Essen: Kita-Platz in Corona-Notbetreuung – Experte warnt! „Das ist...“

Während der Notbetreuung gibt es genügend Plätze für alle Kinder. (Symbolbild)
Während der Notbetreuung gibt es genügend Plätze für alle Kinder. (Symbolbild)
Foto: imago images

Essen / Oberhausen. Von jetzt auf gleich mussten Schulen und Kitas in der vergangenen Woche wegen des Coronavirus' auch in NRW schließen. Bis zum 19. April bleiben die Einrichtungen erst einmal mindestens dicht.

Viele Eltern arbeiten im Home Office und sind nun im Doppelstress, weil die Kinder beschäftigt werden wollen. Doch was ist mit den Kindern in NRW, deren Eltern in sogenannten „systemrelevanten Berufen“ arbeiten? Wie läuft das mit der Notbetreuung in den Kitas vor Ort? DER WESTEN hat bei den Jugendämtern in Essen und Oberhausen nachgefragt.

NRW: Kita-Platz in der Notbetreuung - „Absolute Notlösung“

„Wir ziehen den Notmodus durch“, erklärt Ulrich Engelen, Leiter des Jugendamtes der Stadt Essen. Normalerweise gibt es in der ganzen Stadt 19.000 städtische Kitaplätze. Momentan kommen gerade einmal 500 Kinder (Stand Freitag) in der Notbetreuung der insgesamt 270 städtischen Kitas unter. Zusätzlich sind es noch einmal 37 Kinder in der Kindertagespflege.

Da alle Kitas aufbleiben, damit die Kinder in ihrer gewohnten Umgebung sind, ist der Betreuungsschlüssel rein rechnerisch mit 1,8 Kindern in jeder Kita fast eine 1:1 Betreuung.

In Oberhausen ist die Situation ähnlich: Es gibt 777 Plätze in der Notbetreuung (Stand Montag). Die Plätze sind gedrosselt. Doch nur 183 Plätze werden beansprucht, wie der Oberhausener Jugendamtsleiter Ertunc Deniz mitteilt. Davon sind 19 Kinder in der Kindertagespflege untergebracht, die restlichen 164 in Kitas.

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Und das obwohl am Wochenende ein neuer Erlass zum Tragen kam: Vorher mussten beide Elternteile einen „systemrelevanten Beruf“ nachweisen. Jetzt reicht es, wenn nur einer der beiden in „kritischer Infrastruktur“ arbeite und der andere keine Möglichkeit hat, das Kind zu betreuen.

>>> Alle Änderungen zur Neuregelung der Notbetreuung vom Familienministerium findest du hier <<<

In Essen rechnet Engelen deshalb nun mit einem minimalen Anstieg von etwa zehn Prozent an Kindern.

„Das ist die absolute Notlösung“

„Wir fragen die Eltern natürlich, ob es keine andere familiäre Möglichkeit gibt, das Kind unterzubringen. Das ist die absolute Notlösung“, macht Engelen klar. Großeltern fallen hier aber weg, weil sie zur Risikogruppe gehören. Die Gefahr ist zu groß, dass sie sich mit dem gefährlichen Virus infizieren.

Alleinerziehende hatten selbstverständlich auch zuvor als Pflegekräfte, Polizeibeamte, Ärzte, Erzieher oder Kassierer einen Anspruch auf den Kita-Notplatz.

Aber ansonsten basiert die Abfrage auf Vertrauensbasis. Engelen: „Wir glauben den Eltern dann, dass sie in einer Notsituation sind.“ Die niedrigen Zahlen sprächen schließlich für sich.

Doch mit dem neuen Gesetz werden auch Kinder aufgenommen, die vorher überhaupt keinen Kita-Platz hatten. „Was das in der jetzigen Situation für eine Umstellung für das Kind ist, darüber hat sich noch keiner Gedanken gemacht“, gibt Deniz zu bedenken.

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In Schulen gibt es in der Offenen Ganztagsbetreuung übrigens auch eine Notbetreuung. Hier müssen auch Lehrer im Wechsel ran. „Doch zuletzt saßen wir da mit zwei Lehrern, die auf ein Kind aufpassten“, erzählt eine Lehrerin aus Mülheim gegenüber DER WESTEN.

Viel schwieriger wird es auch bei den Heimkindern, die nicht einfach zurück in ihre Familien gegeben werden können, wenn sie erkranken, verdeutlicht Engelen. Auch da müssen nun Lösungen her. Mit anderen Trägern und auch mit der Kirche stehe man in Kontakt, um das Wohlergehen weiterhin aufrechtzuerhalten.

Erzieher in der Kita arbeiten im Wechsel

Noch läuft es in den Kitas also seinen gewohnten Gang. Doch inwieweit das Coronavirus sich noch weiter ausbreitet, das mag sich auch Ulrich Engelen noch nicht ausmalen. „Wir werden sehen, wo das hinführt“, sagt er. Wenn ein Corona-Fall in der Kita eintrete, käme eine „zweite Mannschaft“ zum Zuge. Denn nicht alle Erzieher sind gleichermaßen im Einsatz, um zur Not auch einspringen zu können.

Zu wenig Kita-Plätze wie in „normalen“ Zeiten, dass die Einrichtungen aus allen Nähten platzen und Eltern keinen Platz mehr für ihr Kind finden, herrscht in Corona-Zeiten jedenfalls nicht.

 
 

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