Fehlender Bindestrich auf Kennzeichen kostet im Ausland teures Bußgeld

Daniel Cnotka
Wo früher der Bindestrich war, ist jetzt das große Landeswappen.
Wo früher der Bindestrich war, ist jetzt das große Landeswappen.
Foto: Jakob Studnar
Weil auf den neuen Nummernschildern das NRW-Wappen den Bindestrich verdrängt, können Autofahrer im Ausland in teure Bußgeldfallen tappen. Einem Autofahrer aus Duisburg ist das passiert. Wer sich davor schützen will, muss zum Straßenverkehrsamt gehen und den Fahrzeugschein ändern lassen.

Duisburg. Mit einer reichlich geschröpften Geldbörse ist ein Mann aus Duisburg jüngst aus seinem Österreich-Urlaub zurückgekehrt. 300 Euro hatte ihm ein Polizist abgeknöpft. Grund dafür ist offenbar ein fehlender Bindestrich auf dem Nummernschild. Die Erklärung des Polizisten: Im Fahrzeugschein sei zwischen dem Ortskürzel und der Buchstaben-Kombination – im Gegensatz zum Schild – ein Bindestrich vermerkt. Somit würden Eintrag und Schildprägung nicht übereinstimmen, ein Bußgeld sei fällig. Das zahlte der Mann zähneknirschend. Auch wenn sich’s kleinkariert und nach Abzocke anhört, der Polizist hatte streng genommen Recht. Ähnlich sollen übrigens auch Ordnungshüter in Italien vorgegangen sein.

Bußgelder in Österreich und Italien

Was tun? Frank Kopatschek, Sprecher der Stadt Duisburg, bestätigt das Tun der Österreicher und Italiener. „Es gibt Fälle, in denen bis zu 500 Euro Bußgeld kassiert worden waren.“ Der Bindestrich bei den EU-Nummernschildern sei übrigens dem Landeswappen auf dem Kennzeichen zum Opfer gefallen. „Das Landeswappen ist größer als die früheren Stadtwappen, der Strich passte offenbar nicht mehr drauf.“

Abkassierten Fahrern bringt diese Erklärung indes wenig. Und womöglich eine Erkenntnis: Damit sie im kommenden Urlaub ihr Geld für etwas weniger Ärgerliches ausgeben können, bleibt der Gang zum Straßenverkehrsamt. Dort kann man sich den Fahrzeugschein neu ausdrucken lassen, dann ohne Bindestrich. Die Stadt Duisburg macht das übrigens zum Selbstkostenpreis von einem Euro...