Feuer-Inferno im Krefelder Zoo: Gorilla überlebte – Polizist mit drastischer Entscheidung

Nach dem Brand im Krefelder Zoo musste eine Polizist einen überlebenden Affen mit mehreren Schüssen töten.
Nach dem Brand im Krefelder Zoo musste eine Polizist einen überlebenden Affen mit mehreren Schüssen töten.
Foto: Marcel Kusch/dpa

Krefeld. Immer neue Details werden nach dem Feuer-Inferno im Krefelder Zoo bekannt. Wie ein Bericht des Innenministerium zeigt, tötete ein Polizist einen schwer verletzten Gorilla mit mehreren Schüssen aus einer Maschinenpistole.

Die Tierärztin hatte es zuvor nicht geschafft, das Tier einzuschläfern. Doch der Bericht des Innenministeriums an den nordrhein-westfälischen Landtag offenbart weitere, schreckliche Details aus der Silvesternacht.

Krefelder Zoo: Polizisten positionierten sich mit Maschinenpistolen ums Affenhaus

Laut Innenministerium hatten sich bereits während des Brandes Polizisten mit Maschinenpistolen rund um das Affenhaus postiert, um notfalls verletzte oder panische Tiere zum Schutz der Einsatzkräfte zu stoppen. Dazu kam es nicht. Die Retter gingen laut dem Bericht davon aus, dass alle Tiere tot sind.

Gegen 8 Uhr morgens wurden dann zwei schwer verletzte Tiere gefunden, von denen die Tierärztin ein Orang-Utan-Weibchen einschläferte. Den Gorilla tötete der Beamte nach Freigabe durch den Polizeiführer.

Mit dem 34-jährigen Schützen seien in den folgenden Tagen aus Fürsorge mehrere „intensive Gespräche“ geführt worden, heißt es in dem Bericht an den Landtag. „Der Bericht des Innenministeriums lässt nur erahnen, wie belastend der Einsatz für die Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie die Mitarbeiter des Zoos gewesen sein muss“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Verena Schäffer.

Tatsächlich sei die „emotionale Belastung bei allen Einsatzkräften sowie beim Personal des Zoos immens“ gewesen, heißt es in dem Bericht. „Während und nach dem Einsatz wurde den Einsatzkräften und den Mitarbeitern eine psychologische Unterstützung angeboten.“

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Zwei Himmelslaternen landeten im Baum, eine auf dem Affenhaus

Das Innenministerium führt in dem Bericht auch den aktuellen Ermittlungsstand aus. Demnach hatten bereits um 2.20 Uhr - keine zwei Stunden nach der Alarmierung der Feuerwehr - erste Zeugen Hinweise auf Himmelslaternen gegeben. Am nächsten Tag meldeten sich drei Frauen, die nach Mitternacht fünf der Leuchten hatten steigen lassen. Zwei seien in einem Baum hängen geblieben, drei weiter geflogen.

Laut Innenministerium landete eine auf dem Dach des Affenhauses - wo sie laut Bericht „mit unbekanntem, entflammbarem Material in Kontakt gekommen ist. Im weiteren Verlauf kam es zur Flammenbildung und danach zum Vollbrand des Gebäudes.“

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Politik fordert bessere Brandschutzbestimmungen in Zoos

Die Grünen-Politikerin Schäffer sagte der dpa: „Die Landesregierung muss dieses schreckliche Ereignis zum Anlass nehmen, für stärkere Brandschutzbestimmungen in den Zoos zu sorgen. Dazu gehören zum Beispiel die Verpflichtung zur Installation von Brandmelde- und Sprinkleranlagen im gesamten Gebäudebestand.“

Bei dem Brand im Affenhaus waren mehr als 30 Tiere ums Leben gekommen. Zwei Schimpansen überlebten verletzt. Sie sind laut einer Mitteilung des Zoos von Anfang Januar auf dem Weg der Besserung. (dpa/mb)

 
 

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