Fall Greta (†3) in Viersen (NRW): Das wissen wir über die verdächtige Erzieherin

Viersen (NRW): Im Fall der verstorbenen Greta entdecken die Ermittler immer neue Details zu der beschuldigten Kita-Erzieherin (25).
Viersen (NRW): Im Fall der verstorbenen Greta entdecken die Ermittler immer neue Details zu der beschuldigten Kita-Erzieherin (25).
Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services

Viersen. Der Tod des dreijährigen Kita-Kindes Greta erschüttert die Region. In einer Kita in Viersen (NRW) soll eine Erzieherin (25) dem kleinen Mädchen am 21. April derart schwere Verletzungen zugefügt haben, dass das Kind nur wenige Tage später am 4. Mai daran verstarb.

Gegen die Erzieherin aus der Kita in Viersen (NRW) wird wegen Mordverdachts ermittelt. Dabei kamen beunruhigende Details über die Kitas ans Licht, in denen die Erzieherin vorher gearbeitet hatte. Ein Überblick.

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Viersen (NRW): Der Fall Greta (†3) – Was ist über die verdächtige Erzieherin bekannt?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Erzieherin wegen heimtückischen Mordes. Greta starb an einem schweren Hirnschaden, verursacht durch Sauerstoffmangel. Die Rechtsmediziner fanden Spuren, die auf Gewalteinwirkung deuteten, konnten diese aber nicht genauer definieren. Da bei der Obduktion keine Spuren entdeckt wurden, die auf ein Erwürgen oder Erdrosseln hindeuten, geht der Bürgermeister von Kempen, Volker Rübo, davon aus, dass die Frau sehr geschickt vorgegangen sein dürfte, dass sie entsprechend bewandert war.

Bei ihren Ermittlungen stießen die Behörden in den drei anderen Einrichtungen, in denen die 25-Jährige zuvor angestellt war, auf Vorfälle, in denen Kinder ebenfalls Atemprobleme hatten - teilweise wohl auch mehrfach. Die 25-jährige Erzieherin arbeitete seit Sommer 2017 in insgesamt vier Kitas:

  • Familienzentrum Florastraße, Krefeld (1. August 2017 bis 31. Juli 2018)
  • Kindertagesstätte Mullewapp, Kempen (1. August 2018 bis 31. Juli 2019)
  • Kindertagesstätte Tönisvorst (9. September bis 30. November 2019)
  • Kindertagesstätte Viersen (2. Januar bis 21. April 2020)

Erzieherin galt als „wenig geeignet“ für den Beruf

Ihre Ausbildung zur Erzieherin hat die Beschuldigte am Rhein-Maas Berufskolleg in Kempen gemacht. Nach Angaben der Polizei wurde in ihrem praktischen Anerkennungsjahr in Krefeld festgestellt, dass die heute 25-Jährige wenig geeignet sei für den Beruf. Trotzdem schloss sie ihre Ausbildung zur staatlich geprüften Erzieherin ab.

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Für die pädagogische Geschäftsführerin des Kita-Trägers Konzepte, Carola Kammerlander, ist das widersprüchlich: „Es muss ja klar sein, wenn ich jemanden im Anerkennungsjahr nicht für geeignet halte, würde der den Berufsabschluss nicht kriegen.“ Die Stadt Krefeld äußert sich mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zu dem Fall bislang nicht.

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Der Deutsche Kita-Verband stellte zudem fest, dass die Zeugnisse der Frau wenig aussagekräftig seien, da problematische Aspekte wie fehlende Empathie allein aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht in Zeugnissen von Erziehern genannt werden dürfen.

Frühere Ermittlungen gegen die Erzieherin wurden eingestellt

Die heute 25--Jährige hatte im Mai 2019 behauptet, einer anderen Frau in einem Wald bei Geldern zur Hilfe gekommen zu sein, da diese von einem Unbekannten bedrängt wurde. Dieser habe sie dann mit einem Messer im Gesicht verletzt. Nachdem sie sich in Ungereimtheiten verstrickt hatte, hatte sie schließlich eingeräumt, dass das, was sie erzählt habe, „möglicherweise alles nicht richtig“ gewesen sei. Daraufhin stand sie im Verdacht, eine Straftat vorgetäuscht zu haben – doch die Ermittlungen wurden wegen geringer Schuld eingestellt.

Sie sei nicht vorbestraft und geständig gewesen, sagt die Staatsanwaltschaft. Weil sie psychisch auffällig gewesen sei, habe man ihr umfassende psychologische Hilfe angeboten. Unklar ist, ob sie das Angebot angenommen hat. Da der/die Betroffene als unschuldig und weiterhin nicht vorbestraft gilt, wenn Ermittlungen gegen ihn/sie eingestellt werden, stand von diesem Verdacht auch nichts im Führungszeugnis der Erzieherin.

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