Europawahl: Grüne nehmen NRW im Sturm – Zahlen zeigen unfassbaren Erfolg

Die Grünen feierten bei der Europawahl einen überwältigenden Erfolg. Die Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck haben allen Grund zur Freude.
Die Grünen feierten bei der Europawahl einen überwältigenden Erfolg. Die Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck haben allen Grund zur Freude.
Foto: dpa

Die Grünen sind in einer neuen Ära angekommen. Nachdem die Partei 2017 eine Schlappe nach der anderen kassierte, ist die einstige Protestpartei bei der Europawahl nun mit ungeahnter Stärke zurück. Die Grünen haben einen historischen Triumph errungen. Erstmals bei bundesweiten Wahlen landete die Partei auf Platz zwei - nur knapp hinter der CDU.

In NRW zeigt sich, wie epochal der Erfolg der Grünen wirklich war. Hier einige Zahlen:

  • In Bonn holten die Grünen 31,9 Prozent - und wurden stärkste Kraft
  • In Düsseldorf holten die Grünen 29,3 Prozent - und wurden stärkste Kraft
  • In Bielefeld holten die Grünen 28,2 Prozent - und wurden stärkste Kraft
  • In Köln holten die Grünen 33,1 Prozent - und wurden stärkste Kraft
  • In Münster holten die Grünen 36,6 Prozent - und wurden stärkste Kraft

Europawahl: Grüne feiern auch im Ruhrgebiet Erfolge

Natürlich handelt es sich bei den genannten Städten um traditionelle Hochburgen der Grünen. Doch auch im Ruhrgebiet, wo die Grünen eigentlich einen schweren Stand haben, holten die Grünen Rekordergebnisse:

  • Essen, 22,8 Prozent
  • Duisburg, 19,54 Prozent
  • Bochum, 24,4 Prozent - sogar hier wurden die Grünen stärkste Kraft
  • Oberhausen, 18,7 Prozent

Selbst im ländlichen Raum, eigentlich in den meisten Gegenden eine Hochburg der CDU, konnten die Grünen in weiten Teilen deutlich mehr als 20 Prozent holen:

  • Kreis Steinfurt, 23,32 Prozent
  • Kreis Warendorf, 22,1 Prozent
  • Stadt Kleve, 23,8 Prozent

So erklärt Robert Habeck den Erfolg der Grünen

Damit lässt sich kaum mehr abstreiten, dass die Grünen den Weg in die Mitte der Gesellschaft gefunden haben. Scharenweise liefen Wähler von CDU und SPD zu der Partei über. Die „Fridays for Future“-Bewegung, die Debatte um das „Zerstörungs-Video“ von Youtuber Rezo und die Fokussierung von CDU und SPD auf ältere Wähler dürften den Grünen geholfen haben.

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Robert Habeck erklärte den Erfolg der Grünen im Gespräch mit DER WESTEN vor der Wahl so: „Die Themen der Grünen sind im letzten Jahr ins Zentrum der Politik gerückt. Wir hatten den extrem heißen Sommer, die Dürre mit Ernteausfällen, Hitze in den Städten. Das hat das Bewusstsein bei vielen geweckt, dass die Klimakrise konkret ist. Vorher hat man das gern verniedlicht, nach dem Motto: Wenn die Ostsee zwei Grad wärmer wird, muss ich nicht so frieren beim Baden. Damit ist jetzt Schluss, die Menschen spüren, dass sich etwas ändert. Und dass wir verdammt viel tun müssen, um die Klimakrise im Griff zu behalten.“

 
 

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