Ein Herz für Afrika

Steffi Neu blickt auf ein arbeitsreiches Jahr als Botschafterin für die Aktion Pro Humanität
Steffi Neu blickt auf ein arbeitsreiches Jahr als Botschafterin für die Aktion Pro Humanität
Foto: Lars Heidrich
WDR 2-Moderatorin Steffi Neu ist Botschafterin der Niederrheinischen Aktion Pro Humanität. Derzeit unterstützt die Aktion mit Spendengüternd en Kampf gegen Ebola. Im Interview spricht Steffi Neu über Hilfsbereitschaft und Egoismus.

An Rhein und Ruhr.  Ihre Stimme ist unverkennbar, doch ihr Gesicht ist nicht jedem bekannt. Aber genau dieses Gesicht von Steffi Neu ist seit 2013 Aushängeschild der „Aktion Pro Humanität“ (APH), einer Afrika-Hilfe vom Niederrhein. Die Organisation ist seit über 20 Jahren ehrenamtlich aktiv, unterhält u.a. ein Krankenhaus in Benin. Einzig aus Spenden finanziert, werden auch im Niger Krankenstationen aufgebaut und Brunnen zur Trinkwasserversorgung gebohrt. Ein Schwerpunkt ist die medizinische Versorgung für behinderte Kinder und mangelernährte Kleinkinder. Auch im Kampf gegen Ebola hat sich APH eingesetzt: 15 000 Euro Spenden kamen zusammen, mit denen fast eine Tonne an Schutzkleidung und Medikamenten nach Sierra-Leone gebracht wurden. In wenigen Wochen soll ein OP-Container auf die Reise gehen. Steffi Neu unterstützt APH als Botschafterin und sammelt durch ihr breit aufgestelltes Netzwerk Spenden.

Frau Neu, Sie sind Botschafterin der Aktion Pro Humanität. Warum gerade diese Hilfsorganisation?

Weil die Aktion Pro Humanität genauso vom Niederrhein kommt wie ich. Ich habe 2008 bereits das Buch „Kinderleben in Afrika – Kein Kinderspiel“ als Hörspiel vertont. Dieses Buch wurde von Dr. Elke Kleuren-Schryvers geschrieben, die als Ärztin für die Aktion Pro Humanität aktiv ist und die Organisation ins Leben gerufen hat. Als sie dann im vergangenen Sommer bei mir auftauchte, war mir irgendwie klar, dass diesmal mehr als ein einmaliges Angebot dahinter steckt.

Und Sie haben sofort „Ja“ gesagt?

Eigentlich schon. Ich stehe schon seit vielen Jahren in Kontakt mit der gemeinnützigen Organisation und ihrer medizinischen Arbeit in Afrika. Aber man schlägt sich ja selbst nicht als Botschafterin vor. Dieser Titel ist für mich eine große Ehre, und ich mache das gerne.

Was sind denn Ihre Aufgaben als Botschafterin?

Viel telefonieren (lacht). Ich setze mir Ziele, die ich erreichen möchte. Als ich Botschafterin wurde, wollten wir 100 000 Euro für die Anschaffung eines OP-Containers sammeln. Das haben wir dank eines Großspenders auch innerhalb eines Jahres geschafft. Eigentlich ging das ganz schnell, aber für mich kann es nie schnell genug gehen. Ich bin ehrgeizig und ein wenig ungeduldig. Ein weiteres Ziel war es, eine Benefizgala auf die Beine zu stellen. Und auch das haben wir geschafft. Diese Gala wird im Februar stattfinden, und wir sind sehr zufrieden, dass die Planung bisher so geklappt hat wie wir uns das vorgestellt haben.

Wenn sich Ihre Hauptaufgabe darauf bezieht, Kontakte zu knüpfen, wie sieht es mit der Spendenbereitschaft aus, wenn Sie anrufen?

Manche Spender sagen sofort zu, andere sagen leider ab oder melden sich gar nicht. Aber davon darf man sich nicht entmutigen lassen. Manchmal, wenn ich einen schlechten Tag habe, klappt auch mal gar nichts. Und trotzdem haben wir eine Benefizgala auf die Beine stellen können, die mit Top-Gästen, wie Guildo Horn, besetzt ist. Moderieren werden mein Kollege Ludger Kazmierczak und ich. Beim Organisieren bin ich übrigens typisch niederrheinisch: Ich gebe das Geld erst dann aus, wenn ich es habe.

Sind sie hilfsbereit?

Ja, sehr sogar. Ich helfe gerne, wenn ich weiß, dass es ankommt.

F inden Sie, dass die Gesellschaft hilfsbereiter sein könnte, wenn sie es wollte?

Ich finde, viele müssten mehr mit offeneren Augen durch den Tag gehen und die Not und das Leid, das vor der Haustür liegt, sehen. Ich würde mich freuen, wenn manche Menschen weniger reden und mehr tun würden. Nicht nur zu Weihnachten.

Wie sehen Sie Ihre Zukunft als Botschafterin?

Wenn die Benefizgala vorbei ist, fällt mir ein Stein vom Herzen und ich lege erst einmal die Füße hoch. Die Organisation der Gala hat viel Zeit und Mühen gekostet. Wir werden uns weitere Ziele setzen. Dann gehen wir als Organisation wieder ran und verfolgen die ehrgeizig. Ich möchte auch nach Afrika reisen und mir alles anschauen. Während viele tapfere Helfer jetzt wieder vor Ort sind, bin ich ein Schisser. Die Ebola-Epidemie hält mich ab.

 
 

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