Düsseldorferin hilft mit Köpfchen

Dieser Brunnen in Uganda konnte durch die hilfe von 2aid.org gebaut werden. Foto: 2aid.org/Falco Peters
Dieser Brunnen in Uganda konnte durch die hilfe von 2aid.org gebaut werden. Foto: 2aid.org/Falco Peters
Foto: 2aid.org
Die Studentin Anna Vikky hat die innovativste Spendenorganisation des Landes gegründet – und sogar Preise dafür bekommen.

Düsseldorf.. Geboren wurde Anna Vikky in Düsseldorf. „Im Krankenhaus Gerresheim“, wie sie betont. Trotzdem hat sie schon als Kind erfahren, unter welchen Bedingungen Menschen in jenen Teilen der Erde leben, in denen keine westlichen Standards gelten. „Meine Eltern stammen aus Sri Lanka, viele meiner Verwandten leben noch heute dort. Oft hat mein Vater erzählt, wie arm seine Familie war und dass ihr, als er in die Schule kam, selbst für einen Bleistift das Geld fehlte.“ Auch Freunde berichteten ihr von Verwandten in anderen Ländern, die nicht genügend Nahrung und kein sauberes Trinkwasser hätten.

Und so kam Anna Vikky, die schon als Schülerin vor sieben Jahren Geld für die Tsunamiopfer zusammentrug, zu der Überzeugung, dass sie helfen müsse. Heute gehört Spenden sammeln zum Alltag der 24-Jährigen, die Zahnmedizin studiert. Auf die Straße, so wie damals, geht Anna Vikky für Spenden heute nicht mehr: Sie sammelt im Netz. Vor zweieinhalb Jahren gründete sie die Hilfsorganisation 2aid.org, die im Internet über die eigene Homepage und über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Xing gesteuert wird. Ein Kern von elf Mitarbeitern, meist Studenten, erledigt sämtliche Arbeiten professionell – und ehrenamtlich. „Nur dadurch, dass jeder von uns sich unentgeltlich einbringt, können wir die Spenden zu hundert Prozent in unsere Projekte fließen lassen.“

Lastschrift, PayPal oder SMS

Gespendet wird bei 2aid.org über Lastschriftverfahren, Paypal, oder per SMS. Die anschließende Spendenquittung übersendet der eingetragene Verein automatisch und fiskalisch korrekt. „Rund 12 500 Unterstützer haben wir bislang. Bei uns engagieren sich Menschen aller Altersgruppen, die allerdings internetaffin sind. Die meisten spenden keine Riesenbeträge, aber darum geht es uns auch nicht“, findet Anna Vikky.

Etwa 35 400 Euro kamen auf diese Weise schon zusammen. Genug Geld, um damit 19 konkrete Projekte zu finanzieren: Unter anderem den Bau von Trinkwasserbrunnen in Uganda, einem der ärmsten Länder dieser Welt. Dort herrschen weitgehend unwürdige hygienische Zustände. Menschen müssen aus Wasserstellen schöpfen, die meist nichts weiter sind als milchig-trübe Tümpel im Busch, die von Krankheitserregern nur so wimmeln.

Mit dem Bau der Brunnen, die zwischen 600 und 7000 Euro kosten, will 2aid.org aber mehr leisten, als hygienische Standards zu verbessern. „Uns geht es im Sinne der Nachhaltigkeit darum, die Menschen langfristig in ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen. Dadurch, dass sie nicht mehr stundenlang zur Wasserstelle laufen müssen oder durch Krankheiten ausfallen, sollen Kinder etwa die Möglichkeit haben, in die Schule zu gehen – Frauen sollen Zeit finden, Körbe zu flechten, die sie verkaufen können.“

Im laufenden Jahr wartet Neues auf die Netzwerker

Für diese Zielsetzung bekam 2aid.org vom Land Nordrhein-Westfalen 2009 den Preis „NRW denkt nach(haltig)“ verliehen. 2010 gab es Bronze beim Wettbewerb „Verein des Jahres“. Auch der Deutsche Spendenrat betrachtet die innovative Arbeit der Düsseldorfer Netzwerker mit Wohlwollen und glaubt an deren Zukunft. Im gerade begonnenen Jahr möchte Anna Vikky mit ihrem Team zum einen die Projektarbeit in Uganda fortsetzen und zum anderen neues Terrain betreten. „Wir knüpfen gerade Kontakte zu einem weiteren afrikanischen Land. Dort möchten wir bald auch Trinkwasserprojekte unterstützen.“

 
 

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