Essen: Achtung, neue Masche von NRW-Paketmafia – Bote will Päckchen zustellen, dann schöpft er Verdacht

In NRW ist eine Paket-Mafia am Werk. Ein Fall aus Essen lässt aufhorchen.
In NRW ist eine Paket-Mafia am Werk. Ein Fall aus Essen lässt aufhorchen.
Foto: IMAGO / photothek

Achtung, ein gefährlicher Fall aus Essen lässt aufhorchen! Im vergangenen Sommer wurde ein Paketbote misstrauisch. Daraufhin flog ein Betrüger auf. Jetzt kommt raus, wie die betrügerische Paketmafia in NRW vorgeht.

Essen: Paketbote lässt Betrüger aus NRW auffliegen

Immer mehr Menschen bestellen seit der Corona-Pandemie Waren im Internet. Das nutzen häufiger auch Betrüger aus.

Im Fall aus Essen (NRW) lief es so: Ein Paketbote (39) sollte bereits in der Vergangenheit Pakete von Vodafone, in denen sich vermeintlich hochwertige Smartphones befanden, zustellen. Der auf dem Paket stehende Name ließ sich an der Adresse auf der Altendorfer Straße jedoch nicht finden. Der Paketfahrer wollte seine Fahrt daraufhin fortsetzen.

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Ein vermeintlicher Betrüger sprach ihn daraufhin an und gab sich als Empfänger aus. Doch der vorzeigte Ausweis machte den Boten misstrauisch, er händigte das Paket nicht aus und rief die Polizei. Nach weiteren Fällen stellten er und die Polizisten den Paketbetrügern eine Falle.

Paket-Mafia in NRW: Verdächtiger flüchtet

Bei der nächsten Vodafone-Auslieferung zog sich ein verdeckter Ermittler eine Jacke des Paketversandes an. Tatsächlich stand ein Mann in der Nähe und verhielt sich verdächtig, sprach den verdeckten Ermittler aber nicht an. Daher sprachen die Beamten den Verdächtigen wenig später an, woraufhin der versuchte zu fliehen und Papiere in einer Hecke verschwinden ließ. Bei ihm wurden am Ende mehrere Klebeetiketten mit gleichem Namen und ein gefälschter Ausweis auf diesen Namen gefunden.

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Anwohner beobachtet wie Verdächtiger Namensschilder austauscht

„Kein Einzelfall, wir haben immer wieder ähnliche Fälle“, sagt die Essener Polizeisprecherin Sylvia Czapiewski. Auch in Mülheim versuchte ein Paketagent sich ein Paket mit hochwertigen Smartphones unter falschen Namen in einem Hotel zustellen zu lassen. Auch er flog auf. In Rüttenscheid war im Juli 2020 einem Anwohner ein Mann aufgefallen, der seit einiger Zeit die Namensschilder an einer Klingel austauschte und Pakete annahm. Es ist eine Masche, die sich deutschlandweit wiederholt. Polizeisprecherin Sylvia Czapiewski rät daher: „Wir empfehlen nur Pakete von Nachbarn anzunehmen, die man auch kennt und auf den gesunden Menschenverstand zu vertrauen.“

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Mitunter köderten Paketagenten etwa Studenten und versprechen ihnen einfach verdientes Geld. Alles was sie tun müssen: Pakete empfangen und mit neuer Adresse weiterverschicken. „Oft wissen die nicht, dass sie sich damit strafbar machen. Und es kommt vor, dass sie am Ende nicht nur in Teufelsküche kommen, sondern auch auf ihr Geld vergeblich warten“, so die Essener Polizeisprecherin.

Paket-Mafia: „Kein Massenphänomen, sondern Einzelfälle“

Auch bei der Deutschen Post DHL ist man gewarnt. „Unserer Paketboten sind sensibilisiert und wir machen keine Verdachtszustellung“, erklärt Rainer Ernzer, Sprecher der Deutsche Post DHL Group in Nordrhein-Westfalen. Heißt: Hat der Zusteller Zweifel, rückt er das Paket nicht raus. Man befinde sich jedoch im Massengeschäft und gerade neuen Paketboten, die den Bezirk noch nicht in und auswendig kennen, könne ein Betrug mitunter nicht auffallen, gesteht Ernzer. „Aber das ist kein Massenphänomen, sondern es kommt in Einzelfällen vor.“

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Doch Bestellbetrug hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Oft sind E-Commerce-Händler betroffen. Drei von vier Unternehmen wurden 2019 Opfer von Cyberkriminellen - 2017 nur jedes zweite, heißt es im Bundeslagebild Cybercrime dazu. Die Täter kommen häufig übers Darknet an Kundendaten. „Es gibt einen schwungvollen Handel mit gehacketen Kundenaccounts und Adressen im Darknet“, so die Polizeisprecherin. Ihr Rat: „Nichts sollte so gut gesichert sein wie die eigenen Daten.“

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Wenn du denkst, du bist Opfer eines Paketbetrugs geworden, kannst du Folgendes tun:

  • Ruhe bewahren und die Polizei informieren
  • Strafanzeige gegen Unbekannt stellen
  • Einen Rechtsanwalt hinzuziehen
  • Das Versandhaus über den Vorfall informieren
  • Die Rechnung oder Inkassoforderung auf keinen Fall bezahlen

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Neue Masche mit SMS zur angeblichen Prüfung eines Paketversandes

Das die Kriminellen kreativ sind, zeigt auch eine neue Masche der Paketmafia. Aktuell warnt die Polizei, dass Smartphone-Nutzer per SMS zur Prüfung eines angeblichen Paketversandes aufgefordert werden. Zur Nachricht gehört ein Link. Mit einem Klick darauf, kann eine Schadsoftware auf das Handy geladen werden, die kostenpflichtige SMS und MMS senden und empfangen kann und eine Fernsteuerung des Handys ermöglicht.