Duisburg wird abgeschafft!

Rettet Duisburg! Die raue, doch gar nicht so graue Stadt am Rhein muss wieder herhalten: Als Un-Ort. Seit der Loveparade, den Rocker-Fehden und der Mercatorhallen-/Küppersmühlen-Lachnummer ist Duisburg-Verkloppen ein Volkssport. In dieser Hinsicht ist die Stadt populärer als Berlin und wird verhöhnt als arm, aber nicht mal sexy. In der Zeitschrift „Geo“ ist nun ein bekannter Architektur-Kritiker weiter gegangen und hat Duisburg ganz abgeschafft. In seiner Streitschrift „Verbietet das Bauen!“ wendet er sich gegen den Neubau-Wahnsinn an glamourösen Standorten, während ringsum Millionen Häuser leerstehen. So weit, so schlau. Doch Daniel Fuhrhop, der in keinem geringeren Ort als Paris geboren wurde, macht gewagte Vorschläge, wie man die Bagger bremsen kann. Etwa durch Altbausanierung oder „Imagekampagnen für scheinbar randständige Wohnorte (‘aus Duisburg wird Düsseldorf-Nord’)“. Ups!

Verkauft man dann in den Prospekten der Immobilienriesen die Duisburger Königstraße als Verlängerung der Kö? Wer erklärt der Schickeria den „1-Euro“-Laden statt „Armani“? Die Hochöfen gingen vielleicht als „antike Industriekulisse“ durch, die Binnenschiffe als lustige Retro-Platt-Yachten. Womöglich müsste man ausländische Mitbürger zur Tarnung Japanisch lernen lassen.

Wir entschuldigen uns vorab bei all den netten Bewohnern der Landeshauptstadt, die ja nichts für die Visionen der Herren Architekten können. Aber aus Solidarität mit den Duisburgern wird es Zeit, den berühmten Immobilienfachmann Herbert Grönemeyer zu zitieren, der es auf dem Bochum-Album seit 1984 in die Welt schmettert: „Wer wohnt schon in Düsseldorf?“

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