Ehefrau mit Schrotflinte erschossen - Mann bestreitet Tat

Ein 74 Jahre alter Mann hat vor dem Landgericht Bielefeld bestritten, seine Frau mit einer Schrotflinte ermordet zu haben.
Ein 74 Jahre alter Mann hat vor dem Landgericht Bielefeld bestritten, seine Frau mit einer Schrotflinte ermordet zu haben.
Foto: Hans Blossey
Eine vermisste Frau wurde Ende April mit einem Kopfschuss im Wald gefunden. Während die Staatsanwaltschaft von Mord aus Eifersucht ausgeht, bestreitet der Ehemann die Tat vor dem Landgericht Bielefeld. Das Paar war seit 30 Jahren verheiratet und hatte zwei Kinder. Ein Sohn wohnte im Elternhaus.

Bielefeld. Ein 74 Jahre alter Mann hat vor dem Landgericht Bielefeld bestritten, seine Frau mit einer Schrotflinte ermordet zu haben. Sie habe oft Kopfschmerzen und dann wohl auch Depressionen gehabt, sagte der Angeklagte Günter Carl O. zum Prozessauftakt am Mittwoch. Die Anklage wirft ihm dagegen vor, die 49-Jährige im westfälischen Halle aus Eifersucht in einen Wald gebracht und dann mit einem Schuss ins Gesicht getötet zu haben. Danach habe er einen Selbstmord der Frau vorgetäuscht. Die Waffe gehört dem Mann, er ist Jäger.

Gabriele O. war am frühen Morgen des 16. April bei ihrer Tour als Zeitungsausträgerin spurlos verschwunden. Nur ihr Fahrrad mit sieben noch nicht ausgetragenen Zeitungen und ihr Mobiltelefon wurden gefunden. Erst zehn Tage später entdeckte eine Spaziergängerin fünf Kilometer entfernt die Leiche. Sie lag auf dem Rücken, auf dem Körper die Schrotflinte.

Angeklagter bestreitet Trennungsabsichten

Die Anklage geht davon aus, dass Günter Carl O. seine Frau verdächtigte, eine Affäre zu haben. Darum habe er sie an dem Morgen abgefangen und gezwungen, mit ihm zu einem Waldstück zu fahren. "Er tötete sie, indem er den Waffenlauf in den Mund einführte und abdrückte", sagte Staatsanwalt Christoph Mackel.

Der Angeklagte bestritt, seine Frau habe eine Affäre gehabt. Es habe auch keine Trennungsabsichten gegeben. "Ich habe meine Frau nicht erschossen", beteuerte er. Das Paar war seit 30 Jahren verheiratet und hatte zwei Kinder. Ein Sohn wohnte im Elternhaus.

Der nächste Verhandlungstermin ist der 17. September

Der 74-Jährige hatte in früheren Vernehmungen zunächst bestritten, die nicht registrierte Tatwaffe zu kennen. "Nein, habe ich nicht, auf Ehre und Gewissen", heißt es im Protokoll. Dann wurden aber seine DNA-Spuren am Gewehr entdeckt. Der Angeklagte behauptete jetzt, erst nach dem Gewehr gesucht zu haben, als er vom Tod seiner Frau erfahren habe.

Der Angeklagten gab an, er habe die Waffe 1966 gekauft und nie registrieren lassen. Das habe er aus Angst um seinen Waffenschein bei der Polizei verschwiegen. Zugleich sagte er, dass er etwa 2004 zuletzt mit einer Waffe geschossen habe.

Der nächste Verhandlungstermin ist der 17. September. (dpa)

 
 

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