Düsseldorf

Urteil gegen Kinderfänger von Düsseldorf: Mann (26) lauerte kleinen Mädchen vor der Haustür auf – DAS verhinderte die Eskalation

Düsseldorf: Ein Kinderfänger wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Düsseldorf: Ein Kinderfänger wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.
Foto: dpa

Düsseldorf. Patrick Z. (26) hat im vergangenen Jahr monatelang Angst und Schrecken in Düsseldorf verbreitet. Jetzt ist ein Urteil gegen den Arbeitslosen gefallen.

Der sogenannte Kinderfänger von Düsseldorf ist zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 26 Jahre alten Mann am Donnerstag wegen sexueller Nötigung und Missbrauchs von Kindern schuldig. Eine von der Staatsanwaltschaft geforderte anschließende Sicherheitsverwahrung lehnte das Gericht aber ab.

Düsseldorf: Urteil nach Sex-Attacken gefallen

Der 26-jährige hatte laut Anklage in vier Fällen zwischen Januar und Mai 2019 in Düsseldorf Mädchen zwischen neun und elf Jahren vor der Haustür aufgelauert und sexuell bedrängt.

Die Staatsanwaltschaft warf ihm sexuellen Missbrauch von Kindern vor, in zwei Fällen sei es beim Versuch geblieben. Im September 2019 war er festgenommen worden, nachdem er ein zehnjähriges Mädchen angesprochen hatte. Eine aufmerksame Nachbarin hatte den Vorfall beobachtet und die Polizei verständigt.

Angeklagter bestritt sexuelle Absichten

Im Prozess hatte er sexuelle Absichten bestritten und behauptet, nur mit den Mädchen reden oder mit ihnen ein Eis essen gehen zu wollen. Dem widersprach ein Opfer des Angeklagten in seiner Aussage.

Eine Video-Aufzeichnung der Aussage des damals zehnjährigen Opfers war am Dienstag vor Gericht präsentiert worden. Darin schildert das Mädchen, dass der Angeklagte es ins Treppenhaus gedrängt hatte, ihm die Jeans und sich die Jogginghose ausgezogen habe. Das Mädchen habe sich losreißen können.

Die Vernehmung konnte der 26-jährige Angeklagte damals live aus einem Nebenraum verfolgen. Als das Mädchen den Vorfall genauer beschrieb, war er laut schluchzend in Tränen ausgebrochen.

Unbehandelte Depression, nicht pädophil

Die renommierte Psychiaterin Nahlah Saimeh hatte am Donnerstag ihr Gutachten präsentiert. Demzufolge sei Patrick Z. nicht pädophil und nur eingeschränkt schuldfähig. Er leide unter einer schweren, seit Jahren unbehandelten Depression.

Der 26-Jährige sei erfolglos bei Frauen und extrem einsam gewesen, sagte Saimeh. Seine Angriffe auf kleine Mädchen entsprächen daher nicht seiner Neigung, sondern seien eine Ausweichhandlung. Er habe dennoch Glück gehabt, rechtzeitig festgenommen worden zu sein, denn seine Taten hätten durchaus eskalieren können. Der Angeklagte sei dringend therapiebedürftig.

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Die Übergriffe auf kleine Mädchen hatten die Düsseldorfer Polizei wochenlang in Alarmbereitschaft versetzt: Ein Großaufgebot ziviler Polizeikräfte hatte einen ganzen Stadtteil heimlich wochenlang observiert. Der Verdächtige, der in der Nähe des Polizeipräsidiums wohnte, hatte sein Verhalten aber geändert: Fortan schlug er an anderen Wochentagen in anderen Stadtteilen zu. Am Ende kam ihm die Polizei dennoch auf die Schliche. (ms mit dpa)

 
 

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