Reker zum sofortigen Rücktritt auf. Der Appell der NRW-Städte provozierte die Partei offenbar derart, dass sie sich in einer Pressemitteilung zu fragwürdigen Äußerungen hinreißen ließen.

„Dass unsere Oberbürgermeisterin die Bodenhaftung verloren hat, war in den letzten Monaten schon nicht mehr zu übersehen, aber inzwischen muss man ihren Geisteszustand anzweifeln“, wütet das AfD-Rats- und Landtagsmitglied Sven Tritschler.

„Wir haben hier explodierende Mieten, wir haben sexuelle Massenübergriffe, wir haben die meisten No-Go-Areas in NRW und das lässt sich leider alles auf die verfehlte Migrationspolitik von Merkel und Co. zurückführen. Und was macht das Stadtoberhaupt? Es ruft nach mehr! Vielleicht schalten die Beamten im Rathaus mal die Klimaanlage an und erklären Frau Reker, dass sie den Kölnern verantwortlich ist und nicht den Afrikanern“, so Tritschler weiter.

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