Einbruchserie - Anwohner in Lünen beauftragen eigenen Wachdienst

Polizeihauptkommissar Detlef Neßler (l.), stellv. Leiter der Polizeidienststelle Lünen, stand Bürgern Rede und Antwort zum Thema Hauseinbrüche und -einbruchsversuchen im Bereich Horstmarer Straße.
Polizeihauptkommissar Detlef Neßler (l.), stellv. Leiter der Polizeidienststelle Lünen, stand Bürgern Rede und Antwort zum Thema Hauseinbrüche und -einbruchsversuchen im Bereich Horstmarer Straße.
Foto: Archivfoto: Volker Beuckelmann
Eine Einbruchserie sorgt derzeit in Lünen für Aufregung unter Einwohnern. Im Wohngebiet an der Horstmarer Straße haben Anwohner jetzt einen eigenen Wachdienst beauftragt. Die Polizei warnt auf einer Bürgerversammlung vor Reaktionen wie der Gründung einer Bürgerwehr.

Lünen. Aufgebrochene Türen, aufgehebelte Fenster, psychisch traumatisierte Menschen: Die Anwohner rund um die Horstmarer Straße sind geschockt. Jeweils drei vollendete und drei versuchte Hauseinbrüche im März halten sie und die Polizei in Atem. Am Donnerstag trafen sich rund 50 besorgte Bürger im betroffenen Wohngebiet zu einem Gedankenaustausch mit Hauptkommissar Detlef Neßler, dem stellvertretenden Leiter der Polizeidienststelle Lünen.

Neßler versicherte: "Dieser Wohnbereich ist zurzeit im Fokus der Polizei." Das Verständnis für die Sorgen und Belange der Bevölkerung sei groß. Im Vergleich zu den Vormonaten sei die Häufung der Straftaten besonders am Osterwochenende im Bereich Horstmarer Straße auffällig. Dies begründe aber nicht, eine Bürgerwehr auszurufen oder einen Sicherheitsdienst zu beauftragen, meinte Neßler. Nur die Polizei habe entsprechende Befugnisse etwa bei der Feststellung von Personalien.

Mit Pfefferspray ausgerüstet

Der größte Schaden sei der psychische Schaden, der die Menschen zusammen geführt habe, charakterisierte Professor Dr. Johannes R. Hofnagel, der mit Bürgern zur Versammlung eingeladen hatte, die Situation. Es kamen nicht nur Betroffene der Horstmarer Straße zum Ortstermin, sondern auch ein Ehepaar, das am Hauptbahnhof wohne und vor Tagen fast Opfer eines Einbruches geworden wäre. Ihnen stand die Verunsicherung förmlich ins Gesicht geschrieben. "Wir müssen für mehr Sicherheit an unserem Haus sorgen", betonte der Bürger mit Blick auf nachträgliche Sicherheitsvorkehrungen.

Manche Anwohner würden derzeit nachts kaum ein Auge mehr zumachen und hätten sich bereits Pfefferspray besorgt. Auch ein eigens beauftragter Sicherheitsdienst sei im Einsatz. Detlef Neßler stellte klar, dass die Polizei keine Sicherheit rund um die Uhr versprechen könne - trotz Streifen in Zivil und Uniform sowie Sondereinsätzen zur Bekämpfung der Kriminalität. Daher sei jeder Bürger gefordert, sein Eigentum zu schützen. "Ich empfehle zunächst die erhöhte Aufmerksamkeit und verdächtige Personen und Fahrzeuge zur Kenntnis zu nehmen", so der Polizeihauptkommissar.

Nachbarschaftshilfe ist gefragt

Er fügte hinzu: "Bei nicht koscherem Verhalten sollte die Polizei kontaktiert werden." Vertrauen und Dialog zwischen Polizei und Bürgern seien sehr wichtig, betonte Neßler und bekam dafür Beifall. Grundlegend empfiehlt Detlef Neßler, dass bei Dunkelheit Rolladen geschlossen und Licht eingeschaltet werden sollten. Geregelte Zeitschaltuhren könnten dienlich sein. Briefkästen sollten regelmäßig geleert werden.

Nachbarschaftshilfe sei gefragt. Das Kommissariat "Kriminalprävention und Opferschutz" bietet am Donnerstag, 11. April, um 18 Uhr in der Gaststätte "Zur Süggel" (Bebelstraße 72) eine Info-Veranstaltung zum Thema vorbeugende Maßnahmen zu Hauseinbrüchen an.

 
 

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