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Düsseldorf: Wirbel um Video mit Skandal-Rapper Farid Bang! Oberbürgermeister Thomas Geisel in der Bredouille

Düsseldorf: Oberbürgermeister Thomas Geisel hat mit einem Video mit Skandal-Rapper Farid Bang ein Beben ausgelöst.
Düsseldorf: Oberbürgermeister Thomas Geisel hat mit einem Video mit Skandal-Rapper Farid Bang ein Beben ausgelöst.
Foto: imago images/DER WESTEN

Düsseldorf. Corona beherrscht weiter unseren Alltag. Auch in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf ist die Pandemie weiter ein Thema. Doch viele Menschen halten sich nach wie vor nicht an die vorgeschriebenen Hygieneregeln, verstoßen gegen die Abstands- und Mundschutzpflicht.

Im Zuge einer Kampagne mit Prominenten will Thomas Geisel, SPD-Oberbürgermeister von Düsseldorf, die Bürger dazu animieren, die Regeln zu befolgen.

Düsseldorf: Video mit Farid Bang löst Beben aus

Doch das Vorhaben verursacht nun ein politisches Beben in Düsseldorf. Denn das Rathaus hat ausgerechnet Skandalrapper Farid Bang ins Boot geholt. Der Oberbürgermeister soll ein Video mit dem 34-Jährigen gedreht haben, das für Empörung sorgt.

Farid Bang ist höchst umstritten, seine Texte gelten als frauenverachtend, antisemitisch und homophob. In einem seiner Songs verhöhnt er Opfer häuslicher Gewalt.

Ein Stadtsprecher erklärt „RP Online“ das Video wie folgt: „Wir erreichen die Jugendlichen mit unserer Ansprache nicht.“ Nun soll ausgerechnet er ein gutes Vorbild sein?

Wegen Video mit Farid Bang: Empörung in Düsseldorf

Die Twitter-Gemeinde ist außer sich. Wir haben Reaktionen gesammelt:

  • Das ist übrigens der Kerl, der zusammen mit Kollegah über seinen „Körper definierter als der von Auschwitzinsassen“ rappte und sich gerne mal über Gewalt gegen Frauen lustig macht.
  • Das einzige, was sich die Stadt Düsseldorf wohl dabei gedacht hat? Farid Bang hat eine große Fanbase, also erreichen wir so viele Jugendliche. allerdings wurde da nur von 12 bis Mittag gedacht.
  • Homophobie. Frauenfeindlichkeit. Antisemitismus. Das sind die Zutaten vieler Texte von Farid Bang. Lieber SPD-OB ThomasGeisel, gab es keine anderen Künstler, die junge Leute erreichen, mit denen man ein Werbevideo drehen kann?
  • Das muss ein Scherz sein, oder? FaridBang als Testimonial für Düsseldorf? Es macht sprachlos und betroffen. Dummheit? Ahnungslosigkeit? Oder etwa eine bewusste Entscheidung? Unfassbar!
  • Wie kann man als Politiker ernsthaft in Erwägung ziehen, ein Video mit Farid Bang aufzunehmen?

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Auch die CDU Düsseldorf zeigt sich von dem Video entsetzt. Oberbürgermeister-Kandidat Stephan Keller findet deutliche Worte. „Es ist mir völlig unverständlich, wie man sich mit jemandem verbünden kann, der bundesweit bekannt ist für antisemitische Provokationen und gewaltverherrlichende und frauenverachtende Texte und Einstellungen“, erklärt er „RP Online“ (Bezahlinhalt).

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Die OB-Kandidatin der FDP, Marie-Agnes Strack Zimmermann, twitterte: „Braucht es wirklich einen Chaoten, der antisemitische & gewaltverherrlichende Zeilen rappt, um die Abstandsregeln der Corona-VO zu erklären, lieber OB #Geisel? Auf gar keinen Fall, der Zweck heiligt nicht die Mittel. Einfach unnötig und unpassend.“

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Düsseldorf: Jüdische Gemeinde zeigt sich entsetzt von Video mit Farid Bang

Auch von der Jüdischen Gemeinde gibt es heftige Kritik. Die Stadt Düsseldorf hatte am Dienstag der „Bild“ gegenüber behauptet, mit der Jüdischen Gemeinde vor dem Videodreh Kontakt aufgenommen zu haben.

Dem widerspricht sie nun in einer Pressemitteilung. Darin heißt es: „Die Jüdische Gemeinde ist erstaunt über die Aussage eines Stadtsprechers. Das Video mit dem Rapper Farid Bang in Zusammenhang mit der Nichteinahltung von Corona-Regeln vorab mit der Jüdischen Gemeinde abgestimmt zu haben.“

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Und weiter: „Ich kann bestätigen, dass weder eine schriftliche noch eine mündliche Anfrage der Stadt bei uns eingegangen ist“, erklärt Gemeindedirektor Michael Rubinstein.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel will sich am Mittwochmittag in einer Pressekonferenz dazu äußern. (cs)

 
 

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