Fans feierten großteils friedlich - 70 Randalierer in Essen

Auch auf der Friedrich-Wilhelm-Straße in Duisburg war die Polizei bei Feiern mit Tausenden Fans im Einsatz.
Auch auf der Friedrich-Wilhelm-Straße in Duisburg war die Polizei bei Feiern mit Tausenden Fans im Einsatz.
Foto: Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool
Die Polizei in NRW zieht nach der WM-Nacht zum Halbfinale eine positive Bilanz. Ausschreitungen mit rund 70 Personen hatte es in Essen am Hauptbahnhof gegeben. Dort wurde eine 16-Jährige durch einen Böller verletzt. In Mülheim hat ein Randalierer einen Polizisten verletzt.

Düsseldorf. Fußball-Fans in Nordrhein-Westfalen haben in der Nacht zu Mittwoch weitgehend friedlich den Sieg der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Brasilien gefeiert. In zahlreichen Städten in NRW fuhren begeisterte Anhänger des deutschen Teams in Autokorsos durch die Straßen, wie die Polizei am Mittwoch berichtete. Bei den Feiern kam es nur zu kleineren Zwischenfällen. Am Essener Hauptbahnhof randalierten nach Polizeiangaben rund 70 Menschen.

In Marl räumte die Polizei eine Kreuzung mit 90 Fans. In Essen, Bottrop und Detmold explodierten Böller, in Münster brannten feiernde Fans mehrere Bengalos ab. Vielerorts bremste der Dauerregen die Freude am Feiern. "Durch den Regen hatten viele wohl keine Lust, auf die Straße zu gehen", sagte ein Polizeisprecher in Bonn. Es gab einzelne Verkehrsunfälle und die Polizei erwischte angetrunkene Autofahrer.

Der Sauerlandpark in Hemer hatte trotz Dauerregens am Open-Air-Angebot festgehalten - am Ende schaute das Organisationsteam das Spiel gemeinsam mit 19 hartgesottenen Fußballfans.

Rund 400 Autos bei Korso in Duisburg, fünf Strafanzeigen

Rund 400 Autos bildeten in Duisburg einen Autokorso und fuhren hupend durch die Innenstadt, am Straßenrand versammelten sich nach Polizeischätzungen rund 700 Menschen. Am Kometenplatz in Walsum trafen sich rund 300 Autofahrer, am Hamborner Rathaus zählte die Polizei um die 400 Fahrzeuge.

Einschreiten mussten die Beamten, nachdem Fans mit Bengalo-Fackeln hantiert und Knallkörper geworfen hatten. Die Polizei nahm daraufhin einen jungen Mann zur Personalienfeststellung vorläufig fest. Insgesamt schrieben die Polizisten fünf Strafanzeigen: vier wegen des Umgangs mit Feuerwerkskörpern, eine wegen Körperverletzung.

Beim Rudelgucken in den Duisburger Kneipen gab es laut Polizeisprecher Ramon van der Maat keine Vorfälle. Im Hotel Sittardsberg verfolgten relativ wenig Fans das Spiel Deutschland gegen Brasilien, der Delta Musik Park hatte das Public Viewing in Hamborn wegen des anhaltenden Regens am frühen Abend doch noch abgesagt.

16-Jährige und Polizist in Essen verletzt

Im Märkischen Kreis gab es insgesamt zehn, aufgrund der schlechten Wetterlage zum Teil nur mäßig besuchte, Public-Viewing-Veranstaltungen. Die insgesamt 2385 Besucher verhielten sich friedlich. Auch die Autokorsos im Anschluss des Spiels verliefen ruhig.

Im Kreis Wesel hatten ca. 3800 Personen den Halbfinalsieg gegen die Brasilianer bei den Publik-Viewing-Veranstaltungen verfolgt. Nach Ende des Spiels gab es in den vier großen Städten des Kreises Autokorsos. Auch im Kreis Recklinghausen zählte die Polizei lediglich rund 3100 Fans bei Public-Viewing-Veranstaltungen. Ein 44-jähriger Bottroper wurde hier bei Böllerwürfen erwischt.

In Hagen sind etwa 400 bis 500 teilweise aufwendig geschmückte Autos unterwegs gewesen, weitere 300 bis 400 Fußballfans säumten die Straße. Lediglich ein Unbekannter zündete einen Bengalo.

In Gladbeck musste die Polizei zum Einsatz, als einige Fans zwei Linienbusse gestoppt und aufgeschaukelt hatten. In Oberhausen-Königshardt sind die Einsatzkräfte 400 jungen Fans mit "massiven Polizeikräften" begegnet. Ausschreitungen hätten hier auf diese Weise verhindert werden können. In Essen-Borbeck wurde eine 16-Jährige durch einen Böller verletzt. Ein 20-Jähriger hatte außerdem in Mülheim einen Polizisten leicht verletzt und wurde danach in Gewahrsam genommen. (mit dpa)